Yoga Nidra – der yogische Schlaf

Schlafen beim Yoga? Ja! Das bedeutet aber nicht, dass man es sich auf der Yogamatte bequem macht und einschläft, wie man es Nachts tut. Yoga Nidra heißt wörtlich übersetzt yogischer Schlaf und ist eine Entspannungstechnik. Dabei geht es darum, bewusst und wach den Zustand des Tiefschlafes zu erleben.

Yoga Nidra: Den Tiefschlaf bewusst erleben und entspannt aufwachen (Bild: fotolia)Yoga Nidra: Den Tiefschlaf bewusst erleben und entspannt aufwachen (Bild: fotolia)

Ich praktiziere Yoga Nidra gerne am Abend, bevor ich ins Bett gehe. Aber auch tagsüber ist diese Art des Yoga eine wunderbare Quelle neuer Energie. Man fühlt sich danach, als hätte man gerade tief und fest eine komplette Nacht durchgeschlafen. Ausgeruht, angenehm leer und mit dem Gefühl großer innerer Ruhe.

Die Technik stammt von Swami Satyananda Saraswati, einem bedeutenden Yogi und dem Begründer der Bihar School of Yoga. Auch für Nicht-Yogi(ni)s ist Yoga Nidra bestens geeignet, denn man muss dafür keinerlei Asanas (Yogaposen) ausführen.

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Du brauchst dafür unbedingt Anleitung und das Internet ist voll von verschiedenen Übungsformen. Mir persönlich gefällt die CD von Anna Röcker sehr gut, auf der unterschiedlich lange Yoga Nidra Entspannungsübungen sind.

Alles, was du tun musst, ist dich bequem hinzulegen, in Shavasana, der Totenhaltung: Arme im 45 Grad Winkel mit den Handflächen nach oben abgelegt, Beine leicht auseinander, langer Nacken und lange Wirbelsäule. Halte dich warm und wenn du magst, lege dir ein kleines Kissen oder ein Tuch über die Augen. Dann nimm noch einmal bewusst die Geräusche um dich herum wahr und kehre dann die Aufmerksamkeit nach innen.

Nun beginnt die Reise durch den Körper, die du wach verfolgst und bei der du gedanklich jeden Körperteil kurz „anstupst“. Nach dieser Reise durch den Körper gehst du durch Rückwärtszählen – gebunden an Ein-und Ausatmung – noch tiefer in die Entspannung. Viele Lehrer arbeiten an diesem Punkt mit verschiedenen Visualisierungen die helfen, negative Bilder und damit verbundene Emotionen aus dem tieferen Bewusstsein zu lösen.

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Wissenschaftler bestätigen, dass man mit Hilfe von Yoga Nidra in den sogenannten Alpha Zustand kommen kann. Es bedeutet, dass das Gehirn Alpha Wellen sendet, die ansonsten nur in Tiefschlaf-Phasen vorkommen. Das ist nicht nur sehr entspannend, sondern schafft die Verbindung zu unserem Unbewussten und gibt uns, wie oben erwähnt, die Chance uns von negativen Verhaltensmustern zu lösen beziehungsweise positive neue Muster anzulegen.

Dies tun wir mit Hilfe des Sankalpas – einem prägnanten und positiv formulierten Satz, der sich durch die Verankerung im Unbewusstsein nach und nach entfalten wird. Dieses Sankalpa könnte zum Beispiel lauten: Ich lebe mein volles Potenzial. Oder: Ich bin entspannt und voller Freude.

Am besten, ihr probiert’s mal selber aus. In diesen turbulenten Zeiten ist es doch schön, noch eine zusätzliche Quelle der Ruhe und Entspannung zu haben.

Es grüßt euch herzlich
eure Ursula

PS: Hier geht es zu meiner Website www.ursulakarven.de

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