Italiens Spitzensportler: Erfolgreich auf der ganzen Welt

Nicht ohne Grund ist die „Squadra Azzurra" ("azurblaue Mannschaft") seit einiger Zeit der Deutschen Angstgegner Nummer 1: Auch wenn die Italiener die diesjährige Europameisterschaft nicht für sich entscheiden konnten, haben sie zumindest unserer DFB-Elf wieder mal die Show gestohlen. Und auch fernab von Fußball sind die Italiener aus dem internationalen Sportgeschehen nicht wegzudenken.

Balotelli, Schiavone und Bargnani (v.l.): Italienische Weltstars im Sport (Bilder: Getty Images)Balotelli, Schiavone und Bargnani (v.l.): Italienische Weltstars im Sport (Bilder: Getty Images)

Vizemeister Italien ist seit der Fußball-Europameisterschaft 2012 zumindest um eine Kultfigur reicher: Mario Balotelli, italienischer Fußballspieler und Stürmer bei Manchester City, gilt mit seiner eigensinnigen und oft aufbrausenden Art schon länger als „Enfant terrible" der englischen Premier League. Doch Temperament hin oder her — bei seiner wahnsinnigen Schusskraft kann sich der Weltklasse-Kicker allgemeinen Nachsehens sicher sein.

Weniger für seine Allüren bekannt als für große Erfolge ist sein Kollege Gianluigi Buffon. Der Torwart im Dienste von Juventus Turin und der italienischen Nationalmannschaft wurde im Laufe seiner Karriere bereits viermal zum Welttorhüter des Jahres gekürt. Und auch privat ist Il Capitano zu beneiden, wie der Anblick seiner bildschönen Frau Alena Seredova — selbst erfolgreiches Model und Vize-Miss Tschechien — verrät.

Dance & Celebrate: Besser feiern auf Sardinien

Liebe Herren, Sie wissen es, Italien ist in Sachen Fußball wirklich ganz weit vorne und die Liste der erfolgreichen Kicker schier endlos. Wir kürzen sie dennoch ab und schließen mit Francesco Totti: Der 36-Jährige gilt vor allem in seiner Heimatstadt Rom als Kultfigur, und das nicht nur, weil er seit seiner Jugend ausschließlich beim ehrenwürdigen AS Rom spielt. Es mag auch an der nötigen Portion Humor liegen: Der Römer veröffentlichte bereits zwei Bücher (u.a. „Alle Witze über Totti"), die einen selbstironischen Blick auf die italienische Fußballwelt werfen.

Es ist wohl unumstritten, die Italiener haben ein phänomenales Ballgefühl. Doch wussten Sie schon, dass ein 26-jähriger Römer die NBA aufmischt? Basketballer Andrea Bargnani wurde 2006 mit der „Rising Star Trophy" als bester Nachwuchsspieler der Saison ausgezeichnet. Die Toronto Raptors haben sich prompt die Rechte an dem vielversprechenden 2,13-Meter-Riesen geschnappt und feiern mit ihm seither gemeinsame Erfolge.

Und auch mit den etwas kleineren Bällen können sie gut umgehen: Wer glaubt, beim Tennis sehe es um die Italiener etwas mau aus, vergisst Francesca Schiavone — die inzwischen 32-Jährige gewann 2010 die French Open!

Caroline Kostner holte sich in Nizza die Goldmedaille im Eiskunstlauf (Bild: Getty Images)Caroline Kostner holte sich in Nizza die Goldmedaille im Eiskunstlauf (Bild: Getty Images)

Eine weitere italienische Sportlerin fuhr besonders eiskalt ihre Siege ein: Vier Europameistertitel waren Carolina Kostner längst nicht genug — kurz nach ihrem 25. Geburtstag im Frühjahr dieses Jahres schnappte die ambitionierte Eiskunstläuferin sich bei der Weltmeisterschaft in Nizza den obersten Platz auf dem Siegertreppchen.

Selbst eine weniger Action-geladene Disziplin beherrschen die Italiener: Während Poker früher noch einen zweifelhaften Ruf genoss, kann Italien heute ziemlich stolz sein auf seinen "Supernova" Dario Minieri. Der 27-Jährige spielt online gegen hochkarätiger Gegner und hat in seinem jungen Alter bereits mehr als eine Million Euro erzockt. Der Italiener ist übrigens der jüngste Pokerspieler, der jemals ein goldenes Bracelet erhalten hat; eine Trophäe, die Sieger von „World Series of Poker", der berüchtigten Turnierreihe in Las Vegas, verliehen bekommen — zusätzlich zum üppigen Preisgeld, versteht sich.

Den nächsten erfolgreichen Sportler hält es dagegen nicht so ruhig an einer Stelle — mit richtig viel Tempo unterwegs ist „The GOAT" („The Greatest of all Times"), Valentino Rossi. Der neunfache Weltmeister im Motorradrennen ist vor allem dank seiner legendären Show-Einlagen einer der populärsten Sportler Italiens. Liebend gerne unterhält der 33-Jährige seine Zuschauer an der Rennstrecke mit Motorradtricks und extrovertierten, fantasievollen Aufmachungen und wurde so zum gern geknipsten Medienstar.

Wasserratte Federica Pellegrini schwamm schon mit 16 Jahren allen davon (Bild: Getty Images)Wasserratte Federica Pellegrini schwamm schon mit 16 Jahren allen davon (Bild: Getty Images)

Wir merken, auch die Zweiräder haben sie im Griff. Mario Cipollini hat es in den 90er Jahren sogar ganz ohne Motor unterm Hintern an die Weltspitze der internationalen Sprinter geschafft. Der „schöne Mario", wie er in der Presse genannt wurde, war mit 189 Siegen das erfolgreichste Mitglied seiner Radsportfamilie und wurde 2002 sogar mit dem „Vélo d'Or" („Goldenen Rad") als weltweit bester Rennfahrer der Saison geehrt.

Doch nicht nur an Land, auch im Wasser zeigt uns Italien, wo es langgeht: 2004 holte Federica Pellegrini im zarten Alter von 16 Jahren bereits olympisches Silber in Athen und legte nur vier Jahre später in Peking mit einer Goldmedaille im 200-Meter-Freistil nach. Im Laufe ihrer steilen Karriere brach sie ganz gemütlich den einen oder anderen Weltrekord (psssst: unter anderem einen unserer Vorzeigeschwimmerin Franziska van Almsick) und gewann zwischendurch immer mal wieder eine Schwimm-Meisterschaft, bis sie 2011 von der „Vereinigung der europäischen Sportjournalisten" (UEPS) zu „Europas Sportlerin des Jahres" gewählt wurde.

Da kann man schon wirklich von einem steilen Aufstieg der Karriereleiter sprechen. Und apropos, jetzt denken Sie wahrscheinlich an Gipfelstürmer und unseren ganzen Stolz, Reinhold Messner, der als erfolgreichster und bekanntester Bergsteiger in die Geschichte einging? Tatsächlich müssen wir diesen triumphalen Sportler zumindest mit den Italienern teilen, denn der gebürtige Brixer stammt aus Südtirol und sagt von sich selbst: „Ich bin kein Deutscher, kein Österreicher, kein Italiener — sondern ich bin Südtiroler!" Hmmm... auf ihn können wir dann wenigstens alle ein bisschen stolz sein!