Weltuntergang

Weltuntergangs-Experte Maarten Keulemans: "Mir machen die Maschinen Sorgen"

Die Welt geht unter — so viel ist sicher! Die Frage ist nur: Wie? Wir haben mit dem niederländischen Wissenschaftsjournalisten, Buchautor („Exit Mundi — Die besten Weltuntergänge") und Weltuntergangs-Experten Maarten Keulemans gesprochen und geklärt, wie wahrscheinlich ein Weltuntergang 2012 ist, was der Maya Kalender damit zu tun hat und warum das Universum wie immer das letzte Wort hat.

Maarten Keulemans: Der Weltuntergangs-Experte befasst sich auch mit den abwegigsten Szenarien (Bilder: Ingrid Nuijten, PR)Maarten Keulemans: Der Weltuntergangs-Experte befasst sich auch mit den abwegigsten Szenarien (Bilder: Ingrid Nuijten, …

Herr Keulemans, wie wird man eigentlich Weltuntergangs-Experte und was tun Sie, wenn Sie nicht gerade über das Ende der menschlichen Zivilisation nachdenken?

Das frage ich mich selbst auch die ganze Zeit! Ich wollte nie der "Herr der Apokalypse" werden, oder so etwas in der Art! Eigentlich bin ich Wissenschaftsjournalist und arbeite für die führenden niederländischen Tageszeitung „De Volkskrant". Irgendwann hat es mich bei der Arbeit gepackt: Ich bin immer wieder über diese verrückten Weltuntergangs-Szenarien gestolpert.

Wissenschaftler, die sich mich Robotik befassen, stellen sich die Frage, ob es einen Aufstand der Maschinen geben kann. Astrophysiker beschäftigen schwarze Löcher, das Ende der Sonne, und Zusammenstöße mit anderen Planeten. Geologen wiederum treiben Klimaveränderungen in der Urzeit, Riesenvulkane und von Meteoriten verursachte Massensterben um.

Ich kam auf die Idee, dass es doch schön wäre, Theorien wie diese zu sammeln und die realen Bedrohungen von den Mythen zu trennen. Darum interessieren mich auch völlig unsinnige Szenarien, wie Zombies, göttliche Interventionen und, ja, auch der der Maya Kalender. Sie werden nicht glauben, an was für verrückte Dinge Leute glauben!

Wir die Welt nun am 21. Dezember 2012 enden?

Nein, definitive nicht — aus einer Vielzahl von Gründen. Vor allem haben die Maya selbst nie daran geglaubt, dass die Welt mit dem enden ihres Kalenders untergehen wird. Es existieren viele Inschriften von Maya-Astronomen, die auf ein Datum viel weiter in der Zukunft verweisen. Eigentlich beginnt bei dem Maya Kalender am 21.12.2012 nur eine neue Zeitrechnung, genau wie bei uns an Neujahr.

Der ganze Maya-Mythos um den Weltuntergang 2012 wurde nicht von den Maya ins Leben gerufen, sondern von dem New Age Guru José Arguelles, der ein Vermögen damit machte, uns mit seinen verrückten Geschichten über das Ende der Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Rational betrachtet gibt es keinen Grund zur Annahme, dass irgendetwas passieren wird. Und denken Sie immer daran: Der Maya Kalender hat bereits 150.000 Mal geendet, während unsere Erde existierte. Jedes Mal ist rein gar nichts passiert.

Wie wird die Welt dann zu Grunde gehen? Welches Weltuntergangs-Szenario ist das wahrscheinlichste?

Das ist schwer zu sagen. Einige kommen ganz sicher auf uns zu, auf lange Sicht gesehen. In einigen Billionen Jahren wird die Erde ein unbewohnbarer Ort werden, weil die Sonne in der Tat langsam stirbt. Früher oder später wird eine enorme Vulkaneruption das globale Klima aus dem Gleichgewicht bringen, die Ozeane vergiften und Teile der Erde unbewohnt zurücklassen. Und in 10.000 Jahren kommt eine neue Eiszeit auf uns zu. Das wird sicher auch nicht sehr angenehm werden!

Wenn es um die nahe Zukunft geht, machen mir die Maschinen Sorgen. Wir umgeben uns mit Maschinen, die schlauer und schlauer werden und sogar ein eigenes Bewusstsein entwickeln könnten. Wir machen uns sogar abhängig von Maschinen und Vertrauen immer mehr auf sie, zum Beispiel wenn es um Gehirnelektroden oder künstliche Organe und Gliedmaßen geht.

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Das könnte zu einem Szenario wie in „The Matrix", „Star Trek" oder „A.I." führen, in dem Maschinen bestimmen, dass es unter allen Lebewesen auf dem Planeten die Menschen sind, die mit Abstand den meisten Ärger machen. Sie könnten uns vom Planeten werfen! Ein anderes besorgniserregendes Szenario könnte so aussehen, dass wir mehr und mehr mit unseren Maschinen verschmelzen und dass ein Virus oder etwas in der Richtung uns zu Sklaven macht, wie die Borg in „Star Trek". Das wäre eine wahnwitzige Wendung!

Ist es wahrscheinlicher, dass wir unsere Rasse selbst auslöschen, oder dass das Universum diesen Job erledigt?

Ich würde auf das Universum setzen — wenn auch nur langfristig gesehen. Egal wie schlau wir noch werden, es gibt absolut keinen Weg, das Universum davon abzuhalten, sein Ding durchzuziehen. Wie zum Beispiel schwarze Löcher auf uns zu werfen, die Sonne explodieren zu lassen oder einfach alles im Universum auszulöschen. Das sind so die grundlegenden Sachen, mit denen man in unserem Universum zu tun hat.

Gibt es denn gar keinen Weg für die Menschheit, dem Weltuntergang zu entgehen?

Das kommt natürlich auf die Art der Apokalypse an. Es würde wirklich helfen, wenn wir unsere verletzlichen Körper loswerden und unser Bewusstsein in Roboter transferieren könnten. Aber auch eine Maschine würde vergehen, wenn sie von einem schwarzen Loch oder ähnlichem aufgesogen wird.

Glauben Sie selbst an alle Weltuntergangs-Szenarien, die Sie in Ihrem Buch beschreiben?

Nein. Ich habe ein paar Szenarien hinzugefügt um durchzuspielen, ob sie wirklich eintreten könnten, aus wissenschaftlicher Sicht. Viele dieser Dinge sind einfach nicht möglich. Wie zum Beispiel das Hindu-Weltuntergangs-Szenario, bei dem ein Typ namens Kalki jedem den Kopf abhackt. Ich bin mir sicher, dass das nicht passiert.

Wo kommen all diese verrückten Weltuntergangs-Mythen her?

Die Mythen, als Gegensatz zu den wissenschaftlichen, realistischen Weltuntergangs-Szenarien, haben ihren Ursprung größten Teils in unserem tief verwurzelten Verlangen, über das Ende der Welt zu fantasieren. Es gibt eine starke Verbindung zwischen Stress in einer Gesellschaft und dem Nachdenken über das Ende der Welt.

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Wann immer eine Gesellschaft in Schwierigkeiten gerät, beruhigt es die Menschen zu denken: „Oh, okay, es ist das Ende aller Tage. Kein Wunder, dass alles so furchtbar schief geht." Betrachten wir zum Beispiel das christliche Weltuntergangs-Szenario, wie es in der Bibel, im Buch der „Apokalypse" beschrieben ist: Es wurde in Zeiten geschrieben, als die Christen wegen ihres Glaubens massiv von den Römern verfolgt wurden.

Es hilft, wenn man zu sich selbst und seinen Glaubensbrüdern sagen kann: Okay, wir gehen durch eine schwere Zeit und werden vielleicht alle sterben, aber wenn wir noch ein bisschen durchhalten, kommt ein gigantisches Monster und wird auch alle Römer töten. Am Ende geht es bei der Apokalypse nicht um Tod und Zerstörung, sondern um Hoffnung: Wenn du an deinem Glauben festhälst, wird Gott dich in den Himmel holen.

Also gibt es WIRKLICH keinen Grund, jetzt in Panik zu geraten?

Nein, das würde ich nicht empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sterben, bevor Sie dieses Interview zu Ende geführt haben, weil ein Flugzeug auf Sie stürzt, ist viel, viel höher, als die noch während Ihrer Lebzeit Zeuge des Weltuntergangs zu werden.

Rein Hypothetisch: Wenn die Welt doch am 21. Dezember 2012 untergeht, was würden Sie am letzten Tag tun?

Das Übliche: Mich betrinken, Sex haben und mein Lieblingsalbum von „The Cure" hören.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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