Weltuntergang

Hoppla! Diese Weltuntergänge haben wir gerade so überstanden

Gestern stand die Menschheit am Abgrund, heute ist sie einen Schritt weiter. Wenn es nach modernen Scharlatanen und Sektenführern ginge, wären wir schon längst Geschichte. Zum Glück rennen wir nicht wie die Lemminge jedem dahergelaufenen Weltuntergangs-Propheten hinterher.

Viele Propheten lagen mit ihren Weltuntergangs-Vorhersagen knapp daneben (Bild: Fotolia)Viele Propheten lagen mit ihren Weltuntergangs-Vorhersagen knapp daneben (Bild: Fotolia)

Schon oft haben Propheten und Sektenführer versucht, uns falsche Weltuntergänge unterzujubeln. Erinnern Sie sich noch an den Y2K-Bug, die Millennium-Hysterie? Was waren wir damals nicht alle aus dem Häuschen: Anstatt freudig dem neuen Jahrtausend entgegen zu feiern, fürchteten sich viele vor einem Chaos apokalyptischen Ausmaßes.

Schneller als die Apokalypse: Tierische Killer

Mit dem knallen der Sektkorken am 1.1. 2000 um 0.00 Uhr sollten das Stromnetz sowie die gesamte Kommunikation zusammenbrechen und die Welt im Chaos versinken. Das alles nur, weil die Maschinen, die unsere moderne Welt steuern, angeblich nicht über 99 hinaus zählen können. Was wurde aus dem gefürchteten globalen Computerbug? Nichts. Das Gefährlichste am 1.1.2000 um 0.00 Uhr waren tieffliegende Sektkorken. Da hatten die schlauen Wissenschaftler uns schön in die Pfanne gehauen. Ich knabbere heute noch an meiner Dosenbohnenration aus dem Jahr 1999 — eine bittere Sache.

Die katholischen Kirche leistete sich ein Jahrtausend zuvor einen ähnlichen Faux-Pas: Papst Sylvester II. verkündete, die Welt würde am 31. Dezember 999 untergehen. Die Christen drehten durch, die Welt drehte sich weiter wie bisher. Später behauptete der Papst, die Gebete der Gläubigen hätten den Weltuntergang verhindert.

Brezn und Bier: Weltuntergang nach bajuwarischer Art

Ähnlich clever redete sich der amerikanische Radio-Prediger Harold Camping heraus, als der von ihm für September 1994 vorausgesagte Weltuntergang nicht eintraf. Er habe sich schlichtweg verrechnet. Ooops! Bei seinen nächsten Berechnungen ließ er wieder Fünfe grade sein. Nachdem die Apokalypse am 21. Mai 2011 nicht stattfinden wollte, hat er sie prompt auf den 21. Oktober 2011 verschoben. Muss ich noch erwähnen, dass schon wieder nichts passiert ist?

Planet Nibiru hat ebenfalls mit Terminproblemen zu kämpfen: Bereits Ende Mai sollte er die Erde zerstören, jetzt schafft er es doch erst im Dezember 2012. Termine, Termine, Termine! Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, wie diese liebevoll gestaltete Übersicht beweist:

Für all diese Jahre wurden Weltuntergänge vorhergesagt (Screenshot: manyendings.com)Für all diese Jahre wurden Weltuntergänge vorhergesagt (Screenshot: manyendings.com)

Hinter jeder Jahreszahl steckt übrigens eine weitere Seite, die alle vorhergesagten Endzeitszenarien des jeweiligen Jahres bildhaft darstellt. Und diese Auflistung enthält noch nicht einmal den letzten Weltuntergang: Die Niederlage des FC Bayern gegen Chelsea am 19. Mai 2012. Die Straßen Münchens waren gesäumt von darniederknienden, zitternden, verzweifelnden Männern, die weibisch weinten und von ihren Freunden und Frauen gestützt werden mussten. Trotz der apokalyptischen Stimmung drehte sich die Welt am nächsten Morgen.

Wir dürfen uns also weiterhin auf den Weltuntergang am 21. Dezember 2012 freuen — sofern uns keine andere Apokalypse in letzter Sekunde dazwischen kommt.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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