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Vorsicht Fettnapf! Der Touristen-Knigge

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Andere Länder, andere Sitten, heißt es zwar… Aber bei einer Reise nach Großbritannien kann man doch gar nicht so viel falsch machen — oder doch? Ein Abstecher zu unseren britischen Nachbarn ist vielleicht nicht so exotisch wie eine Reise zum Amazonas, aber auch hier gilt es, einige wichtige kulturelle Klippen galant zu umschiffen.

Fangen wir gleich beim leidigen Thema Trinkgeld an. Auch wenn hier nicht so streng "getippt" wird wie etwa in den Vereinigten Staaten, sind 10 bis 15 Prozent im Restaurant angemessen. Doch aufgepasst. Gerade, wenn Sie mit einer größeren Gruppe unterwegs sind, ist das Trinkgeld oft schon auf der Rechnung. Das nennt sich dann "discretionary service charge" und wird ohne Ansage mit auf die Rechnung gepackt. Oft ist eine "service charge" auch schon auf der Rechnung, wenn sie nur zu zweit essen gehen und es bedarf keines weiteren Trinkgelds. Also, genau hinschauen lohnt sich.

Taxifahrer freuen sich natürlich über Trinkgeld, aber das wird nicht zu streng gesehen. Kein Trinkgeld müssen Sie zahlen, falls sie ein Getränk in einem Pub direkt an der Bar bestellen und bezahlen. In einem Restaurant sollten Sie unbedingt warten, bis die Bedienung sie an einen Tisch bringt und nicht auf eigene Faust einen freien Tisch suchen.

Ein anderes Thema erweist sich als etwas komplexer: Britische Gelassenheit! 1939 veröffentlichte die britische Regierung ein Plakat, um die Bevölkerung auf eine eventuelle Invasion moralisch vorzubereiten. Auf dem Plakat stand: Keep calm and carry on! Es gibt bis heute kaum einen Spruch, der die britische Mentalität besser ausdrückt. Wenn du nichts ändern kannst, bleib einfach ruhig, sitz es aus und mach weiter. Fährt die U-Bahn nicht pünktlich (oder überhaupt nicht), fahr nicht aus der Haut, sondern bleib gelassen und cool. Cholerisches Verhalten wird als größte Unhöflichkeit angesehen, deshalb sollte man auch als Tourist seine Ungeduld zügeln und immer die Ruhe bewahren — das macht Eindruck!

Ebenso wie Ungeduld getadelt wird, wird Höflichkeit in allen Lebenslagen extrem groß geschrieben. Auch wenn jemand SIE anrempelt oder Ihnen auf den Fuß tritt: es entschuldigen sich immer beide. Damit wird die Etikette gewahrt und kein Kampf ausgetragen, wer denn nun an dem Dilemma Schuld ist.

Falls Sie geschäftlich in Großbritannien unterwegs sind, empfiehlt sich im Vorfeld ein Crashkurs in der Kunst des Smalltalks. Plaudern, ohne viel zu sagen, ist ein unverzichtbarer Bestandteil des alltäglichen Lebens und keineswegs ein Zeichen von Oberflächlichkeit. Wichtig ist nur die richtige Themenwahl. Wetter ja, Politik auf keinen Fall. Und ein Faux-pas, den Sie sich auf keinen Fall erlauben sollten: Witze über das Königshaus! Das machen die Briten selbst zwar ohne Ende, ist aber auch ihnen vorbehalten! Und achten Sie immer auf die komplexe Bevölkerungsstruktur in Großbritannien: Schotten sind zwar Briten, aber auf keinen Fall Engländer. Das gilt auch für Nordiren und Waliser!

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