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Movember-Moments

Wer sich fragt, warum derzeit ungewöhnlich viele Männer mit Schnauzbärten unterwegs sind und warum sogar das Wahrzeichen Londons, der Big Ben, seit dem 31. Oktober einen Schnauzbart trägt, kann mit dem Begriff „Movember" bestimmt noch nicht viel anfangen. Wir klären auf: Es ist eine lustige Aktion mit ernstem Hintergrund. Das Revival der Rotzbremsen ist nicht auf Großbritannien beschränkt, auch in Deutschland grassiert das Movember-Fieber.

Big Ben mit Schnauzbart (Bild: Getty Images)Big Ben mit Schnauzbart (Bild: Getty Images)

Der Begriff Movember setzt sich aus November und Moustache, dem englischen Wort für Schnauzer zusammen. Hinter Movember verbirgt sich die ernsthafte Aktion, mit der auf die Gefahren von Prostatakrebs hingewiesen wird und Spenden gesammelt werden sollen. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. 60.000 Männer pro Jahr erhalten die Diagnose, 30 Männer pro Tag sterben an Prostatakrebs, das sind 11.000 Männer, die in einem Jahr an der Krankheit sterben.

Die Aktion ist also mehr als sinnvoll und gerechtfertigt. Jeder Teilnehmer, ein sogenannter Mo Bro (Abkürzung für Movember Brother, zu Deutsch: Movember Bruder) lässt sich ab dem  1. November einen Schnauzer stehen und pflegt, trimmt und kämmt seine Schnurrbarthaare den gesamten Monat über. Die Optik erinnert schwer an das Ende der 70er-Jahre und manche Freundin oder Frau dürfte sich nicht besonders über das Bart-Engagement ihres Mo Bros freuen. Immerhin ist es für eine gute Sache und so wurden im November auch schon Männer mit regelrechten Botschafts-Schnauzern gesichtet z.B. stutzte sich ein unbekannter Mann  ein „LADIES LOVE IT" („Frauen lieben es") auf der Oberlippe zurecht.

Die Mitgliedern des „The Handlebar Moustache Club" in London (sinngemäß: Der Lenkstange-Schnurrbart Club" sind im November jedenfalls gefragt wie nie, doch die Schnauzer-Gemeinde nimmt es mit typisch britischem Humor und teilt auf Nachfrage mit, dass sie sich eben ein anders Hobby suchen müssten, um aufzufallen, wenn sich das mit den Schnauzbärten weiter etabliere.

Diese Probleme hat Schnurrbart-Rekordhalter Ram Singh Chauhan nicht. Der Inder ist stolzer Besitzer des längsten Schnauzers der Welt - offiziell eingetragen im Guinness Buch der Rekorde mit einer unglaublichen Länge von 4,29 Meter. Die behält er sicher auch noch im Dezember, während der Großteil der Männer in Großbritannien und hierzulande dann wieder glattrasiert herumlaufen dürfte.

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