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Bizarre Sportarten der britischen Insel

Ein kleiner Meister im Grimassenschneiden (Bild: thinkstock)

Vom Wurm-Beschwören bis zum Käse-Rollen und allerhand Kuriositäten hat Großbritannien sicherlich viele sportliche Traditionen zu bieten, die man unbedingt originell nennen kann. Hier eine kleine Auswahl der absolute schrägsten Sorte.

Schneckenrennen in Norfolk

Auf die Plätze, fertig, oh ... Schnecken nennt man kaum in einem Atemzug mit Rennen, aber gerade das ist es, was den Reiz beim Schnecken-Rennens ausmacht. Die erste Meisterschaft in dieser Disziplin fand in den 1960er Jahren in Britannien statt und hat sich als Traditions-Sport etabliert. Jede Schnecke hat dabei eine Startnummer — wer könnte sie sonst auch unterscheiden — und wird auf einer Spur von zwei konzentrischen Kreisen, die zum Zwecke der leichteren Gleitfähigkeit mit Wasser besprüht sind, platziert. Wenn die Fährte bereit ist, starten die Schnecken in der Mitte des inneren Kreises und die erste, die den äußeren Zirkel überschreitet gewinnt. Gegenwärtiger Meister ist ein kleines Exemplar namens Zoomer— stolzer Besitzerist ein sechsjähriger Junge aus King's Lynn. Zoomers heldenhafte Rekordzeit liegt bei  drei Minuten und zwanzig Sekunden.

Meisterschaft des Grimassen-Schneidens in Cumbria

Im kleinen, verschlafenen Fischerort Egremont in den Western Lakes erwartet man vielleicht Einheimische, die sich daran erfreuen, die diversen Minen und Steinbrüche auszukundschaften, für die ihr Heimatland berühmt. Man vermutet allerdings weniger, dass Egremont auch die Heimat des seltsamen Sports des Grimassen-Schneidens ist, was beinhaltet den Kopf durch ein Pferdekummet zu stecken und das hässlichste, entstellenste Gesicht zu ziehen, dessen man fähig ist. Befremdend? Der Wettkampf geht auf ein Datum im Jahr 1267 zurück, während der Regenschaft König Henry III, der dem Event seinen königlichen Segen gab. Das Grimassier-Event erhielt einen weiteren Segen, als die Queen Cumbria im Jahr 2008 besuchte, um die Meister in Action kennen zu lernen. Da dürften ein paar Bereicherungen fürs königliche Fotoalbum herausgekommen sein.

Käse rollen in Gloucestershire

Das Käserollen ist britische Tradition und erregt gleichermaßen die Aufmerksamkeit von Teilnehmern, Konkurrenten und den Medien aus aller Welt. Die Regeln sind relative einfach. Sie erscheinen beim Event, rennen oder stolpern einen Steilhang hinter einen Käse herunter und landen am Ende wahlweise im lokalen Pub oder im lokalen Hospital, je nachdem wie Sie sich anstellen. Der Wettbewerb geht zurück auf römische Zeiten, wo man auch schon Käse den Berg hinunter verfolgte. Der Steilhang gepaart mit dem starken Konkurrenzdenken der Teilnehmer ergibt eine nicht ungefährliche Kombination. Frakturen und Gehirnerschütterungen sogar Todesfälle sind die Folge. Die Zuschauer leben ebenfalls gefährlich, denn der Käse erreicht hangabwärts bis zu 113 Stundenkilometer. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

Gummistiefel-Weitwurf in Holmfirth

Für die meisten Briten ist der Wellington Boot ein klassischer Schuh, der hauptsächlich für Festivals und Spaziergänge durch matischiges Gelände reserviert ist. Aber es gibt auch noch einen anderen Gebrauch der Regenschuhe:  Der Weitwurf-Wettbewerb. Herkunft und Regeln dieses Volkssports sind so bescheuert, wie der Name es vermuten läst. Die Anfänge liegen ein paar Jahrhunderte zurück und sollen mit einem Pint dunklem Bier begonnen haben, die in einem Wellington verschüttet wurden. Wie auch immer, der Weitwurf des Stiefels erfreut sich immer größerem Zulauf und großer Beliebtheit. Drei Versuche hat ein Teilnehmer und es sei gesagt, dass es gar nicht so einfach ist, die knapp zwei Kilo schweren mit ihrer L-From nicht gerae ärodynamischen Objekte in die gewünschte Position zu wuchten.

Pfannkuchen- Rennen in Buckinghamshire

Der Legende nach etablierte sich der Brauch im 15. Jahrhundert, als eine Lady von Olney in Buckinghamshire ihre Pfannkuchen für Faschingsdienstag zubereitete.  Sie hörte den Glockenschlag und ihr wurde bewußt, dass sie zu spat in die Kirche kommen würde. Also rannte sie in Schürze los, die Bratpfanne noch in der Hand. Danach machten die Nachbarn der Lady es zur Tradition, dass der erste, der zur Kirchentür hereinkommt, einen Kuss vom Glöckner erhält. Die modernen Teilnehmer tragen Shirt, Schürze und ein Kopftuch, vermutlich um die bizarren Wurzeln dieses Brauches noch zu verstärken.  Ziel des Spieles ist es einen Pfannkuchen mehrmals in der Pfanne zu wenden, während man zur Ziellinie spurted. Wer als erstes mit intaktem Pancake das Ziel erreicht, hat gewonnen. Dieses Sport fordert Schnelligkeit, Stärke und Geschicklichkeit.

Würmer-Beschwören in Cheshire

Die Kunst des Wurm-Beschwörers erfordert verschiedene Techniken um Würmer aus dem Erdreich zu locken.  Tatsächlich steht eine reizende Fabel Pate für diesen Sport. 1980 schaffte es ein Bauernsohn in einer halben Stunde beeindruckende 511 Würmer aus dem Boden zu locken.  Der ganze Ort war begeistert, so auch der stellvertretende Direktor einer nahegelegenen Schule, der daraufhin einen Wettbewerb organisierte. Wurm-Beschwörungen finden mittlerweile weltweit statt. Die Würmer dürfen mit allen technischen Hilfsmitteln zum Herauskommen bewegt werden. Das hat das Level der Verrücktheiten gesteigert. Es gibt Leute die bereits mit Gitarren, Mistgabeln, Didgeridoos, Trommeln oder mit schichten Grunz-Lauten auf den Wurm losgingen, doch immer wieder gibt es neue wunderbare und wirkungsvollere Ideen beim Worm Charming, die noch nicht probiert wurden.

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