Sex ABC

M wie Mile High Club

Sexpertin Caro Schäfer weiß, was hinter geschlossenen Vorhängen und zwischen den Laken passiert. In unserem wöchentlichen Sex-Blog buchstabiert sie die heißesten Sex-Phänomene, -Techniken und -Mythen durch: Von A wie Anal, über M wie Mile High Club bis Z wie... Lassen Sie sich überraschen!

Nicht nur etwas für Piloten und Flugbegleiter: Der Mile High Club (Bild: Fotolia)Nicht nur etwas für Piloten und Flugbegleiter: Der Mile High Club (Bild: Fotolia)

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein (Reinhard Mey)

600.000 Meilen in der Business oder First Class muss man für den HON-Status, den höchsten Vielfliegerstatus der Lufthansa, sammeln. Für die Aufnahme in den exklusiven Miles High Club braucht es nur eine Meile und einen Platz in der Flugzeugtoilette. Als MHC-Member qualifizieren sich mutige Menschen, die Sex über den Wolken haben. Einzige Regel: Die Flughöhe muss dabei mindestens eine nautische Meile, also 1.825 Meter betragen.

Der Club ist natürlich rein virtueller Natur, Mitgliedertreffen und Clubkarten gibt es nicht, dafür eine Menge protziger Geschichten auf www.milehighclub.com. Zitat eines US-Piloten: "Mein Aufnahmeritual in den Miles-High-Club gestaltete sich schnell und effizient." Thomas Jachnow, Pressesprecher der Lufthansa, hält den Club für reine Fantasie: „Wir haben uns einmal die Mühe gemacht, diverse Geschichten im Internet nachzurecherchieren — alle erfunden. Entweder gab es den Flug nicht oder die erwähnten Personen waren nicht an Bord. Außerdem ist die Besatzung bei solchen Vorkommnissen reportpflichtig, derartige Meldungen kamen noch nie vor."

Ein Alphabet voller Höhepunkte: Das Sex-ABC!

Bei einer Umfrage der Flugsuchmaschine swoodoo.com gaben 49 Prozent von 1.000 Befragten an, gern einmal Sex im Flugzeug haben zu wollen. Zehn Prozent erklärten, bereits MHC-Mitglieder zu sein. Irgendwas muss ja dran sein  am Mile High Club! Der US-Pilot Lawrence Sperry gilt als Pionier der Luftfahrt und hat neben dem künstlichen Horizont und dem Einziehfahrwerk auch den Miles High Club erfunden. Im November 1916 soll er es getan haben mit der New Yorker Society-Lady Waldo Polk - im Cockpit. Jetzt wissen wir, warum das Cockpit Cockpit heißt. Praktisch, dass er kurz zuvor einen funktionstüchtigen Autopiloten konstruiert hat.

Leider ist die Freiheit über den Wolken nicht grenzenlos, zumindest nicht in Linienflugzeugen, wie Lufthansa-Sprecher Jachnow erklärt: „Wir erwarten von unseren Fluggästen ein angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit, genau so wie es auch in jedem Park und auf jeder Straße erwartet wird." Auch im Flugzeug gibt es ein Hausrecht. Natürlich kann der Kapitän einen nicht rauswerfen, wenn man sich daneben benimmt. Trotzdem hat er die Befehlsgewalt und ist für die Wahrung der Sicherheit und Ordnung an Bord verantwortlich.

Das dritte Geschlecht: L wie Ladyboy

Rechtlich gelten in einem Flugzeug die Gesetze des Abreiselandes. In Deutschland werden sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit — so ästhetisch sie auch ausgeführt werden — als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet, das ist nach § 183a StGB eine Straftat und wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet. Nicht nur in der Ausführung (geht nur im Stehen und mit viel Geschick — gar nicht   so geil!) sondern auch rechtlich ist Flugzeugtoilettensex also eine heikle Sache.

Findige Fluggesellschaften bieten darum Luftsex als Dienstleistung. Bei „Flamingo Air" in Cincinnati (USA) kostet ein Schäferstündchen im Flug 425 Dollar. Bei „Mile High Flights" in Gloucestershire (England), gibt es eine Stunde Sex über den Wolken für 770 Euro. Partner für den Luftverkehr exklusive.

Für den Extrakick könnte man es auch bei einem Tandem-Fallschirmsprung treiben, auch das zählt tatsächlich als Zugangsberechtigung für den Mile High Club — Hauptsache, man vollzieht den Akt in einer Höhe über 1.825 Metern. Zugige Angelegenheit, trotzdem haben es Porno-Star Alex Torres und Hope Howell (eine Angestellte einer Flugschule) im Oktober 2011 getan. Da ich höllische Höhenangst habe, warte ich lieber auf die Einführung eines günstigen „Fuck around the world"-Tickets. Schon mal darüber nachgedacht, liebe Fluggesellschaften?

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