Nach Kritik: H&M entschuldigt sich für Swimwear-Kampagne

Tiefbraun gebrannt räkelt sich das Model auf diversen Plakatwänden und in Print-Anzeigen. Nur eine unschuldige Bikini-Reklame von H&M? Nein, kritisierten jüngst Gesundheitsschützer: Die internationale Kampagne des schwedischen Modegiganten mache ganz nebenbei auch Publicity für ein „tödliches Schönheitsideal".

Tanorexie, also krankhaftes Sonnenbaden, habe man jedoch wirklich nicht bewerben wollen, heißt es in einer nun veröffentlichten Entschuldigung von H&M.

Isabeli Fontana sieht in der H&M-Kampagne (r.) unnatürlich braun aus (Bilder: Getty Images, PR)Isabeli Fontana sieht in der H&M-Kampagne (r.) unnatürlich braun aus (Bilder: Getty Images, PR)


Ganz schön (hirn-)verbrannt, die aktuelle Beachwear-Kampagne von H&M! Die Schwedische Krebsgesellschaft empört sich in der Tageszeitung „Dagens Nyheter", in der Kampagne werde nicht nur das brasilianische Model Isabeli Fontana in knappen Zweiteilern gezeigt — sondern auch ein äußerst gefährliches ‚Accessoire' schmackhaft gemacht: tiefbraun getönte Haut, die in der Intensität wohl nur durch krankhaftes Bräunen (Tanorexie) zu erreichen sei.

„Der Bekleidungsriese kreiert, nicht zuletzt bei jungen Menschen, ein tödliches Schönheitsideal. Es ist traurig, das schreiben zu müssen, aber: So wird H&M nicht nur mehr Badeanzüge verkaufen, sondern auch dazu beitragen, dass mehr Menschen an Hautkrebs sterben werden", so das drastische Fazit der Gesundheitsschützer.

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Dabei sei es auch egal, wie das brasilianische Model Fontana zu ihrer überbräunten Haut gekommen sei: „Wie auch immer H&M zu seinem derart gebräunten Model gekommen ist, ob nun durch extreme Sonnenbäder oder durch Bildbearbeitung (wie Photoshop, Anm. d. Red.), der Effekt ist derselbe: H&M sagt uns, wir sollen sehr gebräunt an den Strand gehen."

Diese Message habe man jedoch gar nicht im Sinn gehabt, entschuldigte sich der Fashion-Retailer nun im Eiltempo: „Es tut uns leid, wenn wir irgendjemanden verärgert haben. Es war nicht unsere Absicht, ein bestimmes Ideal zu zeigen oder zu gefährlichem Verhalten zu motivieren. Wir wollten, im Gegenteil, nur unsere neue Sommer-Kollektion bewerben."

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Wird H&M die Kampagne für ihre „Beach Sensation"-Kollektion nun also zurückziehen? So weit geht das Verständnis für die Bedenkenträger innerhalb des schwedischen Konzerns dann doch nicht.

Immerhin werde man die Kritik „intern und im Hinblick auf künftige Kampagnen weiter diskutieren." Hoffen wir also, dass nicht nur gebranntes Kind die Sonne scheut — sondern in Zukunft auch das Fashion-Kaufhaus mit seinen internationalen Kampagnen.

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