Teesorten und ihre Wirkung

Zu keiner Zeit wußte man so viel über Tee und seine Wirkungsweise wie heute. Teesorten aus Indien, Sri Lanka, China, Südamerika und Afrika haben Konjunktur, Teeläden und Online-Shops boomen. Unzählige neue Sorten werden angeboten, oder stehen - ganz nach dem persönlichen Geschmack - zum mischen bereit. Etwas 26 Liter Tee trinkt jeder Detusche im Jahr - Tendenz steigend. Wir verraten Ihnen hier, welche Wirkung Ihr Lieblings-Tee hat.

Die Deutschen lieben Tee in allen Variationen (Bild: Thinkstock)Die Deutschen lieben Tee in allen Variationen (Bild: Thinkstock)

Schwarzer Tee: Verringert das Herzinfarkt-Risiko
Der beliebteste Tee in Deutschland ist der schwarze Tee. Ein Grund dafür ist seine Vielseitigkeit: Die einen trinken ihn gerne pur, die anderen lieben ihn süß mit Milch oder Sahne. Auch durch die Art der Zubereitung lassen sich verschiedene Aromen und Wirkungen erzielen: Zieht der Schwarz-Tee kurz, kommt der Koffeingehalt des Tees zur Wirkung und Sie können sich besser konzentrieren. Im Vergleich zu Kaffee ist die Wirkung des Tee-Koffeins allerdings sanfter. Zieht der Tee länger, verringert sich der Koffeinanteil. Der Grund: Durch die längere Ziehzeit entstehen im Teeaufguss Gerbstoffe. Sie binden das Koffein und der Körper kann es nicht mehr so leicht aufnehmen.

Auch unter gesundheitlichen Aspekten hat der Lieblingstee der Deutschen einiges zu bieten: Verschiedene wissenschaftliche Studien haben bestätigt, dass schwarzer Tee die Herzleistung steigert. Während Sie also regelmäßig Ihren Tee genießen, beugen Sie ganz nebenbei Herzerkrankungen vor. Ebenfalls wissenschaftlich belegt: Wer schwarzen Tee trinkt, senkt sein Karies-Risiko. Die im Schwarztee enthaltenen Inhaltsstoffe Mangan, Kalium, Vitamin B und Fluorid können die Entstehung säurebildender Bakterien im Zahnbelag verhindern.

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Grüner Tee: Senkt den Blutdruck
Ein sehr gesunder Tee ist der Grüne Tee. Bei der Zubereitung müssen Sie allerdings darauf achten, dass der Tee nicht zu bitter wird. Das passiert schnell, wenn das Wasser beim Überbrühen zu heiß ist, der Tee zu lange zieht oder überdosiert ist. Von herb-kräftigen bis  hin zu blumig-leichten Sorten gibt es eine große Auswahl. Grünen Tee können Sie übrigens bis zu vier Mal aufgießen, ohne dass er seinen Geschmack verliert.

Ursprünglich kommt der grüne Tee aus China und gilt dort als Heilmittel. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass Grüner Tee gegen Bluthochdruck, Durchfall, Erkältungsbeschwerden, Zinkmangel und Hautalterung wirkt. Wer mit grünem Tee regelmäßig den Mund ausspült, bekämpft Mundgeruch, ein tägliches Fußbad aus Grüntee- und Salbeiblättern wirkt gegen Fußpilz.

Rooibos-Tee: Hält das Älterwerden auf
Die Heimat des Rooibos-Tees ist Südafrika. Dort wird das Aufgussgetränk schon seit Jahrhunderten konsumiert. Rooibos-Tee können Sie mit Milch oder Zitrone verfeinern oder kalt mit Fruchtsäften zu einem leckeren Punsch mixen. Da dieser Tee kein Koffein und kaum Gerbstoffe enthält, können Sie ihn ohne Probleme in großen Mengen trinken. Auch für Kleinkinder oder Menschen mit empfindlichem Magen ist er ideal.

Der Rotbuschtee enthält eine optimale Zusammensetzung an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Natrium, Kalium, Magnesium, Fluor, Vitamin C, Calcium, Eisen, Kupfer, Zink und Mangan. Diese Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf Nerven, Haut, Haare, Nägel, Zähne und Knochen aus. Angeblich können die antioxidativ wirkenden Flavonoide im Tee sogar Alterungsprozesse und degenerative Erkrankungen verzögern.

Oolong Tee: Fördert die Fettverbrennung
Der Oolong Tee kommt aus China und ist dort auch überaus beliebt. Auch bei uns ist der natürliche Muntermacher auf dem Vormarsch. Das Aroma des Oolong Tees liegt zwischen grünem und schwarzem Tee und wird als mild, blumig und aromatisch beschrieben.

Dieser Tee ist ein richtiger Fettkiller! Der Inhaltsstoff Saponine hemmt die Fettaufspaltung in der Bauchspeicheldrüse. Der Effekt: Ein Teil des Fettes wird unverdaut wieder ausgeschieden. Das ebenfalls im Tee enthaltene Koffein kurbelt zusätzlich die Fettverbrennung an. Mehrere Studien bestätigen den großen Einfluss des Tees auf den Fettstoffwechsel.  Tipp: Mischen Sie Oolong Tee mit Jasmintee, das schmeckt nicht nur besser, in Kombination mit dem Jasmintee bremsen Sie zusätzlich Ihren Heißhunger auf Süßes.

Arbeiter auf einer Teeplantage (Foto: Thinkstock)Arbeiter auf einer Teeplantage (Foto: Thinkstock)

Mate Tee: Besonders gut für Sportler
Mate Tee ist ein typisch südamerikanisches Getränk und aus dem Alltag in Argentinien, Brasilien, Uruguay oder Paraguay nicht mehr wegzudenken. Auch in Europa wird Mate Tee immer beliebter.

Wenn Sie sehr sportlich sind, ist dieser Tee ideal für Sie: Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Mineralstoffzusammensetzung der Blätter des Matestrauchs große Ähnlichkeit mit dem menschlichen Schweiß hat. Das macht den Mate Tee zum besten natürlichen isotonischen Getränk, weil er die mit dem Schweiß verloren gegangenen Mineralien perfekt ersetzen kann.

Darüber hinaus setzt die südamerikanische Volksmedizin Mate als Heilkraut für allerlei Beschwerden wie z.B. Körperliche und geistige Erschöpfung, Blutarmut, Entzündungen, Arteriosklerose und Gicht ein.

Chai-Tee: Steigert die Freude

Der Chai Tee ist bei uns längst zum Trendgetränk avanciert. Was in deutschen Teeläden als „Chai" verkauft  wird, ist „Masala Chai", ein indischer Gewürztee aus Kardamon, Zimt, Ingwer, Nelken und Pfeffer, manchmal auch mit zusätzlichen Zutaten wie Kakaoschale, Lakritz oder Muskat. Hauptbestandteile sind außerdem Milch und schwarzer Tee. Ganz wichtig: Der Chai-Tee wird süß getrunken und deshalb mit Honig, weißem oder braunem Zucker, Karamellzucker oder Sirup verfeinert. In vielen Cafés und Bars gibt es den Chai-Latte — zubereitet aus Instant Chaipulver und aufgeschäumter Milch.

Die positive Wirkung, die dieser Tee auf Gesundheit und Wohlbefinden hat, geht auf die Erkenntnisse der Ayurveda-Lehre zurück. Laut der traditionellen indischen Heilkunst fördert Kardamom die Verdauung und lindert Erkältungskrankheiten, Ingwer löst Krämpfe und stärkt das Immunsystem und Zimt desinfiziert, durchblutet und wirkt stimmungsaufhellend.

Ingwertee: Kurbelt den Stoffwechsel an

Wer bewusst auf seine Gesundheit achtet, greift gerne zu  Ingwertee. Dabei ist der Tee aus einer frischen Ingwerwurzel um ein Vielfaches wirkungsvoller als Ingwertee im Beutel. Gießen Sie auf zwei, drei dünne Ingwerscheiben 200 ml heißes Wasser. Je nach gewünschter Intensität können Sie den Tee bis zu 15 Minuten ziehen lassen. Mit Zitronensaft oder Honig lässt sich Ihr Lieblingstee verfeinern.

Der frisch zubereitete Ingwertee enthält viele wertvolle Vitamine und Mineralien wie z.B. Eisen, Kalium und Kalzium. Gegen Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden wirken die Scharfstoffe Gingerole und Shoagole, zusammen mit ätherischen Ölen und Diarylheptanoide. Außerdem stärkt Ingwertee das Immunsystem und hilft bei Erkältungskrankheiten. Wenn Sie eine Tasse Ingwertee nach einer Mahlzeit trinken, regen Sie zudem den Stoffwechsel an und können dadurch eine Diät wirkungsvoll unterstützen.

Zusätzliches Plus für Frauen: Ingwer wirkt entkrampfend und hilft deshalb bei Menstruationsbeschwerden.

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Yogi Tee: Keine Chance für Stress
Yogi-Tee kommt ursprünglich aus Indien und ist der geschützte Markenname für „ayurvedischen Gewürztee". Benannt wurde er nach dem Yoga-Lehrer Yogi Bhajan (1929—2004). Seine Originalmischung existiert noch immer und besteht aus schwarzem Pfeffer, Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken. Inzwischen gibt es über 50 verschiedene Teemischungen für jede Gemütslage.

Wenn Sie Entspannung und inneren Frieden suchen, sind Sie mit der sanft schmeckenden Sorte „Jasmine" gut beraten. Gute Laune und Energie verspricht die Mischung „Grüne Energie". Sie enthält Kombucha und Guarana mit biologisch angebauten Grüntees und natürlichen Fruchtaromen.