So nutzen Sie den Tag perfekt

Angeblich verbringen wir im Durchschnitt etwa 4000 Stunden unseres Leben vor roten Ampeln, warten circa 2000 Stunden auf öffentliche Verkehrsmittel und 1000 Stunden sehen wir einem Ladebalken auf Laptop oder Computer beim Laden zu. Wenn man dann bedenkt, dass wir im Durchschnitt 25 Jahre schlafen, acht Jahre arbeiten und etwa dreieinhalb Jahre mit Essen und Trinken verbringen, stellt sich schnell das Gefühl ein, das verbleibende Restleben so angenehm und sinnvoll wie möglich zu gestalten. Tipps für Tage ohne unnötige Wartezeiten.

Warten war gestern. Mit Ihrer Zeit können Sie Besseres anfangen (Bild: Thinkstock)Warten war gestern. Mit Ihrer Zeit können Sie Besseres anfangen (Bild: Thinkstock)

Typische Zeitfallen und wie man sie vermeidet
Im Schnitt suchen wir pro Tag eine Stunde nach Schlüsseln, Handys, Taschentüchern, Geschenkband, Accessoires und ähnlichem. Gewappnet ist, wer sich feste Gewohnheiten antrainiert und für alles einen festen Platz schafft. Billige und schlechte Utensilien kostet Sie ebenfalls ungerechtfertigt viel Zeit und Nerven. Kaufen Sie lieber qualitativ hochwertige Gebrauchsgegenstände, die zuverlässig Ihren Dienst verrichten, angefangen vom Dosenöffner bis zum Staubsauger, das zahlt sich auf die Dauer aus. Noch ein großer Zeitkiller sind Verschleißteile: Batterien, Lampen, lose Türgriffe, quietschende Türen. Bevor Sie sich lange fragen, wen Sie bitten, Ihnen zu helfen oder wann Sie etwas gegen den Verschleiß tun wollen, gehen Sie es direkt an  — viele Dinge sind erledigt, bevor Sie mit Ihren Gedanken dazu auf den Punkt gekommen sind.

Unterbrechungen vermeiden
Für Arbeiten, die sie konzentriert ausführen wollen gilt:  Vermeiden Sie Unterbrechungen. Sonst müssen Sie sich jedes Mal neu in die Materie einarbeiten. Werden Sie trotzdem gestört, sagen Sie dem Störenfried freundlich aber bestimmt, dass Sie jetzt keine Zeit haben und machen Sie einen anderen Zeitpunkt aus. Telefon und Handy bleiben für den Moment ihrer Konzentration unbeantwortet, am besten kündigen Sie vorher an, dass Sie eine Stunde Ruhe brauchen - ungestört schaffen Sie deutlich mehr.

Qualitätszeiten einplanen
Was immer Sie gerne tun, nehmen Sie sich Zeit dafür vor, als würden Sie einen Termin mit sich selbst ausmachen. Blocken Sie sich den Termin und tragen Sie ihn in Ihren Kalender ein. Die frühen Morgenstunden, der Abend und das Wochenende eigenen sich dazu. Laden Sie sich in die Sauna, zum Sport oder zur Lesestunde ein. Nichts von den Dingen, sollte mit Ihrem Berufsalltag zu tun haben. Behandeln Sie die Einhaltung des Termins so, als hätten Sie ein Date mit einer anderen Person.

Tagesform und Formtiefs
Kalkulieren Sie Ihre persönlichen Hoch-Zeiten ein. Schon klar: Wenn Sie früher aufgestanden sind, können Sie damit rechnen abends früher müde zu werden. Aber jeder Mensch tickt anders, die einen sind tagsüber fitter, andere kommen erst abends so richtig in die Gänge. Legen Sie sich Ihre wichtigsten Aufgaben in Ihre persönlichen Leistungsspitzen. Routinearbeiten erledigt man auch ohne topfit zu sein mit links. So können Sie Ihre Bestform optimal nutzen.

Zeitlimits setzen und einhalten
Sie wollen vielleicht eine Kiste mit alten Fotos, Postkarten und Briefen aufräumen. Nehmen Sie sich für die Aufgabe, die Sie erledigen wollen z.B. eine halbe Stunde vor und halten Sie sich konsequent daran. Wenn Sie erst anfangen in alten Zeiten zu schwelgen, werden Sie sich verzetteln und brauchen den ganzen Abend, statt der angesetzten halben Stunde. Wenn Sie in den Bildern schwelgen wollen, nehmen Sie sich die aufgeräumte Kiste in ihrer Qualitätszeit vor. So ist die Aufgabe erledigt und der Genuss perfekt. Interessant: Wir brauchen erstaunlicher Weise für die meisten Dinge genau so viel Zeit wie wir haben. Das kann man gut beobachten, wenn man etwa in Inventurzeiten das Tagesgeschäft neben der Inventur in der verbleibenden kürzeren Zeit trotzdem bewältigt. Die Begründung: Wir arbeiten konzentrierter und fokussierter auf die konkrete Aufgabe hin und lassen uns weniger ablenken. Ein positiver Nebeneffekt, den man sich zur Gewohnheit machen kann.

Große Aufgaben sinnvoll einteilen
Ein Berg Arbeit liegt vor Ihnen. Bevor Sie jetzt gleich die Segel  streichen und womöglich gar nicht erst anfangen, hier ein Tipp, wie man große Aufgaben sinnvoll unterteilt. Sie fragen sich, aus welchen einzelnen Tätigkeiten oder Teilschritten die jeweilige Aufgabe besteht. Notieren Sie sich die Einzelaufgaben und erledigen Sie diese Schritt für Schritt, bis Sie den ganzen Berg abgearbeitet haben.

Aufgaben nicht vor sich herschieben
Klassiker sind die anstehende Steuererklärung, oder das Verfassen eines Berichts, ein unangenehmes Gespräch, ein Zahnarztbesuch. Anstatt die Dinge hinter sich zu bringen, neigt man dazu, die Themen bis auf den letzten Drücker vor sich herzuschieben. Doppelt unangenehm: Zum Stress gesellen sich Selbstvorwürfe, weil man sehr genau weiß, dass man sich das Dilemma hätte ersparen können, hätte man nur früher damit angefangen. Das Gegenmittel: Klein starten. Wenn Sie Ihre Steuererklärung vor sich herschieben, könnten Sie damit anfangen, die Belege zu sortieren. Wenn Sie das Schreiben eines Berichtes aufschieben, sammeln Sie erst nur Stichworte für den Inhalt. Beim unangenehmen Gespräch denken Sie über Argumente und Gründe nach, die sie platzieren wollen. Wenn Sie zum Zahnarzt müssen, machen Sie einen Termin aus.

Entscheidungen aktiv treffen
Entscheiden Sie sich dazu, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Man sagt zwar, keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Aber in Wahrheit ist keine Entscheidung eine Entscheidung dafür, dass früher oder später andere für Sie entscheiden. Lassen Sie sich das nicht nehmen — es ist schließlich Ihre Zeit.