Hereinspaziert: Was die Wohnung über einen Menschen verrät

Zeig' mir, wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist? Ganz so simpel ist es zwar nicht, dennoch kann die Wohnung eines Menschen einige Rückschlüsse auf seinen Charakter zulassen. Dass sich in der Einrichtung der eigenen vier Wände unsere Persönlichkeit widerspiegelt, davon sind auch Experten, wie beispielsweise der Wohnpsychologe Uwe Linke überzeugt. Minimalistischer Purismus oder traditionelle Erbstücke, Kunstwerke oder Familienfotos an der Wand: Die Gestaltung der Wohnung kann viel darüber aussagen, wie wir sind — oder wie wir sein wollen. In seinen Büchern "Die Psychologie des Wohnens" und "Single-Frau wählt Single-Mann: …und schaut sich seine Wohnung an" (Nymphenburger Verlag) zeigt Uwe Linke auf, was wir aus dem Wohn- und Lebensraum eines Menschen ablesen können — und vor allem wo...Wer sich mit vielen Fotos seiner Liebsten umgibt, ist zumeist sehr emotional (Bild: ddp images)Wer sich mit vielen Fotos seiner Liebsten umgibt, ist zumeist sehr emotional (Bild: ddp images)

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Dekoration
Dekorationselemente können dem Besucher zuweilen bereits einen ersten Eindruck vermitteln, wie der Bewohner gestrickt sein könnte: Ist die Wohnung eines eher extrovertierten, geselligen Menschen eher dadurch gekennzeichnet, dass überall persönliche Andenken oder Erinnerungen stehen, liegen oder hängen, ist das Refugium einer überwiegend introvertierten Persönlichkeit eher minimalistisch und ohne viel persönlichen Klimbim eingerichtet.

Bilder
In seinem literarischen Erstlingswerk "Die Psychologie des Wohnens" verweist Uwe Linke auch auf die Aussagekraft von Bildern, die die berühmten vier Wände zieren. Wer seine Wohnung mit auffallend vielen Fotos von Familie und Freunden ausstaffiert hat, ist höchstwahrscheinlich ein sehr emotionaler Mensch, der sich gern mit Erinnerungen umgibt. Viele Fotos der eigenen Person hingegen können mitunter auf narzisstische Tendenzen schließen lassen.

Bücherregal
Für nicht wenige Menschen kann auch die Ausstattung des Bücherregals identitätsstiftend sein — oder aber auch dazu dienen, ein bestimmtes Bild der eigenen Person zu vermitteln. Dies kann auch der Psychologe Samuel Gosling bestätigen, der für das 2008 erschienene Buch "Snoop: What Your Stuff Says About You" (Basic Books) ebenfalls zum Zusammenhang zwischen Wohnen und Persönlichkeit geforscht hat. Doch ist jemand, der sämtliche literarische Klassiker oder Kunstbände im Regal stehen hat, tatsächlich auch ein versierter Kenner der schönen Künste? Erwecken die meisten Bücher den Eindruck, als wären sie noch ungelesen, ist der Verdacht einer eher imagebildenden Maßnahme näher liegend als aufrichtiges Interesse am Thema.

Farbenlehre
Dass Farben unsere Stimmung beeinflussen können, ist bekannt. So spricht man beispielsweise Rot eine aktivierende, Grün und Blau hingegen eine eher beruhigende Wirkung zu. Tritt eine Farbe konzentriert auf — beispielsweise bei Möbeln, Bettwäsche, Vorhängen oder Geschirr — kann die Farbwahl durchaus Rückschlüsse auf das Wesen des Bewohners zulassen, wie auch Uwe Linke festgestellt hat. Viele Orangetöne können für Lebensfreude stehen, aber auch eine Sehnsucht nach Kommunikation und Wärme ausdrücken. Dominieren eher kühle Farben, wie Grün oder Blau, kann dies den Wunsch nach Ruhe und Erholung symbolisieren, während Brauntöne auf ein Bedürfnis nach Sicherheit und Natürlichkeit schließen lassen können.

Wiederkehrende Farben in der Wohnung können Einiges über den Bewohner verraten (Bild: ddp images)Wiederkehrende Farben in der Wohnung können Einiges über den Bewohner verraten (Bild: ddp images)

Plattenschrank

Nicht nur der literarische, auch der musikalische Geschmack eines Menschen kann sehr aufschlussreich sein. Wie das Team um den Psychologen Samuel Gosling herausgefunden hat, sollen insbesondere Liebhaber von Jazz-Musik ein für neue Erfahrungen sehr aufgeschlossenes Wesen haben. Laut der Forscher könne die Erklärung dafür in der Komplexität dieses musikalischen Genres liegen. Wer sich darauf einlasse, sei auf der Suche nach neuen intellektuellen Impulsen.

Dennoch: Vor einer vorschnellen Kategorisierung sei abschließend gewarnt. Auch wenn das Zuhause eines Menschen durchaus Aufschluss über seine Charaktereigenschaften und Wesenszüge geben kann, sollte die Einschätzung einer Person nicht ausschließlich auf die Einrichtung seines Wohnraumes gestützt sein. Sicher, Bilder, Möbel und Farben können interessante Indizien dafür liefern, mit wem wir es zu tun haben — doch jeder Bewohner ist immer auch viel mehr als nur die Summe seines Wohnungsinventars.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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