So blüht das Beet schön bunt

Im Herbst waren Sie ein fleißiges Lieschen und haben unzählige Samen gesät und neue Stauden gepflanzt, doch jetzt bleibt der erhoffte Blumen- und Erntesegen aus! Im Beet tun sich große Lücken auf, viele Samen keimen nicht, andere Pflanzen hingegen wuchern und breiten sich unkontrolliert aus. So haben Sie sich das Ergebnis Ihrer herbstlichen Gartenarbeit sicher nicht vorgestellt.

Am besten Sie krempeln die Ärmel noch einmal hoch und rücken Ihren Problemen im Gartenbeet mit unseren Tipps zu Leibe.

Keine Probleme im Gartenbeet (Foto: Thinkstock)Keine Probleme im Blumenbeet (Foto: Thinkstock)

Haben Sie Löcher und Lücken im Blumenbeet?
Ein Beet ist immer lebendig. Es ist also ganz normal, dass es sich im Laufe der Jahre durch das Wachstum der Pflanzen verändert. Manche Stauden werden größer und kräftiger und breiten sich aus, andere ziehen sich dann naturgemäß zurück. Vielleicht haben Sie aber auch kurzlebige Pflanzen gekauft oder den Wachstumsrhythmus nicht beachtet? Auch Frostschäden und Wühlmäuse können die Blumenpracht beeinträchtigen.

Die folgenden und viele anderen Gartentipps finden Sie im aktuellen Buch „Der Garten-Coach" von Stiftung Warentest.

Ursache 1: Zweijährige Pflanzen
Vielleicht haben Sie in Ihrem Beet Königskerzen, Fingerhut oder andere Blumen gepflanzt, die einen zweijährigen Wachstumsrhythmus haben. Diese Pflanzen bilden im ersten Jahr nach der Aussaat im Frühjahr nur eine sogenannte Blattrosette. Erst im zweiten Jahr entwickelt sich daraus der Blütentrieb. Danach stirbt die Pflanze komplett ab.

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Lösung: Achten Sie in Zukunft beim Kauf des Blumensamens unbedingt auf den Wachstumsrhythmus der Blumen. Pflanzen Sie jedes Jahr neue „Zweijährige" und legen Sie Ihr Beet so an, dass jährlich ein Teil der Pflanzen blüht, während eine andere Generation für die Blüte im Folgejahr heranwächst. In unmittelbarer Nachbarschaft der zweijährigen Pflanzen sollten Sie auch immer Blumen und Stauden pflanzen, die jedes Jahr blühen.

Ursache 2: Frostschäden
Leider kommen auch nicht immer alle Pflanzen heil durch den Winter. Besonders frostempfindlich sind zum Beispiel Lavendel, Prachtkerze und Verbenen. Wenn diese Blumen im Winter erfroren sind, bleibt im Frühling und Sommer natürlich eine Lücke im Blumenbeet.

Lösung: Setzen Sie jetzt am besten schnellwachsende Sommerblumen in die Lücken Ihres Beetes, z.B. Kosmeen, Ringelblumen und Jungfern im Grünen. Im Herbst können Sie dann für den nächsten Frühling wieder nachpflanzen.

Kosmeen: Die schnell wachsenden Sommerblumen schließen Lücken im Blumenbeet (Foto: Thinkstock)Kosmeen schließen Lücken im Blumenbeet schnell (Foto: Thinkstock)

Ursache 3: Wühlmäuse
Wenn Pflanzen einsacken oder regelrecht verschwinden ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass Wühlmäuse am Werk sind. Sie zernagen die Pflänzchen oder ziehen sie ganz in ihre unterirdischen Gänge.

Lösung: Bevor Sie neu pflanzen, müssen Sie erst die lästigen Nager vertreiben. Das funktioniert mit saurer, gestockter Milch. Schütten Sie die Milch in die Gänge der Wühlmäuse. Der Geruch ist für die Tiere so unangenehm, dass sie schnell das Weite suchen.

Keimen Ihre Blumen- und Gemüsesamen nicht?
Wenn Sie Ihre Pflanzen selber ziehen, schielen Sie sicher täglich erwartungsfroh in Ihre Anzuchtschale. Wenn sich nach Tagen und Wochen immer noch kein Keimling zeigt oder statt der erwarteten hundert nur ein paar vereinzelte grüne Mini-Pflänzchen aus der Erde hervor gucken, dann ist die Enttäuschung groß.

Wenn Samen nicht keimen, kann das verschiedene Ursachen haben:

Ursache 1: Zu alt
Vielleicht lagen die Tütchen mit den Blumen- oder Gemüsesamen schon seit letztem Frühjahr im Keller? Viele Samen verlieren schon nach kurzer Zeit ihre Keimfähigkeit. Wenn Sie diese Samen trotzdem einsetzen, keimt - wenn überhaupt - nur ein Bruchteil.

Ursache 2: Falsche Lagerung
Pflanzensamen müssen grundsätzlich kühl und trocken gelagert werden. Wurde das Saatgut zu warm oder sogar zu feucht gelagert, können sich Pilzkrankheiten ausbreiten, die den Samen schädigen. Saatgut, das muffig oder nach Schimmel riecht, können Sie nur noch wegwerfen.

Ursache 3: Unpassende Lichtverhältnisse
Manche Samen keimen nur, wenn es dunkel ist. Typische Dunkelkeimer sind Eisenhut, Lupinen, Petunie, Stiefmütterchen oder Veilchen. Sie müssen nach der Aussaat mit einer dünnen Substrat- oder Sandschicht überstreut oder mit einer Pappe abgedeckt werden.

Entsprechend gibt es auch Lichtkeimer. Typische Lichtkeimer sind Roter Fingerhut, Fleißiges Lieschen, Glockenblume oder Sonnenhut. Diese Samen keimen wiederum nur, wenn sie genügend Licht bekommen.

Mit ein paar Tipps ziehen Sie erfolgreich eigene Keimlinge (Foto: Thinkstock)Gewusst wie: Keimlinge selbst ziehen (Foto: Thinkstock)

Ursache 4: Zu kalt
Ein Grund für unregelmäßiges Keimen sind häufig zu niedrige Temperaturen. Jede Pflanzenart hat einen bestimmten Temperaturbereich, bei dem die Samen am besten keimen. Achten Sie auf die Angaben auf der Samentüte.

Ursache 5: Zu trocken oder zu nass
Samen brauchen Feuchtigkeit, damit die harte Samenschale aufgeweicht werden kann. Nur so kann die Keimwurzel die Schale durchbrechen. Sobald der Samen austrocknet, kann die empfindliche Keimwurzel geschädigt werden und der Sämling entwickelt sich nicht mehr weiter.

Aber auch zu viel Feuchtigkeit ist schädlich. Bei zu viel Nässe können die zarten Keimwurzeln von Pilzen befallen werden. Es kann auch sein, dass der Samen verfault, weil er in der nassen Erde nicht genug Sauerstoff bekommt.

Lösung: Am besten Sie kaufen sich neuen Samen und lesen die Angaben auf dem Samentütchen aufmerksam durch, dann können Sie die ersten drei Fehler schon einmal umgehen. Jetzt müssen Sie nach der Aussaat nur noch auf die perfekte Temperatur und Wässerung achten, dann sollte nichts mehr schief gehen.

Gibt es wuchernde Pflanzen in Ihrem Gartenbeet?
Sie haben alles so schön geplant, doch jetzt halten sich einige Pflanzen nicht an die Spielregeln Ihrer Gartengestaltung. Sie wuchern extrem und bleiben partout nicht an den Stellen im Beet, die Sie ihnen zugedacht haben!

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Ursache: Bestimmte Pflanzenarten
Es gibt Pflanzen, die sich durch Ausläufer extrem ausbreiten können. Dazu  gehören u.a. Astern, viele Glockenblumen, Walderdbeeren und Veilchen. Sie „wandern" regelrecht durch das Beet und können dabei oft kleinere und weniger wuchskräftige Pflanzen überwachsen und regelrecht ersticken.

Andere Blumenpflanzen wie z.B. Fingerhut oder Königskerze verbreiten ihren Samen, der zudem besonders leicht keimt, sehr stark.

Astern bilden kräftige Ausläufer und wuchern dann im Blumenbeet (Foto: Thinkstock)Astern breiten sich schnell aus (Foto: Thinkstock)

Lösung: Ihre einzige Chance die Wucherpflanzen unter Kontrolle zu bringen ist es, wenn Sie bei Stauden und Gehölzen die Ausläufer regelmäßig abstechen und entfernen.

Innerhalb eines eingewachsenen Blumenbeetes wird das allerdings schwierig: Oft sind die Pflanzen so ineinander gewachsen, dass man die Ausläufer nicht einzeln großzügig ausgraben kann. Leider hilft es auch nichts, wenn Sie die Ausläufer an der Stelle, an der sie aus der Erde kommen abschneiden oder ausstechen. Schnell wird der unterirdische Ausläufer seitlich wieder neue Triebe bilden.

Die einzige Lösung ist, die Pflanzen schon im Gartenfachhandel sorgfältig auszuwählen und sich noch vor dem Kauf über die besonderen Wachstumseigenschaften der Setzlinge und Stauden zu informieren.


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