Vorsorge: Kleiner Aufwand – große Wirkung

Check-up beim Arzt (Bild: Thinkstock)Check-up beim Arzt (Bild: Thinkstock)

Wer geht schon gerne zum Arzt, noch dazu, wenn man völlig gesund ist? Doch genau so läufts bei der Vorsorge-Untersuchung. Aber: Die kleine Überwindung lohnt sich, denn werden Krankheiten in einem frühen Stadium erkannt, ist oft noch Heilung in Sicht. Die folgenden Untersuchungen sind wärmstens emphohlen, zumal die Kosten dafür vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Der Teenager-TÜV

Auch und gerade für Jugendliche ist Vorsorge besonders wichtig: J1 heißt die entsprechende Untersuchung zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr. Gecheckt wird der körperliche und seelische Zustand der Teenager, überprüft werden Größe, Gewicht, Blut, Harn, Blutdruck, der Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktion. Gibt es zum Beispiel eine Neigung zu Übergewicht, kann jetzt noch gegengesteuert werden und spätere Krankheiten haben so erst gar keine Chance. Darüber hinaus werden bei der Untersuchung neben familiären und schulischen Problemen auch Themen wie Ess-Störungen, Drogen-, Alkohol-Missbrauch oder Verhütung angesprochen.

Routine-Check beim Arzt — Diese Fragen sollten Sie stellen:

Gegen diese Krankheiten kann geimpft werden

Wann haben Sie das letzte Mal ihren Impfpass in der Hand gehabt? Wer nicht viel reist wird im Erwachsenenleben selten daran erinnert, seine Impfungen aufzufrischen. Dabei können viele Krankheiten durch eine Impfung verhindert werden und nicht mehr gut zu machende Schäden verhindert werden. Empfehlungen gibt die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts heraus:  Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Keuchhusten (Pertussis), Hämophilus influenzae b (Hib), Kinderlähmung (Polio), Hepatitis B, Masern, Mumps („Ziegenpeter"), Röteln, Windpocken, Influenza (Grippe), Pneumokokken und Humane Papillomaviren (HPV) stehen auf der Liste.

Vorsorge- und Früherkennung für Frauen

Ab dem 20 Lebensjahr sollten sich Frauen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und Krebserkrankungen des Genitales zum Frauenarzt begeben. Mit einem Abstrich lassen sich die Zellen problemlos unter dem Mikroskop untersuchen und das ganze Prozedere dauert keine fünf Minuten. Mit 30 Jahren sollte der Frauenarzt  zusätzlich die Brustdrüsen und die Lymphknoten in den Achselhöhlen abtasten, sowie eine Anleitung zur Selbstuntersuchung geben.

Ab dem 35 Lebensjahr sollten Sie alle zwei Jahre zwei zusätzliche Untersuchungen einplanen. Beim sogenannten Check-up 35  geht es einmal um die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen  und die Früherkennung von Hautkrebs, die bei einem Muttermal-Screening untersucht werden.

Frauen ab 50 Jahren sollten jährlich zur Darmkrebs-Vorsorge gehen und zweijährig einen Brustkrebs-Check machen.

Vorsorge- und Früherkennung für Männer

Männer starten ihr Vorsorge-Programm spätestens mit 35 Jahren. Dann sollten sie zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen zweijährlich zum Check-up beim Arzt erscheinen. Gleiches gilt für das Haut-Screening, dass beim Hautarzt gemacht wird.  Ab dem 45 Lebensjahr sollten Männer jährlich zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane beim Urologen vorsprechen. Ab 50 Jahren ist zusätzlich jährlich die Darmkrebsvorsorge sehr zu empfehlen. Nach weiteren 10 Jahren sollte spätestens eine Koloskopie (Darmspiegelung) gemacht werden.

Tipp: Machen Sie bei einem Vorsorgetermin gleich den nächsten Termin (in einem oder in zwei Jahren) aus und vereinbaren Sie mit der Sprechstundenhilfe, dass Sie z.B. einen Monat vor dem neuen Termin erinnert werden wollen. So entstehen keine Lücken in der Vorsorge-Planung.

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