Schönheitsideale im Wandel der Zeit

Zumba, Spinning oder Yogilates — es gibt mittlerweile eine Vielzahl schweißtreibender Möglichkeiten, den überflüssigen Pfunden den Kampf anzusagen. Egal, für welche Trendsportart man sich auch entscheidet, zu ihr getrieben wird man meist aus nur einem Grund: dem Bedürfnis, sich fit, gesund und vor allem schön zu fühlen. Schlanke Hüften, wie sie bisweilen auch die Werbe- und Modeindustrie propagiert, waren jedoch nicht immer das angesagte Schönheitsideal, wie dieser Überblick offenbart.
Ist das die perfekte Frauenfigur? (Bild: Thinkstock)Ist das die perfekte Frauenfigur? (Bild: Thinkstock)

„Gebärfreudiges Becken"

Eine nur elf Zentimeter große Kalksteinfigur gilt als eines der ältesten überlieferten Schönheitsideale dieser Erde: die Venus von Willendorf. Vor über 100 Jahren entdeckten Archäologen die dralle Dame bei Ausgrabungen in der Wachau. Die Merkmale der schätzungsweise 25.000 v. Christus entstandenen Skulptur: große Brüste, dicker Bauch, ausladender Hintern. Auch heute würde man der Unbekannten ein „gebärfreudiges Becken" attestieren — und genau das ist der springende Punkt: Die üppigen Formen der Venus galten zu ihrer Zeit als Inbegriff der Fruchtbarkeit.

Die „klassische Schönheit"

Schon die Griechen legten viel Wert auf ihr Äußeres: Baden, Ölen, Parfümieren stand in Hellas auf der Tagesordnung. Für eine hellere Haut griff man gerne in den Chemiekasten und nahm dafür sogar gesundheitsschädigende Nebenwirkungen in Kauf. Zudem wurde auf die richtigen Proportionen geachtet: Die Venus von Milo etwa gilt mit ihrem harmonisch geformten Körper als „klassische Schönheit" schlechthin.

Mal zierlich, mal üppig

Die ideale Figur des Mittelalters war weit weniger durchtrainiert und wohlproportioniert als in der Antike. Man(n) bevorzugte schlanke, fast knabenhafte Frauen mit kleiner Oberweite. Während der Renaissance galten Damen wie die Adlige Lucrezia Panciatichi als optisches Ideal, der Barockmaler Peter Paul Rubens prägte schließlich das Bild der nach ihm benannten üppigen Rubensfiguren. Eine Erfindung sorgte jedoch dafür, dass die weiblichen Körperformen nicht allzu sehr in Wallung gerieten: das Korsett.

Wie eine Sanduhr

Im 19. Jahrhundert wurden Taille und Brust nach wie vor sehr eng geschnürt, um die dem damaligen Schönheitsideal entsprechende Sanduhrform zu erreichen. Viele Damen ließen sich auch nicht von Ohnmachtsanfällen oder im schlimmsten Fall Deformationen der inneren Organe abschrecken. Es sollte noch einige Jahrzehnte dauern, ehe die gesundheitsschädigenden Gefahren des Korsetts erkannt wurden und es als Symbol für die Unfreiheit der Frau in die Kritik geriet.

Gefährlicher Trend

Ob gertenschlank oder wohlgenährt: Schönheitsideale unterliegen einem steten Wandel. Kaum wurde die weibliche Marilyn Monroe vergöttert, lobte man die androgyne Twiggy in den Himmel. Gerade die Werbe- und Modeindustrie scheint einen enormen Druck auf junge Mädchen und Frauen auszuüben, doch der Wunsch, eine „Size Zero" zu tragen, mündet nicht selten in Magersucht. Als selbstbewusstes Vorbild geht hier die dralle Gossip-Frontfrau Beth Ditto voran: Für Modezar Karl Lagerfeld gilt die Sängerin zwar als „Wuchtbrumme", doch macht sie vielen Menschen Mut, sich nicht auf Äußerlichkeiten reduzieren zu lassen und heutigen Schönheitsidealen den Mittelfinger zu zeigen.
Das Geheimnis der perfekten Figur:

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