So feiern andere Länder Weihnachten

Nicht alle Länder begehen am 24. Dezember den Weihnachtsabend, aber es wird überall auf der Welt gefeiert, gut gegessen und mit Freude geschenkt. Welche Kinder hoffen auf die Güte der Hexe La Befana, welche Kinder glauben an Santa Claus oder Frosty, den Schneemann? Wer wünscht sich "Gledileg Jol" und wer hat es mit Kertasníkir oder Väterchen Frost zu tun? So unterschiedlich begehen verschiedene Länder die Weihnachtszeit.

Australier feiern Weihnachten am Strand (Bild: Thinkstock)Australier feiern Weihnachten am Strand (Bild: Thinkstock)

Weihnachten in Äthiopien: Mälk'am gena

Mit einem Gottesdienst am 6. Januar beginnt das Weihnachtsfest in Äthiopien. Dabei ist der Ansturm so groß, dass die Messe mit Lautsprechern nach draußen übertragen werden muss. Vor dem traditionellen Abendessen mit Sauerteig-Fladenbrote, treffen sich die Menschen in festlichen weißen Kleidern auf der Straße zum Weihnachts-Plausch.

Weihnachten in Australien:  Merry Christmas

Hunderttausende pilgern am Heiligen Abend in Sydney, Melbourne und anderen Städten ins Freie, kaufen sich eine Kerze und lauschen in der Abendsonne den "Carols by Candlelight" - den Symphonieorchestern und Chören, die Weihnachtslieder singen. Bei vielen Familien kommt Putenbraten und Plumpudding auf den Tisch. Die Bescherung ist nach englischer Tradition am Morgen des 25. Dezember. Australischen Kindern wird erzählt, dass der Weihnachtsmann in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember durch den Schornstein kommt. Am ersten Feiertag wird ein Picknick im Freien gemacht - wer kann, feiert am Strand.

Weihnachten auf Barbados: Merry Christmas

Auch auf Barbados ist es zur Weihnachtszeit kuschelig warm. Trotzdem werden die Häuser mit bunten Lichterketten geschmückt. Im Radio laufen Reggae-Versionen von Weihnachtsliedern. Das Traditionsgericht besteht aus Truthahn, der mit Schinken gereicht wird. Die Geschenke bringen Santa Claus und sein Begleiter Frosty, der Schneemann.

Weihnachten in Finnland: Hyvää Joulua

Am 24. Dezember um 12 Uhr wird feierlich der Weihnachtsfrieden in Turku ausgerufen. Auf dem Friedhof wird der Toten gedacht und die Gräber werden mit Kerzen und Kränzen geschmückt. Am frühen Abend gehen die meisten Finnen in die Sauna, um anschließend das große Festmahl im Kreis der Familie mit dem Weihnachtsmann "Joulupukki" zu feiern.

Weihnachten in Frankreich: Joyeux Noel

In Frankreich ist der Heilige Abend ein ganz normaler Arbeitstag. Erst nach der Arbeit beginnt für die Franzosen das Weihnachtsfest. Nach einem langen und ausgiebigen Abendessen - es gibt Truthahn, Gänseleber, Austern und den traditionellen "Bûche de Noël" geht die Familie gemeinsam zur Mitternachtsmesse. Die Geschenke bringt in der Nacht vom 24. Auf den 25. Dezember "Père Noel", der französische Weihnachtsmann, der  durch den Schornstein kommt und Geschenke in die bereitgestellten Schuhe der Kinder legt. Der 25. ist der einzige freie Weihnachtsfeiertag.

Weihnachten in Griechenland: Kala Christougenna

Geschenke gibt es bei den Griechen erst am Abend des 31. Dezember, der 25. Dezember ist auch ein Feiertag, an dem Freunde und Verwandte besucht werden. Am 1. Januar feiert der heilige Vassilius Namenstag, der ausgiebig gefeiert wird. Zur Feier dieses Tages wird ein Kuchen aus Hefeteig aufgetischt. In der "Vassilopita" wird eine Münze versteckt. Wer die Münze beim Essen findet, hat im kommenden Jahr besonders viel Glück, heißt es.

Weihnachten in Großbritannien:  Merry Christmas

In England wird die ganze Wohnung kurz vor Weihnachten mit Misteln, Stechpalmen, Girlanden und Lorbeeren geschmückt. Neben den vereinzelt aufgestellten Weihnachtsbäumen gehören zum weihnachtlichen Ambiente die in den Türrahmen aufgehängten Mistelzweige und wer darunter steht, darf ungefragt geküsst werden. Geschenke gibt es am ersten Weihnachtsfeiertag. Dazu müssen die Kinder einen Strumpf am Kamin aufhängen und hoffen, dass der Weihnachtsmann, der hier "Christmas Father" genannt wird, Geschenke da lässt. Zum Essen gibt Truthahn und Plumpudding, danach wird ausgelassen getanzt und gelacht.

Weihnachten in Indien: Shub Christa Jayanti

Im hinduistischen Indien begehen die Christen das Weihnachtsfest mit Musik und Tänzen. Statt Tannenbäumen werden Mangobäume oder Bananenstauden im Garten geschmückt und auf den Stämmen der Palmen werden Lichterketten aufgezogen. Die Häuser und Dächer werden mit Öllämpchen aus Ton verziert. Kinder und Angestellte bekommen Geschenke.

Buon Natele wünscht man sich in Italien an Weihnachten (Bild: Thinkstock)Buon Natele wünscht man sich in Italien an Weihnachten (Bild: Thinkstock)

Weihnachten in Island: Gledileg Jol

13 Tage vor Heiligabend kommt jeden Tag ein Weihnachtsgeselle vorbei — jeder dieser  13 Trolle ist für einen anderen Streich bekannt. So klaut der Legende nach Kertasníkir am Heiligabend das Kerzenlicht. Waren die Kinder brav, bringen die Trolle den Kindern kleine Geschenke mit. Weniger brave Kinder gehen leer aus oder bekommen eine rohe Kartoffel. Wie bei uns an Nikolaus werden die Geschenke in Schuhen versteckt. Am 24. Dezember wird der Toten gedacht.

Weihnachten in Italien: Buon Natale

In Italien werden zur Weihnachtszeit verschiedene Feste gefeiert. Am 6. Dezember kommt San Nicola, am 13. Dezember beschenkt Santa Lucia die Armen. Am 25. Dezember wird "Il Bambinello Gesu - das Jesuskind" gefeiert. Wenn die Kinder aufstehen, finden sie ihre Geschenke vor der Tür des Schlafzimmers oder unter dem Tannenbaum neben der Krippe. Am 6. Januar kommt La Befana, die gute alte Hexe. Dann stellen die Kinder am Abend ihre Schuhe vor die Tür oder hängen Strümpfe an den Kamin. La Befana hinterläßt Süßigkeiten für braven und schwarze Kohlen für böse Kinder.

Weihnachten in Kanada: Merry Christmas

Mitte November fällt mit der "Santa Claus Parade" die Klappe zur Vorweihnachtszeit. Der Umzug ähnelt  einem Rosenmontagsumzug in Deutschland. Von bunten Motivwagen werden Süßigkeiten verteilt. Geschenke bringt der Weihnachtsmann am ersten Weihnachtsfeiertag. Traditionell gibt es mittags gefüllten Truthahn und am Nachmittag Früchtekuchen.

Weihnachten in Kolumbien: Feliz Navidad

Weihnachten ist eines der wichtigsten Feste in Kolumbien. Mit den Feierlichkeiten wird bereits in der Nacht vom 7. auf 8. Dezember begonnen - die Ankunft Marias. Um ihr den Weg zu leuchten, werden entlang der Straße Teelichter aufgestellt. So verwandeln sich die Straßen in ein Lichtermeer. Am 14. Dezember wird die Krippe aufgestellt. Gemeinsam gehen die Familien in den Wald und sammeln Moos für die Krippe. Vom Einbruch der Dämmerung bis Mitternacht wird gebetet und musiziert. Dieses Ritual wird bis Weihnachten jeden Abend fortgesetzt. Am 24. Dezember gehen alle Familien in die Mitternachtsmesse. Diese dauert mehrere Stunden. Anschließend wird das Fest mit einem Feuerwerk und Tänzen auf der Straße begonnen. Danach gibt es ein großes Essen zu Hause. In der Nacht legen die Eltern die Geschenke für die Kinder unters Bett. In Kolumbien werden nämlich nur die Kinder vom Weihnachtsmann beschenkt.

Weihnachten in Polen: Wesolych Swiat

Zum Heiligen Abend gehören in Polen die großen eckigen Weihnachtsoblaten. Die Familie versammelt sich bei Kerzenlicht am  Weihnachtstisch, an dem zunächst die Weihnachtsgeschichte vorgelesen und gebetet wird. Danach werden die Weihnachtsoblaten geteilt frohe Weihnachten gewünscht. Beim ersten Stern am Himmel wird mit dem Mahl begonnen. Am Anfang gibt es Suppe, Karpfen und Hering. Nach dem Essen folgt die Bescherung.

Weihnachten in Russland: Hristos Razdejetsja

Großväterchen Frost mit seiner Helferin Schneeflöckchen lassen in Russland den Schnee stoben. Weil die russisch orthodoxe Kirche den Julianischen Kalender verwendet, fällt das Weihnachtsfest auf den 7. Januar. Die Russen feiern Weihnachten im Kreise der Familie und essen in der Regel Pasteten, Fleischknödel und Kuchen. Für die Erwachsenen gibt es zusätzlich Wodka. Obwohl im letzten Jahrzehnt auch in Russland wieder die Freiheit für religiöse Feiern gegeben ist, hat Weihnachten in der Bevölkerung nicht mehr den Stellenwert, wie in den meisten anderen christlichen Ländern.

Wie feiern die Amerikaner Weihnachten? (Bild: Thinkstock)Wie feiern die Amerikaner Weihnachten? (Bild: Thinkstock)

Weihnachten in Schweden: God Jul

Der schwedische Weihnachtsmann heißt Jultomte und er ist mit Rentierschlitten und einem großen Sack voller Geschenke unterwegs. Am Julabend tanzt die ganze Familie um den Baum. Zum Festmahl am Julfest gehören der Julbock. Das Julfest endet am 13. Januar mit einem weiteren Fest.

Weihnachten in Ungarn: Kellemes Karacsonyi unnepeket

Die Geschenke gibt es in Ungarn am Abend des  24. Dezember. Sie wurden zu Zeiten des Kommunismus nicht vom Christkind, sondern alternativ von Engeln gebracht. Nach der Bescherung gehen die Familien gemeinsam in die Kirche. Am ersten Weihnachtsfeiertag ziehen junge Männer mit einer Krippe unterm Arm von Haus zu Haus, spielen kleine Theaterstücke vor und wünschen frohe Feiertage.

Weihnachten in den USA: Happy X-mas

Dank der vielen Einwanderer herrscht an Weihnachten in den USA ein multikulturelles Treiben. Der Heiligabend "Christmas Eve" spielt keine große Rolle. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember kommt Santa Claus in seinem Schlitten, der von den Rentieren Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder, Blitzen, Cupid, Comet und Rudolph gezogen wird. Die Kinder hängen Strümpfe an den Kamin oder das Treppengeländer, die Santa Claus hoffentlich mit Geschenken füllt. Gegessen wird meistens Truthahn. Viele Vorgärten sind mit elektrischen Weihnachtskerzen und Schmuck erleuchtet. Typisch sind die gigantischen Christmas-Paraden und die riesigen Lichterbäume in den Städten. Im Süden der USA wird mit extra lautem Feuerwerk gefeiert. Dieser Brauch stammt aus der Zeit der ersten Siedler, die so den weit entfernten "Nachbarn" ihre Weihnachtsgrüße übermittelten wollten. Gleichzeitig sollte der Lärm die bösen Geister vertreiben. Das X in X-mas geht übrigens auf die griechische Schreibweise für Christus zurück.

Der Jahresrückblick 2012

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