Farben und ihre Wirkung

Kleider machen Leute, das ist hinlänglich bekannt. Dabei vergessen wir aber oft, dass auch von der Farbe des gewählten Outfits eine deutliche Signalwirkung ausgeht. Was Sie anderen mit der Wahl Ihrer Farben mitteilen, sollten Sie daher nicht dem Zufall überlassen. Nutzen Sie die Wirkung der Farben geschickt zu Ihren Gunsten!

Wer die Farbe Rot trägt, hat Signalwirkung (Bild: Thinkstock)Wer die Farbe Rot trägt, hat Signalwirkung (Bild: Thinkstock)

Schrei mich nicht so an, Rot!
Ob Firmenlogo, Fußballtrikot, Uniform, Flagge oder Supermarkt-Produktverpackung: Das Kolorit vermittelt eine Botschaft. Mal subtil, mal plakativ. Genauso verhält es sich mit der Farbe unserer Kleidung. Sie weckt beim Betrachter Assoziationen und damit Gefühle und Reaktionen. Auch beim Träger selbst zeigen Farben Wirkung: Unbewusst haben wir uns vielleicht für eine farbenfrohe Kleidung entschieden, weil wir momentan Aufmunterung gebrauchen können.

Problemzonen richtig wegstylen mit der Imageberaterin und TV-Stylistin Tiziana Assmann:

Der Farbton macht die Musik
Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie helle Farben zeigen Offenheit und Selbstbewusstsein. Ihrem Träger macht es nichts aus, auf den ersten Blick aus der Menge hervorzustechen. Wer seine Wirkung eher durch Inhalt als durch Verpackung erzielen will, greift besser zu gedämpften, gemischten Farben wie Graublau oder Beigegrau. Dunkle Farben oder unbunte Farben wie Schwarz, Weiß oder Grau sorgen eher für einen souveränen Eindruck, suggerieren aber auch Distanz.

Nicht nur eine Typ-Frage
Welche Farbe die richtige ist, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Zum einen vom individuellen Typ, denn nicht jedem steht jede Farbe. Sogar geschlechtertypische Unterschiede spielen eine Rolle: Frauen treiben es hinsichtlich ihrer Farbwahl gerne bunt, während Männer nicht gerade für ihre Farbenfreude bekannt sind. Die perfekte Farbwahl hängt zudem vom Anlass ab: Ein knallrotes Kleid beispielsweise wird bei einem Businessmeeting vermutlich zu „laut" wirken. Wer mit Kindern arbeitet, wird dagegen im grauen Kostüm fehl am Platze wirken. Die Situation entscheidet, ob Tarnfarbe oder Kriegsbemalung angesagt ist.

Liebe zum Detail
Die Farbwirkung beschränkt sich nicht auf den Anzug oder das Kleid. Auch Farbtupfer, die man mit Schuhen, Krawatten, Tüchern, Accessoires, Make-Up oder sogar dem Nagellack ins Spiel bringt, können Akzente setzen und Farbwirkungen verstärken oder kontrastieren. Eine Faustregel besagt: Ein kontrastreiches Gesamtbild signalisiert Durchsetzungskraft (im negativen Sinn: Dominanz), während ein Ton in Ton gehaltenes Outfit Zurückhaltung, Gelassenheit und Freundlichkeit ausdrücken soll.

Welche Jahreszeit sind Sie?
Eine gängige Typologie bei der Farbberatung ist die Einteilung in Frühling-, Sommer-, Herbst- und Winter-Typ. Welcher Jahreszeiten-Typ Sie sind, hängt ab vom Zusammenspiel von Hautton, Haar- und Augenfarbe. Die renommierte Personal Stylistin Cornelia Gumm jedoch sagt: „Es gibt differenziertere Farbsysteme als die Jahreszeitentypologie. Ich selbst arbeite mit einem Farbsystem, in dem sich jeder Typ zuordnen lässt, erweitere aber auch das System, wenn ich merke, dass ich die Beratung bei vielen Personen noch individueller zuschneiden muss. Jemand, der schon vom Charakter oder Wesen her sehr präsent ist, braucht beispielsweise nicht zusätzlich noch eine auffällige Farbe zur Unterstützung seines Typs."

Modefarben oder eigener Stil?
Was soll man tun, wenn die Modefarben der Saison nicht zum eigenen Farbtyp oder den eigenen Vorlieben passen? Die Personal Stylistin gibt Entwarnung: „Die Modefarben sind heute so breit gefächert, dass jeder Farbtyp zu jeder Saison auch Farben aus seinem Spektrum findet."

Grau ist alle Theorie
Sage mir was du trägst und ich sage dir wer du bist? So einfach funktioniert die Psychologie der Farben natürlich nicht. Deshalb sollte man sich vor oberflächlichen Sinnestäuschungen hüten und sich bisweilen „farbenblind" stellen. Manche tragen eine bestimmte Farbe einfach aus Gewohnheit, bei anderen spiegelt sie die aktuelle Stimmung. Die nächsten entscheiden sich lediglich dafür, weil sie einem saisonalen Modetrend folgen. Wer auf einer privaten Party ganz in Grau gekleidet ist, muss deshalb noch lange keine graue Maus sein!

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