Wäsche waschen – was ist dran an den vielen Mythen?

Beim Thema Waschen hat ja jeder so seine Hausmittelchen. Dass Rotweinflecken Einhalt geboten werden kann, wenn man schnell Salz darauf kippt, ist schon mal bekannt. Ob Sie Flecken auf Ihrer Kleidung aber wirklich mit Haarspray behandeln, ihre Jeans mit Café au Lait verwöhnen oder auf die Suche nach einem geheimen „Verschwundene-Socken-Universum" gehen sollten — wir sind diversen Mythen aus der Waschküche auf den Grund gegangen.

Beim Thema Waschen hat jeder so seine Eigenarten (Bild: thinkstock)Beim Thema Waschen hat jeder so seine Eigenarten (Bild: thinkstock)

Haarspray
In den 50er Jahren noch hat man zur Haarspray-Flasche gegriffen, um Flecken damit einzunebeln. Diese gingen dadurch tatsächlich besser aus der Kleidung, doch das lag an dem damals noch im Stylingprodukt enthaltenen Alkohol. Inzwischen wird es anders zusammengesetzt und verursacht, auf Textil gesprüht, nur noch weitere Flecken. Greifen Sie lieber zu einem speziellen Fleckenreiniger, denn mittlerweile gibt es für jede Art von Fleck den richtigen Gegner.

Kaffee
Viele glauben bis heute, dass der Zusatz von Kaffee in die Waschmaschine die schöne Farbe von dunklen Stoffen länger erhält. Klingt komisch, stimmt aber sogar bedingt: Das koffeinhaltige Getränk kann tatsächlich zum Färben verwendet werden — aber nur für cremefarbene oder hellbraune Textilien. Und um einen wirklich sichtbaren Effekt zu erzielen, bräuchten Sie Unmengen davon! Unser Tipp: Der Kaffee gehört in die Küche — nicht die Waschküche!

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Waschpulver-Überdosis
Sie haben einen besonders fiesen Fleck auf der Bluse und Ihre spontane Reaktion: viiiiel Reiniger drauf! Doch überlegen Sie sich das gut, Waschmittel bestehen schließlich aus Chemikalien und sind daher kein Balsam für Ihre gute Kleidung. Je aggressiver Sie an Ihre Teile gehen, desto mehr haben das Material und die Farben darunter zu leiden. Obendrein müssen Sie ja die Familienportion Seife ebenfalls herauswaschen — und Reiniger-Überreste produzieren nur neue Flecken! Hier gilt also, wie so oft im Leben: Weniger ist mehr. Ganz abgesehen davon, dass die Umwelt es Ihnen danken wird, wenn Sie mit dem, was Sie in die Abwasser-Kanalisation entlassen, sparsam umgehen.

Von außen nach innen

Der Fleck ist auf der Vorderseite Ihres Shirts, also waschen Sie es entsprechend? Falsch! Drehen Sie das Teil auf link! Auf diese Weise werden die Staubpartikel besser aus dem Stoff gezogen. Schmeißen Sie das Kleidungsstück mit der „Vorderseite" in die Trommel, treibt der Schmutz sich nur noch tiefer in die Fasern.

Strahlend gechlort
Chlor hebt die Wirkung Ihres Waschmittels auf. Geben Sie es also erst nach einer Weile zum Waschgang hinzu, damit Ihre weiße Kleidung vor dem Bleichen gut gereinigt werden kann. Sie können statt Chlor übrigens auch Backpulver verwenden, das hat den gleichen Effekt. Umgekehrt wird allerdings kein Kuchen, ähm Schuh daraus...

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Heißes Wasser
Keime tötet man mit heißem Wasser ab. In der Küche sollten Sie das so handhaben, aber verbrühen Sie doch bitte Ihre gute Kleidung nicht! Viele Textilien haben bei 30° oder 40° ihre Toleranzgrenze erreicht. Bettlaken und Handtücher sind weniger empfindlich, die können Sie gerne kochen — für alles andere benutzen Sie ein schonenderes, antibakterielles Waschprodukt, das speziell für feine Textilien entwickelt wurde.

Übertrocken
Trocknern sagt man ja nach, dass Sie Ihre Kleidung schrumpfen lassen. Das kann durchaus passieren. Der Grund dafür ist der Mangel an Feuchtigkeit — schleudern Ihre Hosen, T-Shirts und Röcke zu lange in der Trommel, werden sie zu trocken und ziehen sich bei der entstehenden Hitze zusammen. Nehmen Sie Ihre Wäsche daher bereits etwas früher aus dem Trockner, am besten wenn sie noch leicht klamm ist. Das verringert das Schrumpf-Risiko.

Das böse Flusensieb
Dieser kleine Helfer ist daran schuld, dass Ihre Wäsche nicht richtig trocken aus der Maschine kommt? Ja — aber nur, wenn Sie ihn nicht regelmäßig und gründlich reinigen. Wenn Sie das doch tun, macht das Flusensieb einen guten — und vor allem wichtigen — Job: Es verhindert, dass in der Kleidung vergessene Kleinteile wie Münzen, Haarnadeln oder ähnliches, die Laugenpumpe Ihres Geräts blockieren. In dem Fall würden Sie richtig blöd aus der Wäsche gucken.

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Chemische Reinigung
In der Reinigung werden Ihre „besseren" Kleider ausschließlich trocken gereinigt — glauben Sie! Es stimmt zwar, dass die Wäsche-Experten hier kein Wasser nutzen, dafür kommen aber andere biologische Flüssigkeiten zum Einsatz. Aber so lange ihre Kleidung sauber und intakt zur Abholung bereitsteht, ist das Wie ja eigentlich nebensächlich…

Die verschwundene Socke
Sie kennen das sicherlich auch — in regelmäßigen Abständen verschwinden einzelne Socken in der Waschmaschine. Doch während viele glauben, dünne Strümpfe rutschen durch ein Loch in der Trommel (Wohin denn? In ein paralleles Wäscheuniversum?!), ist die Wahrheit ganz unspektakulär: Einzelne Socken fallen auch mal vor oder nach dem Waschgang aus dem Korb, rutschen unter oder hinter die Waschmaschine — und waren nie mehr gesehen.

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