Verbotene Bücher: „Fifty Shades of Grey” und Co.

Selten hat ein Roman für so viel Furore gesorgt wie „Fifty Shades of Grey". Das hängt natürlich auch mit dem pikanten Inhalt des Sado-Maso-Wälzers zusammen, mit dem Autorin E.L. James einen internationalen Bestseller landete. In Bibliotheken zweier US-Bundesstaaten landete der Roman gar auf der Liste der „verbotenen Bücher". Das kurbelt den Erfolg möglicherweise nur noch zusätzlich an, wie schon bei zahlreichen anderen Werken - sehen Sie nach, welche Bücher noch verboten wurden.

"Ulysses", "Fifty Shades of Grey" und "Lolita": Verbotene Bücher (Bilder: Amazon)"Ulysses", "Fifty Shades of Grey" und "Lolita": Verbotene Bücher (Bilder: Amazon)


„Lolita"
Kein anderer Roman von Vladimir Nabokov ist so bekannt wie der 1955 erschienene „Lolita". Das Buch schildert die sexuelle Beziehung zwischen dem Literaturwissenschaftler Humbert Humbert und seiner zwölfjährigen Stieftochter Dolores, mit der er als angebliches Vater-Tochter-Gespann durch die USA reist. Mehrere Verlage sollen das Manuskript zunächst wegen Pornographieverdachts abgelehnt haben. Schließlich erschien es beim Pariser Verlag „Olympia Press". Die Originalausgabe durfte bis 1959 nicht in England verkauft werden. In den USA erschien nur ein Jahr zuvor die erste Ausgabe. Heute gilt das Buch als Klassiker der erotischen Literatur und Nabokov als Star unter den Schöngeistern.

„Schöne neue Welt"
Eine äußerst düstere Zukunftsvision brachte Aldous Huxley in seiner 1932 erschienenen Anti-Utopie „Schöne neue Welt" zu Papier. Immer wieder sah es sich seither Verboten oder anderen Anfeindungen ausgesetzt. In Irland etwa war der Roman zunächst u.a. wegen seiner Sprache verboten. 1967 wurde „Brave New World", so der Originaltitel, in Indien mit der Begründung indiziert, Huxley sei ein „Pornograph".

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„Drachenläufer"
2007 wurde der gleichnamige Roman von Khaled Hosseini unter Regisseur Marc Forster verfilmt. In Afghanistan, Schauplatz der Geschichte um die zwei befreundeten Jungen Amir und Hassan, wurde der Film prompt verboten, genauso wie 2003 schon das Buch. Wegen seiner expliziten sexuellen Inhalte und seiner angeblich anstößigen Sprache wurden gegen das Buch auch zahlreiche Verbotversuche in den USA eingereicht, wie aus der Liste der „American Library Assosiation" (ALA) hervorgeht.

„Ulysses"
Das Meisterstück von James Joyce gilt heute als revolutionär, damals war der Roman wegen seiner angeblich obszönen Inhalte verpönt. 1918 veröffentlichte eine US-Zeitschrift Auszüge aus dem Wälzer. Der komplette Roman landete zwei Jahre später wegen seiner „Unzüchtigkeiten" aber auf dem Index. Erst 1942 kam eine zensierte Ausgabe in Paris auf dem Markt, 1927 gab's dann auch eine autorisierte deutsche Übersetzung. Heute gilt „Ulysses" als wichtigster Roman für die Moderne.

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„Lady Chatterleys Liebhaber"
Noch so ein Buch, das heute zu den erotischen Klassikern zählt, sich aber zunächst mal mit dem Aufstand der Sittenwächter konfrontiert sah. Die Dreiecksbeziehung, von der der 1928 veröffentlichte Roman „Lady Chatterleys Liebhaber" erzählt, sorgte für einen Skandal. Vor allem die ausführlichen Darstellungen, mit denen D.H. Lawrence die sexuellen Handlungen Constance Chatterleys mit ihrem Liebhaber schildert und der Gebrauch der „Four-letter-words" waren Grund dafür, dass das Buch bis 1960 in Großbritannien verboten war. Ein Jahr zuvor war ein Verbot in den USA bereits per Gerichtsurteil aufgehoben worden.

„And Tango Makes Three"
Ein Kinderbuch über schwule Pinguine veranlasste zahlreiche Eltern in den USA, im Jahr 2008 auf die Barrikaden zu gehen. Kein anderes Werk wollten Erziehungsberechtigte häufiger verbannen als „And Tango Makes Three" von Justin Richardson und Peter Parnell. Auf der ALA-Liste landete es auf Platz Eins der umstrittensten Bücher der USA. Das Buch handelt von einem homosexuellen Pinguinpärchen, das den kleinen Pinguin Tango großzieht.

„Fifty Shades of Grey"
Manch einer bezeichnet den seichten Soft-Porno-Wälzer als literarisches Verbrechen. Das ist aber nicht der Grund, weshalb der Roman von E.L. James in zwei Bibliotheken der USA verboten wurde. In den öffentlichen Bücherregalen von Georgia und Wisconsin sei für den „Mommy Porn" mit seinen Obszönitäten kein Platz. In Florida ist das Buch nach anfänglichen Verboten aber mittlerweile wieder zu haben. Derartige Tabus haben „Fifty Shades of Grey" für die Leserschaft offenbar NOCH interessanter gemacht. Weltweit führt der Schinken derzeit die Bestseller-Listen an.

„Fanny Hill"
Der erotische Briefroman „Fanny Hill" aus der Feder John Clelands wurde 1749 erstmals in England veröffentlicht. Prompt landete das Buch auf der „Verboten"-Liste. Cleland, der den Roman in einem Schuldgefängnis verfasst hatte, weil er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte, wurde dafür direkt wieder unter Arrest gestellt. In den USA wurde das Buch heimlich publiziert, 1821 landete es wegen seiner angeblichen Obszönitäten dann bis 1966 auf dem Index. In Australien darf das Buch sogar bis heute nicht verkauft werden.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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