Spritzenstich: Hingucker leiden mehr

Wegschauen hilft manchmal doch — zum Beispiel dann, wenn der Arzt sich mit der Spritze nähert. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Devise „Augen zu und durch!" bei Impfungen, Blutabnahme & Co. sogar einige Schmerzen erspart.

Weggucken erspart beim Spritzenstich einige Schmerzen (Bild: thinkstock)Weggucken erspart beim Spritzenstich einige Schmerzen (Bild: thinkstock)


Jetzt ist es wissenschaftlich belegt: Nadeln pieksen mehr, wenn wir hingucken. Das haben Forscher der Charité Berlin und des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf herausgefunden. Die Studie, die ihnen diese Erkenntnis einbrachte, lief folgendermaßen ab: Den Probanden wurden schmerzlose und schmerzhafte Stromschläge in eine Hand verabreicht.

Währenddessen wurden ihnen Videos gezeigt, in denen ein Wattestäbchen oder eine Nadel in eine Hand gepiekst wurden oder aber eine Hand alleine zu sehen war. Die Filme liefen auf Monitoren, die direkt über den mit Stromschlägen versorgten Händen der Versuchsteilnehmer angebracht waren. So wurde ihnen das Gefühl vermittelt, dass die Hand im Film ihre eigene sei.

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Die Teilnehmer empfanden die Stromschläge als schmerzhafter, wenn sie währenddessen sahen, wie in dem Video-Clip eine Nadel in eine Hand gestochen wurde. Zudem verursachte der Anblick einer Nadel stärkere Schmerzen als der von Wattestäbchen, auch wenn der Stromimpuls gleichbleibend war. Entsprechend weiteten sich auch die Pupillen der Versuchspersonen unterschiedlich stark, was ebenfalls die Intensität der gefühlten Schmerzen der Teilnehmer indiziert haben soll.

Vor einigen Durchgängen der Untersuchung kündigten die Forscher zudem an, dass der Wattestäbchen-Film wahrscheinlich mit einem schmerzhaften Stromreiz einhergehen werde. Kam dieser stärkere Reiz dann tatsächlich, wurde er von den Teilnehmern als besonders unangenehm empfunden.

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Abgesehen davon, dass Hingucken einen Spritzenstich schmerzhafter macht, leiteten die Wissenschaftler aus ihrer Untersuchung folgende Erkenntnis ab: Der Stärkegrad der Schmerzen, mit dem wir vor medizinischen Behandlungen rechnen, beeinflusst die Schmerzen, die wir dann tatsächlich empfinden. „Ärzte sollten ihren Patienten vor einer Injektion lieber mitteilen, dass die bevorstehenden Schmerzen nicht besonders stark ausfallen werden", riet deshalb die Psychologin Marion Höfle von der Charité gegenüber dem Wissenschaftsportal „Live Science". Die Warnung „Achtung, gleich tut's weh" versetze uns nämlich derart in Alarmbereitschaft, dass wir den anschließenden Schmerz tatsächlich schlimmer wahrnehmen.

Was lernen wir daraus? Wenn der Onkel Doktor das nächste Mal mit einer Nadel auf uns zukommt, sollten wir auf keinen Fall hinsehen. Und wenn er dann noch sagt, dass es überhaupt nicht weh tun würde, glauben wir ihm das natürlich allein aus Selbstschutzgründen aufs Wort.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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