Sollte man Urlaubsfotos auf Facebook veröffentlichen?

Der Ärger beginnt oft schon, wenn man morgens zum ersten Mal den Computer hochfährt oder aufs Smartphone schaut. Dank der Zeitverschiebung sind über Nacht wieder viele bunte, neue Fotos auf der Facebook-Neuigkeitenseite aufgeploppt: sorgsam abfotografierte Frühstücksteller aus Australien, großaufnahmen von Füßen, die in thailändischem Sand stehen, kleine Familien, die in der Wüste Nevadas vor besonders lustigen Briefkästen posieren. Doch ist es ratsam, seine Urlaubsfotos auf Facebook zu veröffentlichen?

Urlaubsfotos auf Facebook veröffentlichen: ja oder nein? (Bild: Fotolia)Urlaubsfotos auf Facebook veröffentlichen: ja oder nein? (Bild: Fotolia)

Auch in den sozialen Netzwerken ist im Sommer eben Urlaubszeit. Und zwar umso verschärfter, je mehr Freunde oder Pseudo-Freunde man dort hat. Meistens sind es ja gerade die eher losen, lästigen Bekanntschaften, die einen spätestens zur schlimmsten Bürozeit — draußen 30 Grad, drinnen 31 Punkte auf der To-Do-Liste — stündlich über ihre Reiseerlebnisse up to date halten: zum Beispiel über die Drinks, die sie an Hotelpools auf Kreta zu sich nehmen, die skandinavischen Bergpanoramen, die sie meistens noch weltgewandt in der Landessprache kommentieren, oder die Bilder ihrer am Strand eingepennten Lebenspartner, live hochgeladen aus Mallorca.

Das ist die Zeit, in der man sich oft heimlich die nervigen Katzenfotos zurückwünscht, über die aufgeklärte User immer so schimpfen. Soll man seine Urlaubsbilder auf Facebook posten? Wenn man sich selbst gerade in irgendeinem Sonnenparadies befindet, reicht die eigene Fantasie oft nicht aus, um zu verstehen: Mit Fotos von Freizeit und Abenteuer kann man andere Leute unsagbar aggressiv machen. Nämlich alle die, die gerade im Ventilatorenwind oder in schwitzigen Buden hocken, schuften müssen und selbst eine Sieben-Tage-Billigreise nach Österreich als unglaublichen Luxus begreifen würden.

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Was erschwerend hinzukommt: die oft schwer erträgliche Intimität, mit der man andere belästigt. Dass auf Facebook im Prinzip immer Privates geteilt wird, ist klar. Im Urlaub sinkt allerdings bei vielen das Gefühl für die Etikette noch weiter. Unterwäschefotos aus dem Schlafzimmer würde nie jemand posten. Halbnackte Strandbilder wirken im Zusammenklang mit dem sonstigen Netzwerkschrott allerdings genau so peinlich.

Aber das soll am Ende nur heißen: Man sollte vorsichtig und selbstkritisch sein, wenn man Urlaubsbilder hochlädt. Und immer daran denken, was einem selbst bei anderen auf die Nerven geht. Denn erstens steht es natürlich jedem frei, solche Bildergalerien zu ignorieren, zweitens haben sie es immerhin geschafft, uns von einem der schlimmsten Abendgestaltungs-Übel aller Zeiten zu befreien — der Diavorführung. So funktionierte das nämlich früher: Die armen Freunde mussten persönlich antanzen, stundenlang stillsitzen und zuschauen, wie die Heimkehrer Foto um Foto durch den Projektor jagten. Auch die etwas humanere Variante mit den vielen Fotostapeln vom Drogeriemarkt hatte etwas unsagbar Zähes. Die Facebook- oder Tumblr-Galerie löst das Problem auf wunderbar moderne Art.

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Der beste Grund, warum man seine besten Urlaubsbilder auf jeden Fall posten sollte: Sie bringen eine Abwechslung, eine nach weit geöffneter Welt riechende Großzügigkeit in unsere sozialen Netzwerke, die zwischen Bilderwitzen, Spiegel-Online-Links und Berichten über Pannen am Arbeitsplatz dringend notwendig erscheint. Von einigen besonders tollen Fotos lernt man vielleicht sogar etwas, was sonst nirgendwo im Netz steht. Und wenn es nur ist, dass es in Mombasa auch bloß Käse zum Frühstück gibt.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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