Seltsames Teenie-Phänomen: Lebendige Barbie-Puppen

Sie haben elfenbeinfarbene Haut, große Kulleraugen, ein niedliches Lächeln: Wer ein Standbild junger YouTube-Stars wie Dakota Rose oder Venus Palermo sieht, könnte problemlos der Illusion erliegen, ein Spielzeug vor sich zu haben.

Genau das ist die Absicht der im Internet gefeierten Mädchen im Teeniealter: Sie wollen zu Puppen werden. Ein verrückter Trend, der möglicherweise nicht nur andere Styling-Jünger magisch anzieht.

Dakota Rose (r., l.) und Venus Palermo (M.) stylen sich wie Barbie-Puppen (Screenshots: YouTube)Dakota Rose (r., l.) und Venus Palermo (M.) stylen sich wie Barbie-Puppen (Screenshots: YouTube)


Angefangen hat alles in Japan. Dort wollten junge Mädchen und Frauen bereits vor zwei Jahren wie leblose Spielzeuge oder Anime-Figuren aussehen. Eben wie überdimensionierte Barbie-Puppen: mit Puppengesicht, Puppenhaaren und quasi nicht vorhandener Puppen-Mimik.

Ein Star der ersten Stunde der „Living Doll"-Szene, die sich mit Vorliebe in Tutorial-Videos auf YouTube präsentiert, ist Naoko Kamijyo. Sie erklärte der amerikanischen Zeitung „The New York Times" im Jahr 2010, warum sie unbedingt wie eine Puppe aussehen möchte: „Ich bin keine großartige Schönheit, aber ich mag es, herausgeputzt zu sein. Ich will mich bis zur Unkenntlichkeit verändern. Wer möchte überhaupt als er selbst durchs Leben gehen?"

Horror-Trend aus Japan: Die Bagel-Heads schocken mit Stirn-Implantaten

Große Augen, helle Haut: So sehen sich Dakota (r.) und Venus (l.) am liebsten (Screenshots: YouTube)Große Augen, helle Haut: So sehen sich Dakota (r.) und Venus (l.) am liebsten (Screenshots: YouTube)

Claudia Schiffer: 23 Jahre Guess - und kein bisschen alt

Die damals 19-Jährige wollte es jedenfalls nicht. Und mittlerweile hat der Wunsch, jemand - oder besser etwas - anderes zu sein, auch Teenager außerhalb Asiens ergriffen.

So wie Dakota Rose, im Netz nur als „Kota Koti" bekannt. Sie postet laufend neue Fashion- oder Schmink-Videos, bleibt in ihnen aber meistens still — ganz wie eine echte Puppe.

Auch Venus Palermo alias „Venus Angelic" gehört zu den prominenteren „Living Dolls". Die 15-jährige Britin brachte ihr schräges Styling-Credo von einem Japan-Aufenthalt mit, hantierte für bisher 78 Videos mit Schminkpinsel und Co. vor ihrer Webcam. Ihre Facebook-Seite zählt derzeit 13.000 Fans.

Großes Gehirn, mehr Freunde: Sozialkompetenz ist Kopfsache

Überwiegend dürfte es sich bei diesen wohl um andere junge Mädchen handeln, die sich gerne bunt anmalen. Doch wer sich wirklich alles unter den Puppen-Fans tummelt, weiß niemand.

Kritiker mahnen jedoch bereits: Das Puppentheater der Teenager-Girls könne zweifelhafte Signale aussenden und im schlimmsten Fall Pädophile anziehen. Ein Argument, dass die Barbies selbst nicht von ihrem ungewöhnlichen Schönheitsideal wird abbringen können: „Ich werde damit nie aufhören", so Venus Palermo laut „Daily Mail".

Meistgelesene Lifestyle-Artikel

Yahoo Clever diskutiert . . .

  • Yahoo Lifestyle's avatar
    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
  • Noch 110 Zeichen

Tests