“Nie mehr Blind Date”: Warum die Deutschen so schwer zu erobern sind

In Deutschland leben laut Statistik fast 20 Millionen Singles — fast jeder Vierte ist demzufolge auf sich allein gestellt. Wieso das so ist, glaubt Caruso Matarese zu wissen. Mit seinem Debütroman „Nie mehr Blind Date" möchte der Autor an alle Singles appellieren. Er will wachrütteln - und stellt dabei eine gewagte These auf.

Caruso Matarese und das Cover seines Romans "Nie mehr Blind Date" (Bilder: PR)

Laut Angabe des Statistischen Bundesamtes macht der Anteil aller alleinstehenden Männer und Frauen inzwischen 21 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Über 17 Millionen sind Single, davon 7 Millionen auf der Suche nach einem Partner im Internet.

Doch was machen die restlichen 10 Millionen? Zu Hause sitzen und warten, dass ihr Traumpartner Gedanken liest und einfach an die Tür klopft? Das hat sich Caruso Matarese auch gefragt, als er während eines Arztbesuchs im Wartezimmer in einem Artikel über diese erschreckend hohen Single-Zahlen stolperte.

Die Statistik machte ihn traurig — jeder Vierte Deutsche müsste demnach solo sein. Daraufhin setzte er sich an seinen Computer und fing an zu tippen. Inspiriert von diesem Bericht und von der Tatsache, dass er bis vor kurzem selbst Single war, verfasste er den Roman „Nie mehr Blind Date".

Autobiografisch angehaucht handelt das Buch vom Leben und von der Vergänglichkeit, aber auch von der Liebe, vom Dating und vom Single sein. Laut einer Parship-Studie ist München die Single-Hauptstadt Nummer eins, dicht gefolgt von Berlin und Köln.

Doch warum leben gerade in Deutschland so viele Singles? Sind die Deutschen tatsächlich schwieriger zu erobern als zum Beispiel Italienerinnen, Spanierinnen oder US-Amerikanerinnen? „Ja", sagt Caruso Matarese, „genauso wie Schweizerinnen."

Im wahren Leben kommt es immer anders als im Roman

In Matareses Geschichte beißt sich Halbamerikaner Max an der Schweizerin Pia fast die Zähne aus. Max ist Journalist und schmeißt seinen Job hin, weil er gefrustet ist und ein neues Leben beginnen möchte.

Dieses gerät allerdings aus den Fugen, als er sich fälschlicherweise als Arzt ausgibt und über eine Kontaktanzeige Pia kennenlernt. Die zahlenbezogene, kühle Mathematikerin verdreht ihm sehr schnell den Kopf. Und auch sie ist von Max' Charme sehr angetan. Als der Schwindel jedoch auffliegt, will Pia von Max  nichts mehr wissen.

Doch so leicht gibt Max nicht auf, denn er ist nicht nur humorvoll und charmant, sondern auch sehr hartnäckig. Er folgt Pia nach Kalifornien, wo sie mit einer Freundin Urlaub macht. Und erst dort taut Pia so richtig auf und entdeckt sich neu.

Plötzlich ist sie bereit für Dinge, die sie vorher abgelehnt hätte. Sie ist tolerant, offen und leidenschaftlich. „Wenn Max nicht so hartnäckig gewesen wäre, dann wäre aus ihm und Pia nichts geworden. Dann wäre es wahrscheinlich so gekommen wie im wahren Leben - wenn Dinge eben im Sand verlaufen", so Matarese.

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Pia gab es nämlich auch im wahren Leben des Autors, nur, dass er sie über eine Kontaktanzeige in der Zeitung kennenlernte und sie aus Deutschland kam. Zu Pia und Max inspirierte ihn allerdings auch die Tatsache, dass das Single-Thema in Deutschland immer noch tabuisiert wird.

Er wollte über die Situation von fast 20 Millionen Menschen sprechen, um eine positive Entwicklung anzustoßen. „Bei der richtigen Pia hatte ich das Gefühl, dass sie sich regelrecht schämte, auf eine Kontaktanzeige zu reagieren", so Matarese.

Anders als im Roman, in dem es ein Happy End zwischen Max und Pia gibt, war die echte Pia nicht zu knacken. Sie war eine Ingenieurin, die noch zu Hause wohnte und eine Checkliste an Ansprüchen hatte. Das Alter, der Beruf des Traumpartners — all das war von ihr vorgegeben.

„Die echte Pia war extrem kopflastig. Wenn du da ein paar Jährchen über dem Soll bist, dann scheidest du aus", erzählt der 42-Jährige weiter. Wegen dieser extremen Kopflastigkeit sei die Beziehung von Anfang zum Scheitern verurteilt gewesen. „Bei ihr habe ich einfach nicht ins Schema gepasst", meint Matarese.

Deswegen sind so viele Deutsche Single

Diese enorme Kopflastigkeit ist Matarese zufolge auch der Hauptgrund, wieso fast 20 Millionen Deutsche Single sind. „Es ist eine Mentalitätsfrage. Die Mentalität in Deutschland beinhaltet diese übertriebene Kopflastigkeit, dieses extreme Streben nach einer Sicherheit, die es nicht gibt, und einen Totalverlust an Romantik", sagt der Autor.

Obwohl er kein Befürworter des Valentinstags ist, glaubt er, dass es ohne den Valentinstag in Deutschland schlecht für die Blumenwirtschaft stünde. „Wie soll jemand, der jeden Samstag ins Fußballstadion geht und bei Minus 20 Grad irgendwelchen Multi-Millionären zujubelt, romantisch sein?", fragt Matarese.

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Desweiteren würden sich die Deutschen zu sehr an Äußerlichkeiten festbeißen. „Wenn Max ein Autofetischist wäre und sich darüber definieren würde, mit seinem 5er BMW über die Autobahn zu brettern, dann hätte er Pias Herz nie erobern können", so der Autor.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut"

„Ich liebe Deutschland, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich bin hier aufgewachsen, habe hier jahrelang gelebt. Ich habe einfach nur verschiedene Welten gesehen", erklärt der Schriftsteller weiter. Der 42-Jährige ist selbst Halbamerikaner, der in Fort Knox, Kentucky, geboren wurde und abwechselnd in New York und in Deutschland lebt.

Er will nicht pauschalisieren. Er will lediglich dazu aufrufen, den Kopf auch mal abzuschalten: „Man kann der Liebe seines Lebens völlig unerwartet über den Weg laufen, ob im Supermarkt oder auf der Straße. Man muss nur die Augen offen halten." Doch gerade weil viele so kopflastig sind, nehmen sie solche Situationen erst gar nicht wahr.

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Caruso Matarese glaubt auch, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Deswegen sollte man offener sein für Neues, und eventuell für eine neue Liebe. Wie das am besten funktioniert? Dafür leiht sich Matarese die Worte des bekannten Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry aus: "Man sieht nur mit dem Herzen gut! Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!"

Der Roman "Nie mehr Blind Date" ist als eBook beim epubli Verlag Berlin (Verlagsgruppe Holtzbrinck) veröffentlicht worden. Kaufen kann man das Buch ab dem 14.2., pünktlich zum Valentinstag, bei "Amazon Kindle", im "Apple iBookstore" und im "epubli eBook-Shop" für rund 3,99 Euro.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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