Was Ihr Vierbeiner über Sie verrät

Wie der Herr so's Gescherr? In der Tat haben Fiffi und Herrchen nicht nur häufig die gleiche Frisur, sondern auch ähnliche Vorlieben. Laut Hundepsychologie scheint ein Hund-und-Herrchen-Gespann jedoch mindestens genauso oft überhaupt nicht zusammenzupassen. Warum das so ist, verrät uns eine Psychologin. Und auch, ob bestimmte Hunderassen die Attraktivität ihrer Herrchen und Frauchen erhöhen oder mindern, kann uns unsere Expertin beantworten.

Chihuahua gleich leichte Beute? Was Ihr Hund über Sie verrät (Bild: thinkstock)Chihuahua gleich leichte Beute? Was Ihr Hund über Sie verrät (Bild: thinkstock)

Eine britische Studie fand unlängst heraus: Frauen, die sich mit einem Pudel zeigen — egal ob Toy-, Zwerg-, oder Standardgröße — gelten oft als wählerisch und schwierig. 1000 britische User der App „Kloof" gaben an, dass sie die Pudelbesitzerinnen des Weiteren, ähnlich wie Chihuahua-Besitzerinnen, zwar attraktiv fänden, aber ihnen intelligenztechnisch nur wenig (bis gar nichts) zutrauen. Sie steckten sie deshalb in die Schublade potentieller „One-Night-Stand".

Golden Retriever-Halterinnen hingegen wurden für besonders beziehungstauglich befunden. Auch Beagle-Frauchen bewertete man ziemlich positiv, denn die Größe der Hunde wurde als „richtig" empfunden und ihr ausgeglichenes Temperament begrüßt. Das entsprach — bis auf den mitgelieferten Jagdinstinkt — genau dem, was die Männer in der Studie sich bei ihrer Angebeteten wünschten.

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Und wie sah's bei den Männern aus? Einen Siberian Husky und den Deutschen Schäferhund fand die Damenwelt sehr anziehend. Herrchen, die auf einen Golden oder Labrador Retriever setzten, sahnten sogar die volle Ladung Attraktivitätspunkte ab. Der treue blonde Begleiter gewann gleich auf beiden Seiten: Sowohl der Hund als auch sein Halter und die Halterin fanden mehr als nur Gnade beim jeweils anderen Geschlecht. Doch woran genau liegt das?

„Der Golden Retriever wirkt freundlich, friedfertig und ist nett anzusehen", erklärt uns Dr. Silke Wechsung, Projektleiterin in der Forschungsgruppe „Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung" an der Universität Bonn. „Zeigt man sich an der Seite eines Golden Retrievers, kommt man besser bei anderen Menschen an, egal ob männlich oder weiblich." Die Hunderasse an sich sorge für eine besonders positive Außenwirkung. Die positive Außenwirkung beschränke sich jedoch nicht nur auf die Retriever-Hunde. Es gehe eher darum, dass das Tier prinzipiell als freundlich empfunden wird und Sympathien weckt.
Doch kann man wirklich zuverlässig von Hund auf Herrchen schließen? „Tatsächlich ist es so, dass sich einige Hund-Herrchen-Gespanne äußerlich und charakterlich ähnlich sind", bestätigt unsere Expertin aus dem Forschungskreis „Mensch-Hund-Psychologie" der Uni Bonn. „Das liegt allerdings daran, dass sich Menschen häufig Hunde aussuchen, die ihrer Meinung nach gut zu ihnen passen."

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So kommt es, dass sich modebewusste Herrchen besonders für modische Rassen, sportbegeisterte Käufer lieber für aktive Vertreter und gemütliche Gesellen eher für phlegmatische Rassen entscheiden. Übrigens wirkt sich sogar das Übergewicht vom Herrchen auf die Leibesfülle des Hundes aus, die Tiere werden also auch im Laufe des Miteinanders immer ähnlicher „gemacht".
„Doch es gibt nicht nur die, die sich einen Hund aussuchen, der besonders gut zu ihnen oder ihrem Lebensstil passt, sondern auch jene, die versuchen, mit ihrem Hund eigene Defizite zu kompensieren oder ein ganz bestimmtes Bild von sich zu erzeugen", warnt unsere Expertin. Es kommt also nicht selten vor, dass sich ein Halter besonders muskulöse und angsteinflößende Hunde zulegt, um damit sein Außenbild zu verändern. Oder dass besonders schöne Vertreter beliebter Moderassen von Schönheitswettbewerb zu Schönheitswettbewerb gezerrt werden, um für das vielleicht nicht so attraktive Herrchen oder Frauchen die Beauty-Pokale zu gewinnen.

Allgemein betrachtet stellt man also fest, dass wohl nicht zwingend ein Zusammenhang zwischen Charakter von Hund und Halter besteht — zumal es noch eine dritte Gruppe gibt: diejenigen, bei denen sich weder eklatante Gemeinsamkeiten noch Unterschiede feststellen lassen. Das beste Beispiel: Mischlingshalter! Denn die konnten sich bei der Wahl ihres Hundewelpens weder auf das zukünftig typische Aussehen noch auf die rassetypischen Charaktermerkmale ihres Wauwaus verlassen.