Pflanzliche Antibiotika: Gehen Sie den sanften Weg!

Der Ruf von Antibiotika ist nicht gerade der beste - was vermutlich daran liegt, dass wir in den letzten Jahren einen wahren Antibiotika-Overkill erlebt haben. Die Folge: Resistenzen. Doch es gibt auch pflanzliche Alternativen, die Bakterien effizient bekämpfen — ganz ohne Chemiekeule.

Pflanzliche Antibiotika: Gehen Sie den sanften Weg! (Bild: thinkstock)Pflanzliche Antibiotika: Gehen Sie den sanften Weg! (Bild: thinkstock)

Pflanzliche Antibiotika sind Teil des pflanzeneigenen Abwehrmechanismus. Die Wunderwaffen-Wirkung beruht auf ätherischen Ölen und Glucosinolaten. Glucosino... was? Senföle könnte man sie auch nennen. Und die sind eben nicht nur in Senf enthalten! Hier kommen unsere fünf Heilpflanzen-Favoriten:

Honig
Der Bienen-Saft heilt von innen UND außen. Zur äußeren Anwendung empfiehlt man ihn als Keimkiller besonders bei kleineren Schnitten und Infektionen. Einverleibt hinterlässt er eine große Portion antimikrobieller Enzyme, die Wasserstoffperoxid abbauen und so nicht erwünschtes Bakterienwachstum unterbinden. Eltern sollten unbedingt beachten: „Honig darf im Säuglingsalter nicht verabreicht werden, da es zu einer Darminfektion mit Clostriium botulinum kommen kann", warnt Expertin Nicole Ramcke von der Techniker Krankenkasse. „Im Säuglingsdarm bildet dieser im Honig enthaltene Keim Giftstoffe, die zu schleichenden Muskellähmungen führen", so die Expertin.

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Knoblauch
Er gilt als eines der ältesten Hausmittel gegen Grippe und Erkältung. Doch das in ihm enthaltene Allicin kann noch mehr: angeblich sogar Blutdruck und den Cholesterin-Spiegel senken. Gegen Lebensmittelvergiftung soll er außerdem in manchen Fällen sogar besser helfen, als handelsübliche Medikamente.

Grüner Tee
Das fernöstliche Heißgetränk besitzt zwar per se keine antibiotischen Kräfte, verhilft allerdings ebendiesen zu einer optimierten Wirkung. Der Vorteil: Sie können Ihren Medikamentenkonsum auf ein Minimum reduzieren. Trotzdem unbedingt beachten: Antibiotika dürfen nicht einfach so abgesetzt werden, immer nur in Rücksprache mit ihrem Arzt, sonst bilden sich ungewünschte Resistenzen. „Auch bei Durchfall kann grüner Tee helfen", erklärt Ramcke. „Er enthält, wie auch Schwarztee, Gerbstoffe und wirkt bei einer Ziehdauer von zehn Minuten keim- und entzündungshemmend", so die Expertin. Ein wahrer Allrounder also!

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Echinacea
Echinacea ist bekannt für seine keimvernichtende Wirkung. „Der rote Sonnenhut ist eine bewährte und nachweislich sinnvolle Therapieoption zur unterstützenden Behandlung von Atemwegsinfekten und Harnwegsinfektionen", bestätigt auch Ramcke. Denn: „Bereits bei ersten Infektanzeichen eingenommen, sorgen die Wirkstoffe der Pflanze für eine Freisetzung sogenannter freier Radikale, die ihrerseits Viren und Bakterien attackieren." Zudem stimuliert er das Immunsystem, sodass Ihre weißen Blutkörperchen in der Lage sind noch effektiver gegen potentielle Infekte anzukämpfen. Aber Vorsicht: Nehmen Sie Echinacea täglich ein, wird sich bald ein Gewöhnungseffekt einstellen. Also: Lieber nur in kurzen Perioden einsetzen, genau dann, wenn Infekte in der Familie oder im Büro lauern - oder es draußen besonders kalt und ekelhaft ist!

„Generell sollte der Einsatz von Heilpflanzen im ersten Lebensjahr von einem kundigen Kinderarzt begleitet werden" warnt die Expertin Nicole Ramcke ausdrücklich. „Wenn starke Beschwerden bestehen oder Fieber länger als drei Tage anhält sollte auch bei älteren Kindern ein Arzt zurate gezogen werden". Und auch für die Großen gilt: Bei schweren Infektionen sind Antibiotika zur Vermeidung von Komplikationen unerlässlich.