Die 10 größten Diät-Lügen

Beinahe jeder dritte Deutsche ist mehr oder weniger ständig „auf Diät" oder hat zumindest schon verschiedene Schlankheitskuren ausprobiert. Der dauerhafte Erfolg bleibt leider meistens aus. Schuld daran sind unter anderem unsinnige Diät-Ratschläge, denen wir nur allzu gerne glauben. Ernährungsberater Sven-David Müller räumt deshalb jetzt für Yahoo! Lifestyle mit bekannten Diät-Lügen auf.

Wer so schlank ist, hat viele Neider (Foto: Thinkstock)Ein schlanker Körper ist der Traum vieler Menschen (Foto: Thinkstock)

1. Nach der Diät kann ich zu meinen alten Gewohnheiten zurück kehren
Nein, bloß nicht! „Wenn Sie glauben, dass Sie nach der Diätphase wieder so weiter machen können wie vorher, dann werden Sie scheitern und sogar immer dicker werden", warnt Sven-David Müller. „Denn wenn Ihr Essverhalten vor der Diät falsch war, ist es danach natürlich nicht richtig!" Nur eine lebenslange Ernährungsumstellung führt zum dauerhaften Erfolg.

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2. Wer Sport macht, kann essen was er will
Das klingt zwar gut, doch Vorsicht, diese Formel geht nicht immer auf! Wer Sport macht, verbrennt Kalorien — das stimmt! Wer über den Tag verteilt aber mehr Kalorien zu sich nimmt, als er inklusive Sport verbrennt, nimmt logischerweise nicht ab. Im Gegenteil können Sie trotz Bewegung sogar zunehmen, wenn Sie sich als Ausgleich zur sportlichen Quälerei ein allzu üppiges Essen gönnen.

3. Light-Produkte machen leicht

Leider geht auch dieser Schuss oft nach hinten los: Es ist zwar richtig, dass diese Lebensmittel weniger Kalorien haben, aber man darf sie natürlich nicht unbegrenzt essen. Sie sind ja nicht kalorienfrei, sondern nur kalorienreduziert. Viele Menschen schlagen bei Lightlebensmitteln aber doppelt zu, weil sie denken, die Produkte hätten kaum Kalorien. Aber das funktioniert natürlich so nicht, denn: „Wer beim Essen von Light-Produkten nicht äußerst diszipliniert ist, nimmt am Ende mitunter mehr Kalorien zu sich als mit normaler Kost", warnt Sven-David Müller.

4. FdH ist die einfachste Abnehmmethode
FdH — Friss die Hälfte. Einfach ist diese Methode schon: Kein Kalorienzählen, keine speziellen Diätgerichte kochen, kein Verzicht auf die Lieblingsspeisen! In der Praxis hat sich diese Abspeck-Variante aber nicht bewährt. „Die Zahl der Übergewichtigen nimmt stetig zu, obwohl Millionen von Deutschen es jedes Jahr mit dieser Methode versuchen", weiß der Diätcoach aus Weimar an der Lahn.

Denn was ist z.B. wirklich die Hälfte von einer Speise, die ganz besonders lecker schmeckt? Ist EIN Nachschlag in der „Diät-Phase" in Ordnung, weil man sich sonst sogar einen zweiten gönnen würde? Der Selbstbetrug ist bei dieser Methode nicht zu verhindern.

Hinzu kommt, dass FdH nicht unbedingt gesund ist. „Sie essen zu wenig Vitamine und Ballaststoffe und stellen definitiv Ihre falschen Ernährungsgewohnheiten nicht um", erklärt der Diätcoach.

5. Margarine spart Kalorien

Leider ist auch das eine Lüge! „Margarine gehört auf jeden Fall zu den kalorienreichen Lebensmitteln, das sollten Sie wissen, wenn Sie eine Diät machen", erklärt der Experte. „Margarine ist und bleibt ein Streichfett und wird immer einen zweistelligen Prozentgehalt an Fett aufweisen."

Besser ist es, wenn Sie nur wenig Margarine und Butter oder noch besser dünn Halbfettmargarine oder Halbfettbutter verwenden. Aber auch Senf, Tomatenmark oder Meerrettich schmecken lecker als Brotaufstrich unter Wurst und Käse.

Diät-Lüge: Sex macht schlank (Foto: Thinkstock)Durch Sex nimmt man leider nicht ab (Foto: Thinkstock)

6. Sex macht schlank

Fakt ist, Sex ist tatsächlich ziemlich anstrengend: Er treibt den Puls in die Höhe, der Blutdruck steigt, man atmet tiefer und schneller und viele Muskeln sind in Bewegung. Trotzdem ist Sex wesentlich weniger effektiv als Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren. Am besten sie lassen Sex sein, was es ist, nämlich die schönste Nebensache der Welt.

7. Dinner-Cancelling lässt die Pfunde purzeln
Wer nach 17 oder 18 Uhr nichts mehr isst, wird quasi im Schlaf schlank: Der Blutzuckerspiegel sinkt, die „Schlank & Jung"-Hormone Melatonin und Somatotropin werden ausgeschüttet und das Fett wird im Schlaf verbrannt, so die Theorie.

Doch nicht jeder profitiert von dieser Methode. Viele Diätwillige bekommen sicherlich gelegentlich heftige Heißhungerattacken, sobald der Blutzuckerspiegel sinkt und plündern dann völlig unkontrolliert den Kühlschrank. Dann geht das Diät-Konzept definitiv nach hinten los!

„Ein leichtes Abendessen schadet nicht", sagt der Ernährungsberater aus Weimar an der Lahn. „Schließlich ist Ihre Kalorienbilanz insgesamt entscheidend: Wie viel Energie haben Sie über den Tag aufgenommen, wie viel haben Sie verbraucht? Zu welcher Uhrzeit Sie die Kalorien zu sich nehmen ist dabei völlig unerheblich. Schlank im Schlaf ist ein frommer Wunsch oder Buchtitel — mit der Wirklichkeit hat es aber nichts zu tun."

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8. Zitronen lösen Fett
Wenn Sie Zitronensäure in Ihrem Reinigungsmittel haben, können Sie sicher problemlos Fett von Ihren Oberflächen lösen. Im Verdauungstrakt versagt es leider aber doch: Zitronensäure kommt nie an den Stellen an, wo das Nahrungsfett gespeichert ist. Was beim Abwaschen mit der Pfanne passiert, läuft im menschlichen Körper so natürlich nicht ab.

Immer wieder werden Zitronensaftkuren empfohlen, bei denen man sehr wenig essen darf. „Vermutlich nehmen Sie so auch ab, aber wenn Ihre saure Diät vorbei ist, nehmen Sie leider genauso schnell wieder zu", sagt Diätcoach Müller.

9. In der Sauna verbrennen die Pfunde
Saunafans kennen die Wirkung: Nach einem ausgiebigen Saunabesuch bringen sie einige hundert Gramm weniger auf die Waage. Leider ist es weniger die Fettmasse, die da zum Schmelzen gebracht wurde. Es ist das Wasser, das in großen Mengen durch starkes Schwitzen ausgeschieden wurde und das somit das Gewicht reduziert. Schwitzen macht deshalb nicht schlank, sondern - im Gegenteil - oft hungrig!

10. Schnaps fördert die Verdauung
„Schnaps ist ganz sicher kein verdauungsanregendes Mittelchen, sondern eine echte Kalorienbombe", warnt Sven-David Müller. Das hochprozentige Getränk hat nur scheinbar eine verdauungsfördernde Wirkung. In Wirklichkeit entspannt der Alkohol lediglich die Magenmuskulatur. Das hat zur Folge, dass das unangenehme Völlegefühl nach einer großen Mahlzeit reduziert wird.

Die Verdauung selbst wird aber nicht begünstigt, im Gegenteil: Der Körper muss jetzt erst einmal den Alkohol abbauen. Das Fett in der Nahrung wird deshalb sogar langsamer verstoffwechselt als ohne Schnaps.

Unser Experte Sven-David Müller ist Ernährungsberater, Diätcoach und erfolgreicher Buch-Autor. Wer noch mehr zum Thema wissen möchte, findet weitere Informationen in seinem Buch „Die dicksten Diätlügen", Verlag Schlütersche.

Stylistin und Imageberaterin Irena Lohn hilft beim Problemzonen wegstylen in der neuen Folge von Life & Harmony:

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