Zuckersucht: So gelingt Ihnen der Ausstieg

Schokolade, Kuchen, Pizza oder Chips: Viele Menschen haben ein starkes Verlangen nach diesen Lebensmitteln und können nicht aufhören zu essen, bis alles weg ist. Der Grund: Zucker und Weißmehlprodukte in Kombination mit Fett können im Gehirn wie eine Droge wirken. Die Betroffenen sind süchtig. Süchtig nach Zucker!

Inke Jochims ist Heilpraktikerin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema und hat das Buch „Süchtig nach Süßem?" (Kneipp-Verlag) geschrieben. Für Yahoo! Lifestyle erläutert Sie die Hintergründe der Zuckersucht und gibt Tipps, wie man den Ausstieg schafft.

Wer viel Süßes isst, giert schnell nach noch mehr Zucker (Foto: Thinkstock)Wer viel Süßes isst, giert schnell nach noch mehr Zucker (Foto: Thinkstock)


Was ist „Zuckersucht"?

Wer süchtig ist, hat den Konsum von Zucker und Weißmehl nicht mehr unter Kontrolle. Im Klartext heißt das: Wer ein Stück Schokolade essen möchte und es auch tut, ist nicht zuckersüchtig. Wer ein Stück essen möchte, aber erst aufhören kann, wenn er fünf Tafeln gegessen hat und ihm längst übel ist, der ist definitiv zuckersüchtig.

Das gilt auch für salzig schmeckende Lebensmittel wie Pizza oder Chips. Diese Produkte bestehen aus Weißmehl und können ebenfalls süchtig machen.

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Schokolade beeinflusst die Stimmung
Die meisten Menschen liegen wohl irgendwo dazwischen. Manche können nach einem Riegel aufhören, manche nach einer Tafel, manche brauchen noch zwei Eis und eine Packung Kekse. „Der Grund ist eigentlich immer ein erlerntes Verhalten", erklärt Inke Jochims. „Einerseits wirken Zucker und Fett über die Veränderung der Biochemie im Körper emotional stabilisierend, andererseits haben die Betroffenen  diese positive Wirkung erlernt."

Das bedeutet: Zuckersüchtige wissen - „Wenn ich Schokolade oder Kekse esse, geht es mir gut. Das beruhigt mich und steigert meine Stimmung!" Je weniger man dabei Kontrolle über sein Verhalten hat - je weniger man also schafft mit dem Naschen aufzuhören, obwohl man es will - umso süchtiger ist man und zwar unabhängig von der konsumierten Menge.

Unterernährte Zellen gieren nach mehr

Die Botenstoffe Serotonin und Dopamin bestimmen im Gehirn unsere Gefühle, Gedanken und unser Verhalten mit. Wer süchtig ist, hat eine gestörte Balance dieser Botenstoffe. Eine falsche Ernährung kann daran mit schuld sein, denn der Körper benötigt bestimmte Nahrungsbestandteile, um diese wichtigen Botenstoffe zu bilden.

Mit der falschen Ernährung setzt man einen Teufelskreis in Gang: „Ein Mangel an Botenstoffen führt immer zum Überessen", erklärt die Berliner Heilpraktikerin. "Wenn man sich nur von Zucker und Weißmehl ernährt, ist der Körper faktisch unterernährt, auch wenn er mit Kalorienbomben gefüttert wurde. Das bedeutet: Solange die Zellen unterernährt sind, gieren sie nach mehr. Ein hoher Zuckerkonsum, lässt einen zu noch mehr Zucker greifen und führt irgendwann zu Essstörungen."

Das süchtige Gehirn

In einem „süchtigen Gehirn" ist der Botenstoff Serotonin wenig vorhanden und der Botenstoff Dopamin zu reichlich. „Man kann sich das vorstellen, wie ein Auto, in dem es nur eine schwache Bremse dafür aber ein sehr starkes Gaspedal gibt", erklärt die Expertin. „Wenn der Dopaminspiegel sehr hoch ist, ist man völlig auf eine bestimmte Sache ausgerichtet und ist sehr stark angetrieben - so wie ein süchtiger auf der Suche nach seinem Stoff. Betroffene haben dann die Energie nachts fünf Straßen weiter zur Tankstelle zu laufen, um Schokolade zu kaufen."

Wenn gleichzeitig der Serotoninspiegel niedrig ist, hat man die Lust auf Süßes noch schlechter im Griff. Diese Menschen sind eher depressiv, haben weniger Selbstvertrauen und gieren mehr nach Zucker. „Das kann biographische Gründe haben, beispielsweise eine eher schlechte Bindung zur Mutter in den ersten beiden Lebensjahren oder auch aktuelle Gründe, wie starker seelischer oder körperlicher Stress", sagt Inke Jochims.

Je höher der Serotoninspiegel ist, umso besser kann er als Gegenspieler zum „Antreiber"-Botenstoff Dopamin fungieren. Ein hoher Serotoninspiegel vermittelt ein entspanntes, zufriedenes und ausgeglichenes Gefühl. Wer sich so gut fühlt, braucht keine Schokolade.

Nur eine Praline: Ein hoher Serotoninspiegel reduziert die Zuckersucht (Foto. Thinkstock)Nur eine Praline: Ein hoher Serotoninspiegel reduziert die Zuckersucht (Foto. Thinkstock)

Ausstieg aus der Zuckersucht
Um die Zuckersucht in den Griff zu bekommen, müssen Betroffene daher versuchen, ihren Serotoninspiegel hoch und den Dopaminspiegel auf normalem Level zu halten.

Dabei hilft eine Ernährungsumstellung: Ersetzen Sie eine Mahlzeit pro Tag durch einen „Green Smoothie": Geben Sie chlorophyllhaltige Pflanzenbestandteile (Salatblätter), zwei Obstsorten (z.B. Banane und Apfel) und etwas Wasser in einen Mixer und vermahlen Sie die Zutaten zu einem gut schmeckenden Getränk.

Hanfsamen (reichhaltig an Omega-3-Fettsäuren) oder etwas Eiweißpulver können ergänzend in den Drink gerührt werden. „Wenn Ihre Zellen besser ernährt sind, lässt die Gier nach Süßem langsam nach", weiß die Psychotherapeutin. Zusätzliches Plus: Die Kombination von Obst und Chlorophyll stabilisiert den Blutzucker. Ein stabiler Blutzuckerspiegel sorgt immer auch für einen stabilen Serotoninspiegel.

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Ebenfalls wichtig, um aus der Zuckerfalle auszubrechen: Die sogenannte „Musterunterbrechung". Machen Sie sich bewusst, was Sie fühlen, wenn Sie nach Zucker gieren und geben Sie diesem Gefühl Raum. Das kann Wut, Frust, Traurigkeit, Stress oder Langeweile sein. Lassen Sie es nicht mehr zu, dass ein unterdrücktes Gefühl ein wohlbekanntes Muster in Gang setzt und Sie wie ferngesteuert den Kühlschrank plündern!

Auch weniger Stress und ausreichend Schlaf sind wichtige Faktoren. Vielleicht helfen Ihnen regelmäßige Entspannungsübungen oder Bewegung an der frischen Luft. Das wichtigste ist jedoch, dass Sie die Veränderung von sich aus wollen. Nur so schaffen Sie es, die Kontrolle über Ihr Verhalten zurückzubekommen.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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