Bei diesen Lebensmitteln macht Bio wirklich Sinn

Besonders in Zeiten, in denen ein Lebensmittelskandal den nächsten jagt und die Medien voll von Horrornachrichten über Pestizide und Giftstoffen in Tomaten, Äpfeln und Co. sind, greifen immer mehr Menschen zu Bio. Vor allem bei frischem Obst und Gemüse macht das auch Sinn — allerdings muss es nicht unbedingt immer sein. Denn in manchen Fällen lohnt sich der oft sehr teure Griff zu Bioprodukten gar nicht. Einen guten Anhaltspunkt, damit Sie sich im undurchdringlichen Bio-Verbraucherdschungel besser orientieren können, geben das sogenannte "dreckige Dutzend" und sein Pendant, die Liste der "sauberen" Lebensmittel.

Bei manchen Lebensmitteln sollten Sie ganz besonders auf ein Biosiegel achten (Bild: thinkstock)

Besonders beim Obst- und Gemüsekauf achten viele von uns auf das Biosiegel. Schließlich will man sich und seinen Lieben ja mit einer "glücklichen" Gurke und einem vor Vitaminen nur so strotzenden Körbchen Erdbeeren etwas Gutes tun. Doch wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, können auch viele konventionell angebaute Lebensmittel relativ guten Gewissens verspeist werden.

Damit wir Verbraucher wissen, wann der Griff zu Bioprodukten auch wirklich Sinn macht, erstellt die Environmental Working Group jedes Jahr eine Liste der Lebensmittel mit der höchsten Pestizidbelastung. Obst- und Gemüsesorten, die unter diesem sogenannten "Dreckigen Dutzend" gelistet sind, sollten Sie besser nur aus ökologischem Anbau kaufen. Das Pendant dazu, die Liste der 15 "sauberen" Lebensmittel, führt diejenigen Produkte auf, die nur sehr geringfügig mit Pestiziden belastet sind und die Sie somit auch aus konventionellem Anbau kaufen können.

Der Bio-Schwindel: Welchem Öko-Siegel kann man trauen?

Einzige Ausnahme: Babynahrung. Da Pestizid-Rückstände besonders für das kindliche Gehirn und Nervensystem gefährlich werden können, sollten Eltern im Optimalfall selbst Brei, Süppchen und Co. für ihre Kleinen zaubern. Das meint auch Chensheng (Alex) Lu, Professor an der Harvard School of Public Health: "Was Babynahrung angeht, würde ich empfehlen, dass sich Eltern die Zeit nehmen sollten, diese selbst zuzubereiten. Dabei sollten sie entweder Bioprodukte oder Produkte, die von verlässlichen Quellen stammen, verwenden." Denn auch in fertiger Babynahrung, in der sich Obst und Gemüse von der bedenklichen Liste fand, konnte die EWG eine erschreckende Giftstoffbelastung feststellen.

Laut der EWG gilt generell zwar, dass der Gesundheitsnutzen einer obst-und gemüsereichen Ernährung die Risiken einer Pestizidbelastung wieder ausgleicht. Doch natürlich ist der Kauf von Biolebensmitteln die einfachste und zuverlässigste Methode, um sich und seine Liebsten gesund zu ernähren und die Anreicherung von Giftstoffen im Körper zu vermeiden. Der Weg zum nächsten Bio-Bauern lohnt sich also defintiv.

Lebensmittel-Lüge: "Vegane" Produkte sind oft gar nicht vegan

Aber leider ist Bio meist auch teuer und nicht jede fünfköpfige Familie kann sich einen Bio-Wocheneinkauf leisten. Dennoch sollten Sie die folgenden Lebensmittel besser nur konsumieren, wenn Sie aus Ihrem Garten, dem Bio-Supermarkt oder vom Bio-Bauern Ihres Vertrauens stammen:

Stark belastete Lebensmittel:
Äpfel, Sellerie, Paprika, Pfirsiche, Erdbeeren, Nektarinen, Trauben, Spinat, Salat, Gurken, Heidelbeeren, Kartoffeln, grüne Bohnen, Grünkohl und grünes Blattgemüse.

"Sauber", also wenig belastet, waren dagegen diese Obst- und Gemüsesorten:
Zwiebeln, Zuckermais, Ananas, Weißkraut, Avocados, Erbsen, Spargel, Mangos, Auberginen, Kiwis, Butter- und Wassermelonen, Süßkartoffeln, Grapefruits und Pilze

Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte übrigens vor allem zu Bioprodukten aus Deutschland greifen. Denn die sind laut einer Langzeitstudie besonders selten mit giftigen Pflanzenschutzmitteln belastet, wie aus dem aktuellen Bericht "Zehn Jahre Ökomonitoring" des baden-württembergischen Verbraucherministeriums hervorgeht.