„Mama, du bist so peinlich!”

Ihre Frisur sieht blöd aus, Küssen ist unerwünscht und Papa ist plötzlich der totale Spießer! Wenn Sie als Eltern kaum noch etwas richtig machen können, hat für Ihren Sprössling die Pubertät begonnen. Bleiben Sie gelassen und ersparen Sie Ihrem Heranwachsenden vor allem eins: Peinliche Situationen in der Öffentlichkeit!

Wenn sich Freundinnen treffen, sind Eltern unerwünscht (Foto: Thinkstock)Wenn sich Freundinnen treffen, sind Eltern unerwünscht (Foto: Thinkstock)

Pubertät bedeutet Abgrenzung
Irgendwann zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr Ihres bis dato vielleicht relativ pflegeleichten Sprösslings beginnt es — das Mysterium der Pubertät. Eben haben Sie mit Ihrem kleinen Schatz noch einen harmonischen Familientrip unternommen, wenig später sind gemeinsame Ausflüge doof, die Schule nervig und Sie als Eltern nur noch eins: peinlich!

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Für dieses Verhalten von Jugendlichen gibt es nur einen Grund: Sie wollen sich von ihren Eltern abgrenzen und ihre eigene Identität entwickeln. Teil dieses Ablösungsprozesses ist es, dass ein Teenager das Verhalten seiner Eltern kritisch hinterfragt, um dann am liebsten alles ganz anders zu machen. Auch für Eltern ist diese Phase nicht leicht. Schnell sind sie verletzt, wenn Sohn oder Tochter überwiegend abweisend reagieren.

Eltern sollten gelassen bleiben
Dabei wollen Sie als Eltern in dieser Zeit nicht mehr, als weiterhin am Leben ihres plötzlich sehr wortkargen Kindes teilhaben: Mit wem trifft es sich? Wo geht es hin? Wie läuft es in der Schule? Ist es verliebt? Ist es glücklich?

Am besten Sie reagieren gelassen, zeigen Verständnis für die Stimmungsschwankungen und halten sich in der Öffentlichkeit und wenn Freunde zu Besuch sind zurück! In einer ruhigen Minute können Sie dann vielleicht einmal mit Ihrem großen Kind sprechen, um ihm z.B. klar zu machen: „Wenn Du mir sagst, mit wem Du Dich triffst, muss ich Dir nicht mit Fragen auf die Nerven gehen!" oder „Wenn Du Dich an vereinbarte Ausgehzeiten hältst, werde ich nicht plötzlich auf der Party Deines Freundes auftauchen."

Liebe Eltern, das geht gar nicht:

Und auch eines tut dem gegenseitigen Verständnis von Eltern und Jugendlichen gut: Erinnern Sie sich einmal zurück was Ihnen damals bei Ihren Eltern auf die Nerven ging und was Ihnen selbst schrecklich peinlich war. Die folgenden Klassiker treiben garantiert auch heute noch die Schamesröte in jedes Teenager-Gesicht. Also, liebe Eltern, bitte nicht nachmachen:

1. „Hallo Süßer!"
Sie holen Ihren 12-jährigen Sohn von der Schule ab, rufen ihm winkend und lachend „Hallo Süßer!" zu und drücken Ihrem verdutzten Sprössling dann auch noch einen Kuss auf den Mund. Hinter ihnen tuscheln grinsende Mitschüler und Ihr Sohn wünscht sich nur eins: Erdboden tu dich auf!

Wenn Ihr Kind Sie — vielleicht auch ohne diese Erfahrung — bittet, das Küssen in der Öffentlichkeit künftig zu unterlassen, sollten Sie sich unbedingt daran halten, auch wenn es schwer fällt! Ein kleiner Trost: Oft brauchen Teenies, die tagsüber unabhängig sein wollen, abends beim Zubettgehen (wenn es keiner sieht!) trotzdem  noch ihre Kuscheleinheiten mit Mama oder Papa.

2. „Leon hat jetzt eine kleine Freundin!"

Zu Omas 70. Geburtstag ist die gesamte Verwandtschaft versammelt und Sie als Mutter können es kaum erwarten an der Kaffeetafel eine Neuigkeit zu verkünden: „Leon hat jetzt eine kleine Freundin! … Erzähl doch mal, Leon…!" Oh je! Peinlicher geht es wirklich nicht. Armer Leon, hier ist eines sicher: Er wird es bitter bereuen, sich seiner Mutter anvertraut zu haben.

3. Erster Jungs-Besuch! Bitte nicht stören…
Ihre 14-jährige Tochter hat zum ersten Mal Besuch von ihrem Schwarm, den Sie noch dazu überhaupt nicht kennen. Bitte bleiben Sie cool und poltern Sie nicht alle zehn Minuten in das Kinderzimmer mit Pseudo-Fragen wie „Habt ihr Hunger?", „Hast du deine Hausaufgaben gemacht?" oder „Wie war es heute in der Schule?"

Das nervt!!! Was wird Ihre Tochter schon machen, wenn die Eltern quasi an der Zimmertür kleben? Abhängen, quatschen, Musik hören, vielleicht ein wenig knutschen… Ihr erstes Mal wird sie sicher nicht mit lauschenden Eltern an der Wand haben, sondern dann wenn die Gelegenheit da und die Eltern weit weg sind.

Ein sensibles Thema: Die erste Liebe (Foto: Thinkstock)Ein sensibles Thema: Die erste Liebe (Foto: Thinkstock)

4. Mama kleidet sich „voll peinlich"!
Ein großes Thema während der Pubertät ist der Look der Eltern. Kleidungsstil und Frisur können in dieser Zeit eigentlich nur falsch sein. Entweder Sie kleiden sich zu spießig oder Ihr Stil unterscheidet sich kaum von dem Ihres Kindes. Was für Sie selbst dann cool und jungendlich ist, empfindet Ihr Kind als „voll peinlich".

Jugendliche wollen sich schließlich von Ihren Eltern abgrenzen! Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie plädieren bei Ihrem Nachwuchs auf Toleranz, was Ihr Aussehen betrifft — Sie müssen in dieser Zeit schließlich auch mehr als tolerant sein, was Verhalten und Optik Ihres Kindes betrifft, oder Sie lassen sich von Ihrem Sprössling ein neues Outfit verpassen. Sie müssen sich ja nicht verkleiden, aber wahrscheinlich bricht Ihnen kein Zacken aus der Krone, wenn Sie den einen oder anderen Vorschlag Ihres großen Kindes annehmen.

5. „End krass!" — Was labert Papa da?

Genauso ist es mit der Sprache! Es gibt nicht umsonst eine „Jugendsprache": Jugendliche wollen sich dadurch  - genau wie mit der Kleidung - von Ihren Eltern abgrenzen und sich mit ihren Altersgenossen identifizieren. Es klingt deshalb nur albern, wenn Papa oder Mama diese Sprache imitieren und ihr Kind findet das sowieso nur peinlich.

6. Mama taucht in der Disco auf

Auch ein Klassiker, der nichts an Peinlichkeit eingebüßt hat: Mama oder Papa holen den Sprössling direkt in der Disco, Kneipe oder von der Party ab. Das geht gar nicht! Viele Jugendliche nutzen den Service des Elterntaxis sicher gerne, aber das ungeschriebene Gesetz lautet: Eltern müssen im Auto bleiben! Allerdings muss sich dann auch der Nachwuchs an die festgelegten Zeiten halten und Mama und Papa nicht zu lange im Auto warten lassen.

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7. „Die Hose macht aber einen dicken Hintern!"

Einkaufen mit Mama! Wahrscheinlich findet es Ihre Tochter eigentlich ganz cool, mit Ihnen auf Shopping Tour zu gehen, schließlich springen so ein paar neue Klamotten für sie heraus. Peinlich wird es allerdings, wenn Mama sich in die Klamottenwahl mit einbringt, neugierig in die Umkleidekabine schaut oder vor dem Spiegel mitten im Shop Kommentare abgibt wie „Das Shirt betont Deinen Busen zu stark!" oder „Die Hose macht aber einen dicken Hintern!"

Das alles ist an Peinlichkeit nur noch zu toppen, indem Sie als Mama dazu auch noch die Verkäuferin mit einbeziehen und fragen: „Finden Sie das nicht auch?" „Haben Sie das  noch eine Nummer größer?"

Generell gilt: Kommentare zur Figur in der Pubertät am besten komplett vermeiden. Die Hormone spielen verrückt, die Hüften werden breiter, plötzlich kann man nicht mehr einfach essen, was man will - ohne zuzunehmen. Das letzte, was man in dieser Situation braucht sind kritische Bemerkungen.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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