Kommunikationsfehler in der Familie: So vermeiden Sie Streit

Kinder sind oft genervt von ihren Eltern, sie fühlen sich nicht verstanden und schon gar nicht ernst genommen! Dabei wollen Eltern nur das Beste für Ihr Kind - und tapsen doch tagtäglich in Kommunikationsfallen, die ein echtes, gutes Gespräch mit dem lieben Nachwuchs unmöglich machen. Familiencoach Michaela Sauer nennt die häufigsten Kommunikationsfehler und erklärt, wie man es besser machen kann.

Harmonie in der Familie - gibt es nicht immer! (Foto: Thinkstock)Kinder wollen von ihren Eltern ernst genommen werden (Foto: Thinkstock)

Eltern sagen nicht klar, was Sie wollen!
Kinder nehmen alles, was Erwachsene sagen wörtlich. Sie haben noch nicht gelernt, Doppeldeutigkeiten, Ironie oder rhetorische Fragen zu verstehen. Gerade Ärger formulieren Eltern für Kinder oft unverständlich und wundern sich dann, dass das Kind nicht macht, was sie sagen. Eine typische Ermahnung lautet z.B.:
- „Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du beim Essen sitzen bleiben sollst?" Hm, wie oft? Mal überlegen… Zweimal, dreimal? Keine andere Antwort liegt für das Kind näher! Wie soll es wissen, dass nicht die Anzahl der Ermahnungen gefragt ist, sondern dass Mama will, dass es beim Essen nicht ständig rumzappelt?!
- „Willst du nicht endlich beim Essen sitzen bleiben?" Auch auf diese Frage gibt es für ein Kind nur zwei logische Antworten: Nämlich entweder „ja" oder „nein"! Aber auch das will Mama jetzt nicht hören.

Michaela Sauer rät: „Machen Sie es Ihrem Kind doch nicht so schwer! Sagen Sie ganz klar, was Sie wollen, z.B. 'Lara, bitte bleib während des Essens sitzen!'"

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Eltern hören nicht richtig hin!
Wenn ein Jugendlicher z.B. sagt: „Die Schule ist blöd! Ich habe keine Lust mehr auf den Mist!", passiert es häufig, dass Eltern…
- …schimpfen („Bist du verrückt?! Natürlich gehst du weiter zur Schule!!!"),
- …verurteilen („Du bist einfach nur faul!")
- …oder moralisieren („Du wirst schon sehen, was ohne Schulabschluss aus dir wird!").

„Wenn Ihr Kind solche provokanten Aussagen zur Sprache bringt, sollten Sie besonders gut hinhören, sanft nachfragen und auf die Körpersprache Ihres Kindes achten", rät die Familienexpertin. „Ziemlich sicher steckt etwas ganz anderes dahinter, mit dem Ihr Kind nicht klar kommt: Vielleicht gab es Ärger mit einem Lehrer? Vielleicht hat Ihr Kind etwas angestellt und weiß nicht, wie es sich jetzt verhalten soll? Vielleicht ist es unglücklich, weil der heißgeliebte Schwarm eine Freundin hat?" Eines ist sicher, wenn Sie schimpfen und eine Moralpredigt halten, werden Sie nie erfahren, was wirklich hinter der Aussage steckt! Ihr Kind wird sich frustriert zurückziehen und sich im Stich gelassen fühlen.

Eltern lassen ihr Kind nicht ausreden!

Dieses elterliche Verhalten stammt aus einer gut gemeinten fürsorglichen Motivation in der Kleinkinderzeit. Wenn die Kleinen anfangen zu sprechen, verstehen nur Mama und Papa, was der Buchstabensalat bedeuten soll, also dolmetschen sie für die Außenwelt. Sobald ein Kind aber anfängt Zwei- oder Drei-Wort-Sätze zu sprechen, sollten man die Geduld aufbringen, das Kind selbst formulieren zu lassen.

„Bitte sprechen Sie die Sätze nicht für Ihr Kind fertig oder nehmen seine Antwort vorweg", rät Michaela Sauer. „Kinder wollen ernst genommen werden und dazu gehört auch, dass sie frühzeitig für sich selbst sprechen dürfen! Wenn Ihr Kind größer wird, stehen sonst unweigerlich permanente Machtkämpfe auf der Tagesordnung."

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Eltern fragen ihr Kind aus!

In vielen Familien gibt es im Alltag nicht genug Zeit für ungestörte Gespräche. Damit Eltern am Ball bleiben, kommen sie sofort zur Sache und fragen, was sie interessiert: Wie war es in der Schule? Hast Du die Mathe-Arbeit zurück bekommen? Hast Du Deine Hausaufgaben gemacht? Wo gehst Du hin? Mit wem triffst Du Dich? „Diese Fragen wirken wie ein Verhör", gibt die Beraterin aus Wien zu bedenken. „Gerade Teenager fühlen sich dann nur ausgefragt und nicht verstanden und ziehen sich immer mehr zurück."

Michaela Sauer rät. „Nehmen Sie sich Zeit und geben Sie Ihrem Kind den sprachlichen Raum, den es braucht, damit es mit eigenen Worten von seinem Tag erzählen kann. Im Gegenzug erzählen sie davon, was Sie erlebt haben. So entsteht ein echtes Gespräch!" Heikle Frage sollten Sie dabei erst einmal in den Hintergrund stellen. Sie werden erstaunt sein, wie viel Sie von Ihrem Kind erfahren, wenn Sie sich ihm mit wirklichem Interesse zuwenden. In so einem guten Gespräch hat dann auch eine brisante Frage nach der Mathe-Arbeit oder dem ersten Freund Platz.

Mehr Infos zu unserer Expertin unter www.elternberatung.co.at.

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    • Beste AntwortMan kann sich auf zwei Arten abgrenzen. Das ist diese ausgefallene Schiene, wo die Namen von den Kindern bis weit in die Grundschule nicht einmal buchstabiert werden können, angelehnt an möglichst exotische Vorbilder, Figuren der Popkultur. Und dann gibt es die Masche, die die akadamische Mittelschicht fährt und mit voller Absicht in die Kiste nahezu altmodischer Namen greift und den Prenzlauer Berg mit Wilhelms und Friederichs bepflastert. Ein bisschen Phantasie ist völlig okay, wenn der Name aber zu sehr nach Stripperin, Nageldesignerin oder 90er Jahre Boygroupmitglied klingt, dann ist man wahrscheinlich zu weit gegangen. Man darf immer im Hinterkopf behalten, dass das Kind im ersten Moment zwar putzig und süß ist und man seine subjektiv empfundene Einzigartigkeit in die Welt hinausschreien möchte, dass das Kind mit diesem Namen aber leben muss. Vielleicht wäre ein Ansatzpunkt sich zu fragen, wie der Name auf einer Visitenkarte eines Anwaltes/ Arztes/ Richters aussähe und welchen Eindruck dieser Name auf einer Visitenkarte hinterlassen würde. Nicht, dass alle Kinder Arzt, Anwalt oder Richter werden sollen, aber es sind mehr oder weniger respektable Berufe, die man ernst nehmen will.
    • Pierre ist schön und in deutschland nicht weitverbreitet der name ist entscheidend für die zukunft des kindes kevinses gehen nicht auf unis lukasses schon ich kenne nur einen kevin der auf die uni geht und er ist in prüfungen durchgefallen!! EINEN KEVIN!! bei manchen menschen sagt man auch "er sieht wie ein horst aus" und oft stimmt es niemals würde ich mein kind kevin oder chantal nennen. aber ausländische namen auch oft nicht gut wenn arbeitgeber etwas türkisches sehen scheuen sie sich auch oft. ein schwarzer freund wurde von einem facharzt abgelehnt weil es angeblich keinen termin mehr gab. seine weiße freundin hat dort dann angerufen und konnte einen termin für ihn ausmachen. egal das ist was anderes. ich würde mein kind aber auch nicht luke skywalker nennen. etwas ganz normales würde ich mir aussachen. aber keinen trendnamen. denn ein trend geht vorbei und ein kind wird hoffentlich sehr alt.
    • Traditionen finde ich gut: Die Erna bei uns ausm Hinterhaus, hat ihre Tochter Erna genannt, weil alle weiblichen Erstgeborenen Erna heißen. Der Sohn heißt Locke. Weil alle männlichen Erstgeborenen halt Locke heißen. Ich hab gefragt, ja was ist denn, wenn Ihr noch ein Kind bekommt? Sie meinte, dann werden da halt Nummern drangehängt. Das finde ich schön. ...die haben übrigens immer so gute Ideen...so bodenständig.
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