Babys: Füttern auf Abruf verspricht hohen IQ

Eltern, die sich schon immer einen kleinen Einstein gewünscht haben, können die Intelligenz ihres Sprösslings gezielt fördern. Denn Schlauheit lässt sich laut einer britischen Studie offenbar anfüttern.

Säuglinge schlau füttern, das geht laut einer britischen Studie. (Bild: thinkstock)Säuglinge schlau füttern, das geht laut einer britischen Studie. (Bild: thinkstock)

Der Nachwuchs schreit nach Happa, Mama und Papa sind sofort zur Stelle? Essen auf Verlangen stillt nicht nur den Hunger, sondern ist offenbar auch perfektes Futter für den Geist der Kleinen, so das Ergebnis der „Avon Longitudinal Study of Parents and Children" in Großbritannien.

Die Studie wurde seit den frühen 1990er Jahren im Raum Bristol an mehr als 10.000 Kindern durchgeführt, um den Lanzeiteffekt von verschiedenen Füttermethoden auf die Intelligenz zu testen. Inzwischen sind die kleinen Probanden alle Teenager und zeigten tatsächlich deutliche Unterschiede in ihren schulischen Leistungen.

Wissenschaftler der Universitäten von Essex und Oxford nahmen dafür drei Mutter-Kind-Typen unter die Lupe: Einmal wurden die vier Wochen alten Säuglinge nach einem festen Plan — z.B. alle vier Stunden — gefüttert.

Dann gab es solche Duos, bei denen die Mütter ihren Kleinen zwar nach Plan zu Essen geben wollten, es aber nicht schafften. Und dann waren da noch die Babys, die von ihren Mamis immer auf Verlangen - sprich, nach Schreieinlage - ihre Nahrung bekamen, beschreibt die Nachrichtenagentur „Press Association" den Versuchsaufbau.

Letztere Versuchskaninchen dürfen ihren Eltern nicht nur dafür dankbar sein, dass ihr Appetit immer im Handumdrehen gestillt wurde. Die „Auf Abruf"-Esser warteten als 8-Jährige nämlich mit einem höheren IQ als die anderen Probanden auf. Außerdem schnitten sie als 5-, 7-, 11- und 14-Jährige bei Schultests besser ab. So das Resultat des Verköstigungsexperiments nach Auswertung der Daten.

Mütter bekämen bei der Zeitplan-Fütterung zwar mehr Schlaf. Doch offenbar geht dieser kleine Luxus auf Kosten des Sprösslings. „Sowohl beim Stillen als auch beim Fläschchengeben zeigte sich der Unterschied bei Kindern, die nach Plan und denjenigen, die auf Abruf gefüttert wurden", erklärte Dr. Maria Iacovou vom wirtschaftlichen und sozialen Forschungsinstitut der Universität Essex.

Der Unterschied von IQ-Werten von etwa vier bis fünf Punkten sei zwar signifikant, mache aus dem Klassenschlechtesten aber keinen Primus, so Iacovou. Immerhin sei bei einer Klasse aus 30 Schülern aber ein Sprung von beispielsweise Platz 15 auf Rang elf oder zwölf in der Besten-Liste drin, so Iacovou.

Bei der im Fachmagazin „European Journal of Public Health" veröffentlichten Studie seien Faktoren wie der familiäre Hintergrund, Bildung und Einkommen der Eltern, Alter und Geschlecht des Kindes sowie der Gesundheitszustand und Erziehungsstil der Mütter berücksichtigt worden.

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