Warum Eltern ihre Kinder verwöhnen

Suri, die sechsjährige Tochter von Tom Cruise und Katie Holmes, wird nach Strich und Faden verwöhnt. Ob es sich um die neusten Prada-Schühchen handelt oder um einen Ausflug nach Disneyland im Meerjungfrauenkostüm à la Arielle – die Schauspieler lesen ihrer kleinen Prinzessin jeden Wunsch von den Lippen ab. Dafür ernten die beiden viel Kritik in der Öffentlichkeit. Doch nicht nur Promis überhäufen ihren Nachwuchs mit Geschenken und Aufmerksamkeit. Auch vielen anderen Eltern fällt es schwer, die richtige Dosis Zuwendung zu schenken. Wir haben uns gefragt, warum das so ist und wie sich Verwöhnung auf die Entwicklung unserer Sprösslinge auswirken kann.

Suri Cruise wird nach Strich und Faden verwöhnt. (Getty Images, splash news)

Wir alle lieben es, verwöhnt zu werden. Wir brauchen es sogar. Vor allem Babys sollten vom ersten Tag an ein gesundes Maß an Verwöhnung in Form von Liebe, ausgiebigen Kuschelstunden und Geborgenheit bekommen, um sich gut entwickeln zu können. Die Betonung liegt auf „gesundens Maß“.

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Frau Siegl Peisl, analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Paar- und Familientherapeutin aus München, erklärt den Unterschied: „Man kann vereinfacht sagen, dass es die positive und die negative Verwöhnung gibt." Positive Verwöhnung kennen wir alle, weil sie uns einfach gut tut. Dass wir uns über eine Massage unseres Partners freuen, wenn wir nach einem 12-Stunden-Tag geschlaucht nach Hause kommen, ist eigentlich nur verständlich. Das Gleiche gilt für unsere Sprösslinge. „Gut balancierte Eltern machen es intuitiv auch weitgehend richtig und geben ihren Kindern ein ausreichendes, gesundes Maß an Verwöhnung“, sagt Peisl.

Haben Eltern in ihrer Kindheit zu wenig Zuneigung bekommen, dann fällt es ihnen später schwer, ein gesundes Maß für ihre Kinder zu finden. Sie neigen als Eltern unter Umständen dazu, ihr Kind zu sehr zu verwöhnen. „Oft ist es so, dass Eltern ihrem Kind Dinge in einem übertriebenen Maß tun, die sie selbst zu wenig erfahren haben. Das heißt, sie meinen damit gar nicht ihr Kind, sondern sich selbst. Die schlaue Seele des Kindes spürt jedoch genau, dass es eigentlich nicht gemeint ist, sondern das zu kurz gekommene Kind in seiner Mama oder seinem Papa. Dadurch wird es tief in seinem Unbewussten irritiert“, so die Kinderpsychotherapeutin.

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Zur gesunden Verwöhnung gehören auch kleinere Frustrationserlebnisse, mit denen unser Nachwuchs Eigenverantwortlichkeit entwickeln kann und sollte.Es spricht also nichts dagegen, unsere Kinder mit viel Liebe und Zärtlichkeit zu überschütten. Den Kauf der hundertsten Lego-Prinzessinnen-Hochburg sollten wir allerdings noch einmal überdenken.