Haarausfall: Die Ursachen und was wirklich hilft

Jeder Mensch verliert am Tag 50 bis 100 Haare. Das ist vollkommen normal. Was aber, wenn morgens plötzlich viel mehr Haare als sonst auf dem Kopfkissen liegen? Zunächst einmal gilt: Geraten Sie nicht in Panik! Ein gesteigerter Haarausfall muss nicht gleich ein ernsthaftes Problem bedeuten. Trotzdem sollten Sie bei ungewöhnlichem Haarverlust über einen längeren Zeitraum hinweg einen Arzt aufsuchen, um die Ursache zu klären. Denn Zeit ist Haar!

Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben (Bild: thinkstock)Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben (Bild: thinkstock)

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Androgenetischer/erblicher Haarausfall

Die häufigste Form des Haarverlusts, der erbliche Haarausfall, trifft bevorzugt Männer. Seine charakteristischen Merkmale sind Geheimratsecken und Glatzenbildung am Hinterkopf. Aber auch viele Frauen leiden (meist während oder nach den Wechseljahren) unter erblich bedingtem Verlust des Haupthaars. Sie bekommen üblicherweise keine Glatze, sondern eher dünneres Haar im Scheitelbereich.

Generell gilt: Je schneller die Ursache des Haarausfalls behandelt wird, desto besser. Denn wenn im schlimmsten Fall auch die Haarwurzeln zu Grunde gegangen sind, ist eine teure und schmerzhafte Haartransplantation die einzige Option, sein Haar dauerhaft zurück zu gewinnen.

Um die noch verbleibenden Haare und Wurzeln zu stärken und sie zu kräftigem Wachstum anzuregen, haben sich vor allem Tinkturen mit dem Wirkstoff Minoxidil und Alfratradiol als wirksam erwiesen. Für Frauen bieten sich in manchen Fällen die Antibaby-Pille und die Zufuhr von Östrogenen und Gestagenen an. Natürlich können Sie auch mit einer ausgewogenen Ernährung und aufbauenden Kombipräparaten ihr Haar zusätzlich kräftigen.

Kreisrunder Haarausfall

Betroffene des kreisrunden Haarausfalls leiden unter runden, kahlen Flecken im Kopfhaar, seltener im Bart, dem Gesicht oder der Körperbehaarung. Im schlimmsten Fall kann es zum kompletten Haarverlust am ganzen Körper kommen.

Was genau zu dieser Form des Haarverlusts führt, ist unbekannt. Mediziner gehen von einer Fehlreaktion des Immunsystems aus. Da die genaue Ursache des kreisrunden Haarausfalls nicht bekannt ist, erweist sich eine Therapie als sehr schwierig.

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Bei manchen Menschen wachsen die Haare nach einigen Monaten von ganz alleine wieder nach. Sollte das bei Ihnen nicht der Fall sein, ist eine Therapie mit Kortison eine Möglichkeit, den Haarausfall zu stoppen. Auch die Einnahme von Zink wird von vielen Medizinern bei kreisrundem Haarausfall empfohlen.

Diffuser Haarausfall

Im Gegensatz zu den gerade beschriebenen Haarausfall-Varianten, dünnen beim diffusen Haarausfall die Haare gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt aus. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Eisenmangel

Besonders Frauen mit starken Monatsblutungen leiden häufig an diffusem Haarausfall. Grund dafür ist der durch die Blutung verursachte Eisenmangel. Die Therapie ist im Vergleich zu anderen Varianten des Haarausfalls ein Kinderspiel. Mit einem geeigneten Eisenpräparat können die Patientinnen den Haarausfall stoppen und sich schon bald wieder über volles, gesundes Haar freuen.

Diäten und Krankheiten

Auch Schilddrüsenüber und -unterfunktionen, Infektionen, Hauterkrankungen, Nährstoffmangel aufgrund strikter Diäten, Esstörungen oder auch chronische Darmkrankheiten führen oftmals zu extremem Haarverlust. Zunächst müssen diese Ursachen behandelt werden, um den Haarausfall zu stoppen.

Sollte der Haarausfall etwa wegen einer Diät entstanden sein, beenden Sie diese so schnell wie möglich und achten Sie stattdessen auf eine ausgewogene Ernährung. Diese können Sie in jedem Fall zusätzlich mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten (am besten Biotin, Folsäure, Zink und die Vitamine B6 und B12) optimieren.

Stress und psychische Ursachen

Besonders Frauen, die viel unter Stress stehen, klagen oft über Haarverlust. Betroffene sollten diesen Druck durch gezielte Ruhepole und ausreichend viel Schlaf abbauen. Auch ein Ausgleich wie Sport, etwa Yoga, kann wahre Wunder bewirken.

Doch manchmal ist der hektische Alltag nur indirekt der Auslöser für kahle Stellen auf dem Kopf. Manche Menschen, ebenfalls meist Frauen, verspüren den Zwang, sich bei Anspannung die Haare auszureißen (Trichotillomanie). Als Behandlung empfiehlt sich eine Psychotherapie.

Schwangerschaft

Hätten Sie eigentlich gewusst, dass Haarausfall bei Frauen zwei bis vier Monate nach der Schwangerschaft ganz normal ist? Wegen des veränderten Hormongleichgewichts verlängert sich der Lebenszyklus der Haare. Sie sind besonders kräftig und wachsen einfach weiter, anstatt auszufallen.

Nach der Geburt verliert die frischgebackene Mami die Haare, die ihren Lebenszyklus bereits überschritten haben. Zusammen mit den rund 100 Haaren, die man ohnehin jeden Tag in der Bürste zurücklässt, sieht das auf den ersten Blick dramatisch aus. Doch keine Sorge, das Problem löst sich meist von ganz alleine.

Medikamente

Verschiedene Medikamente wie Cholesterinsenker, Betablocker, Mittel zur Blutverdünnung oder Retinoide gegen Akne verursachen bei einigen Menschen diffusen Haarausfall. Wenn Sie die Vermutung haben, dass ein bestimmtes Präparat bei Ihnen zu Haarausfall führt, teilen Sie das dem behandelnden Arzt unverzüglich mit. Ihrer Bitte, belastende Medikamente durch andere Präparate zu ersetzen, wird er bestimmt gerne nachkommen.

Sollte der Haarausfall auch noch anhalten, wenn Sie die Ursache bereits erkannt und bekämpft haben, keine Panik. Bis Präparate wie zum Beispiel Eisentabletten ihre Wirkung entfalten, kann es durchaus zwei bis drei Monate dauern.

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