Bei "Underworld: Evolution" stand Ihr Ehemann Len Wiseman, den Sie während des Drehs von Teil eins kennen gelernt hatten, als Regisseur hinter der Kamera. Wie war's? Hatten Sie dadurch mehr zu sagen?

Kate: Es war klasse, so viel Einfluss hatte ich noch nie. Normalerweise lassen sich Regisseure nie reinreden, aber hier war ich voll involviert, vom Drehbuch bis zum Endschnitt. Sogar ein paar meiner Vorschläge habe ich wiederentdeckt. Als ich den Film zum ersten Mal sah, fiel's mir gleich auf: "Hey, das Feuer in dem mittelalterlichen Dorf, das war meine Idee!"

Welche Szenen waren am schwierigsten zu drehen?

Kate: Alles, was mit Werwölfen zu tun hatte. Weil Len so viele Computer-Tricks wie möglich vermeiden wollte, mussten sich die Jungs in diese unglaublich unbequemen Anzüge stecken lassen, die sie nur kurze Zeit anbehalten durften, vermutlich, weil sie sonst darin eingegangen wären (lacht). Meine Albtraum-Szene war die im Wassertank. Zwei Tage lang haben wir darin gedreht, und am Anfang habe ich ein bisschen Panik geschoben, weil ich mich in darin ganz schön beengt fühlte.

Ihr Latex-Dress sieht verdammt eng aus. Wie lange haben Sie morgens zum Anziehen gebraucht?

Kate: Das Anziehen war ziemlich einfach. Das einzige, was an dem Anzug nervte: Jedes mal, wenn ich pinkeln ging, musste ich das gesamte Korsett ausziehen und alle mussten jedes Mal ewig auf mich warten. Nach Feierabend war ich deshalb immer ziemlich dehydriert. Ansonsten hatte ich es gut: Ich konnte jeden Morgen am längsten schlafen, weil ich am schnellsten mit Styling und Make-up durch war, viel schneller als die Jungs. Das ist mir noch nie passiert.

Kate Beckinsale
Wie war die Liebesszene mit Scott Speedman? Immerhin stand ihr Gatte daneben.

Kate: Das können Sie sich doch ausrechnen: irre! Ich bin einigermaßen damit zurecht gekommen. Es ist so, als ob man mit leichter Flugangst in einen Flieger steigt und neben einem sitzt jemand, der völlig durchdreht. Das macht einen selbst automatisch ruhiger. Scott ist durch die Hölle gegangen. Ist ja auch bizarr, nackt an der Ehefrau eines anderen rumzufummeln, wenn der dabei die Kamera hält. Liebesszenen sind für Kerle ohnehin härter als für uns, denn Männer haben, wie Sie wissen, gewisse bewegliche Körperteile. Wenn sich da was rührt, ist es natürlich super-peinlich, wenn sich nichts rührt ebenso. Scott hat sich Seinen mit drei festen Knoten ans Bein gebunden oder so ähnlich und muss während der gesamten Szene körperliche Schmerzen ausgestanden haben. Das hat mich um so lockerer gemacht. (lacht).

In "Van Helsing" spielen Sie eine Vampir-Jägerin, in den "Underworld"-Filmen eine Vampirin. Welcher Part ist Ihnen lieber?

Kate: Der des Vampirs! Dabei habe ich gar keine dunkle Ader. Langsam wird es allerdings schwierig, das den Leuten glaubhaft zu machen. Ernsthaft, "Underworld" habe ich damals in erster Linie deswegen angenommen, weil ich einen Action-Film drehen wollte. Momentan bin ich auf dem Wege der Besserung, ich drehe die romantischen Komödie "Click" mit Adam Sandler, danach steht ein Drama mit Sam Rockwell auf dem Programm. Wenn ich für "Van Helsing 9" und "Underworld 27" unterschreibe, dürfen Sie anfangen, sich Sorgen zu machen.

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