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    Darjeeling unlimited: Großbritannien und seine Liebe zum Tee

    Die Blätter fallen, die Tage werden kürzer: Der Herbst ist da und mit ihm die Teezeit. Wenn die Temperaturen sinken, hält sich das Verlangen nach Sommergetränken à la Sprizz in Grenzen, lieber wärmen wir uns an einem Heißgetränk. In Großbritannien ist nicht nur im Herbst „Tea Time": Für die Engländer ist und bleibt der Tee fester Bestandteil ihrer Trinkkultur.

    Die Engländer lieben ihren Schwarzertee (Bild: fotolia)Die Engländer lieben ihren Schwarzertee (Bild: fotolia)

    Britische Tee-Kultur: Der „Afternoon Tea"

    Schwarzer Tee mit Milch gehört für die Briten zu ihrem Nachmittag wie die Corgis zur Queen. Ihren traditionellen „Afternoon Tea" genießen sie mit süßem Teebrot oder so genannten Savouries, kleinen Appetithäppchen. Doch nicht immer im Laufe der Geschichte kamen alle Briten in den Genuß des Heißgetränks.

    Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts begann England, Tee zu importieren, und zwar zunächst aus China. Den Handel führte ausschließlich die Britische Ostindien-Kompanie, eine Handelsorganisation des Königreichs, die das Monopol auf das Geschäft mit dem Tee hatte. Tee war damals so teuer, dass er als Statussymbol der Oberschicht galt und dieser vorbehalten war.

    Als Queen Anne (1665-1714) anstatt des sonst üblichen Warmbiers zum Frühstück lieber Tee trank, wurde das Heißgetränk auch für das Volk interessant. Zu Beginn der Industriellen Revolution wurden die Teesteuern dann so weit gesenkt, dass sich bald auch die Mittel- und Arbeiterschicht Tee leisten konnte. In dieser Zeit entwickelte sich Großbritannien zum Zentrum des europäischen Teehandels. Die edelsten Sorten aus China und Indien kamen über die Häfen des Königreichs bis nach Europa.

    Die britische Teekultur in der Breite hat heute jedoch nicht mehr viel mit der hohen Qualität von einst zu tun, erklärt Werner Merten vom „TeaHouse", einem Münchner Teefachgeschäft: „Die Briten konsumieren zwar viel Tee, jedoch werden für die Beutel nur die billigsten Sorten verarbeitet."

    Tipp: Wer sich in einem traditionellen englischen Teehaus eine richtig gute Tasse gönnen will, sollte unbedingt das 1707 gegründete "Fortnum and Mason" in der Nähe des Picadilly Circus in London besuchen. Bei einem „Afternoon Tea" und kleinen Köstlichkeiten kann man sich hier vom Sightseeing und Shopping erholen.

    Milch oder Zitrone?

    Der traditionelle „Afternoon Tea" wird mit Milch getrunken. Sie outen sich aber nicht als ungehobelter Gallier, wenn Sie Ihren Tee lieber mit Zitrone oder ohne alles trinken: „Ob man Milch, Zitrone oder gar nichts in den Tee mischt, ist Geschmackssache", klärt Werner Merten auf. Eine Sache könne man jedoch sehr wohl falsch machen: „Bereiten Sie Ihren Tee nie in einem Tee-Ei zu, so erstickt man die Blätter und der Tee kann sich nicht entfalten". Für den britischen Teegenuss empfiehlt er qualitativ hochwertige Ceylon-Tees. „Wenn man seinen Tee gerne mit Milch trinkt, soll man eine herbere Sorte wählen, weil Milch den Tee weicher macht", so seine Empfehlung.

    „Mif" oder „Tif"?

    Kleiner Exkurs in Sachen Kurioses: Haben Sie schon einmal von dem Streit zwischen „Mif"- und „Tif"-Verfechtern gehört? Diskutiert wird dabei die Frage, ob zuerst die Milch (Milk-in-first, Mif) oder zuerst der Tee (Tea-in-first, Tif) in die Tasse gegossen wird. Früher diente die „Mif"-Strategie dazu, die empfindlichen Porzellantassen vor dem Zerbrechen zu schützen. Auf den Geschmack soll es keine Auswirkungen haben, ob man nun den Tee oder die Milch zuerst eingießt. Gestritten wird trotzdem.

    Wie wäre es einfach mit einer Tasse „Gute Laune"-Tee? Damit würden Sie zwar bei einem britischen Hofzeremoniell nicht durchkommen, aber die wenigsten sind ja zu Gast im Buckingham Palace. Außerhalb der höfischen Mauern ist erlaubt, was gefällt. Tee-Experte Merten weiß, dass vor allem in Herbst und Winter Gewürztees in allen Variationen sehr beliebt sind. Immer im Trend sei japanischer Grüntee, auch zu feinem Pulver gemahlen als Matcha-Tee.

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