Über eine Million Seidenspinnen webten vier Jahre lang an einem goldenen Umhang, der ab dem 25. Januar im Londoner „Victoria & Albert Museum" ausgestellt wird. Doch nicht alle sind von dem Modewunder begeistert: Die Tierschutzorganisation PETA spricht von „Massentierhaltung".
Der goldene Umhang aus Spinnenseide ist im Londoner "Victoria & Albert Museum" zu sehen (Bild: AFP)
80 Menschen, 1,2 Millionen Golden-Orb-Seidenspinnen und vier Jahre hat es gebraucht, bis die Designer Nicholas Godley und Simon Peers ihr Mode-Kunstwerk vollendet hatten — das Endprodukt ist ab jetzt im Londoner „Victoria & Albert Museum" zu sehen.
Der safrangelbe Umhang ist das größte Kleidungsstück der Welt, das komplett aus der Seide von Spinnen besteht. „Es ist wie ein Tarnumhang, weil man Spinnenseide nicht spüren kann", sagte Godley dem britischen „Observer". „Hätten wir den Umhang nicht gemacht, würde die Seide in Form von Spinnweben im Wind wehen. Das ist Teil des Zaubers. Es hat etwas so Vergängliches, und dennoch haben wir geschafft, es einzufangen", schwärmte Peers.
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Jeden Morgen wurden dafür im Hochgebirge von Madagaskar 24 weibliche Golden-Orb-Spinnen eingesammelt, deren Beine so lang sind wie eine menschliche Hand. Anschließend wurden die Tiere an einem Stück Holz befestigt, das eine halbmondförmige Öffnung für ihren Unterleib enthält. Dieses Stück Holz wiederum gehörte zu einer Spindel, die zum letzten Mal vor über einem Jahrhundert benutzt wurde. Am Abend wurden die Spinnen wieder in die Freiheit entlassen.
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Die Tierschutzorganisation PETA ist nicht für den neuesten Fashion-Hype zu begeistern. Sprecherin Nicole Deo bezeichnete den Vorgang in einer E-Mail an Yahoo! US als „Massentierhaltung" und prangerte das Museum dafür an. „[Die Verwendung von] Seide, die von den Spinnen normalerweise dazu benutzt worden wäre, Insekten zu fangen, um sich davon zu ernähren, ist nicht nur bizarr, sondern auch unangebracht und umweltfeindlich." Ob PETA gegen die Ausstellung klagen wird, ist noch unbekannt.

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