Ausreichend Schlaf, viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Freude am Leben, erfüllter Sex, andererseits Verzicht auf Nikotin, Alkohol, Zucker und zu viel Fett sind nachweislich lebensverlängernde und Jugend-bewahrende Indikatoren. Aber es halten sich auch hartnäckig Gerüchte im Volksglauben, die ewige Jugend versprechen — wohlgemerkt ohne sich Schlangengift in Stirnfalten zu jagen oder einen chirurgischen Eingriff vornehmen zu lassen. Was ist dran an den Jungbrunnen-Mythen?
Was ist dran an den Geheimnissen ewiger Jugend? (Bild: Thinkstock)
Melatonin: Nachtmilch macht jung?
Nachtmilch ist Milch, die erst nach Einbruch der Dunkelheit von Kühen gemolken wird. Sie enthält eine deutlich höhere Dosis Melatonin als normale Kuhmilch. Melatonin ist ein Botenstoff, der ausgeschüttet wird, wenn es dunkel wird. Er steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus entscheidend. Melatonin fängt zudem freie Radikale im Körper und drosselt den Energieverbrauch. Zugegeben, die Logik hat was: Das Hormon wäre eine Art Altersbremse im Schlaf. Einige kritische Stimmen warnen jedoch vor Nebenwirkungen bei Überdosierung. Studien über Effekte auf die Jugendlichkeit gibt es bisher keine, dafür aber vermutlich jede Menge unausgeschlafene Milchkühe.
Happy Aging: 40 ist das neue 30!
Knoblauch: Jugend aus der Knolle?
Im Volksglauben steht Knoblauch als Lebenselexier und Geheimwaffe für Jugendlichkeit hoch im Kurs. Der Knoblauch sorgt dafür, dass geschädigte Körperzellen wieder repariert werden, er hat Auswirkungen auf den Blutdruck und steigert die Immunabwehr. Studien brachten jedoch an den Tag, dass er nicht bei allen Menschen gleich wirkt, denn jeder verträgt Knoblauch im Essen unterschiedlich. Die richtige Dosis ist schwer zu finden und die Knolle als Anti-Aging-Mittel taugt, ist nicht wissenschaftlich gesichert. Aber wem die Knolle schmeckt und wer sie gut verträgt, dem schadet sie auch sicher nicht.
Grüner Tee: Sind Catechine die Wunderwaffe gegen das Alter?
Altersforscher finden am grünen Tee besonders die darin enthaltenen Catechine interessant. In geringen Mengen weist der Tee außerdem die Vitamine A, B, B2 und B12 auf. Dazu birgt er einige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Fluorid. Auch sind im grünen Tee einige Spurenelemente enthalten wie Kupfer, Nickel, Zink und der Muntermacher Coffein. Alles in allem ein gesunder Cocktail, soviel steht fest. Dem Mode-Getränk wird viel zugetraut, von seiner heilenden Wirkung auf Krebszellen, bis zu positiven Auswirkungen bei Augenleiden wie dem grünen Star. Die Wissenschaft forscht und experimentiert mit Hochdruck an den Stoffen, doch was die ewige Jugend anbelangt, gibt es noch keine Erkenntnisse. Da kann man nur Abwarten und Tee trinken.
Rotwein: Resveratrol - ein Anti-Aging-Mittel?
Das berühmte Glas Rotwein am Tag soll nicht nur die Gesundheit stärken, es soll auch in den Alterungsprozess der Zellen eingreifen können und jung halten. Tatsächlich gibt es Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit gegen Krebszellen. In Sachen Jugendlichkeit konnte dem Getränk aus der Traube bisher nichts nachgewiesen werden, aber immerhin fördert es den Verkauf von Resveratrol-Präparaten, Rotwein und Büchern über Resveratrol als Geheimwaffe gegen das Altern.
