Es lebe das Smartphone! Dank dieser schlauen Geräte können wir uns aus so gut wie jeder misslichen Lage manövrieren. Die meisten Nutzer sind inzwischen mit einer Flatrate durchgehend online, da geht der Griff in Verlegenheitsmomenten der Ruhe schon routinemäßig zum Handy. Es fällt regelrecht schwer, die Miniaturcomputer mal aus der Hand zu legen. In Gesellschaft ist das zusätzlich auch noch unhöflich, doch was geht — und was gar nicht? Wir haben eine Expertin in Sachen Benimmregeln zu Rate gezogen.
In der Öffentlichkeit mit dem Telefon spielen - ein No-Go? (Bild: thinkstock)
Unter Freunden
„Höflichkeit ist ein Zeichen unserer Wertschätzung für unsere Mitmenschen, unser Gegenüber und unsere Gesprächspartner", weiß die zertifizierte Knigge-Trainerin Fulya Sonnenschein. Da man sich in Gesellschaft von Freunden in einer lockeren Atmosphäre befindet, spricht zunächst nichts dagegen, das Handy auf dem Tisch zu legen oder mal eine Kurznachricht zu versenden, „es sei denn, man weiß, dass sich sein Gegenüber durch dieses Verhalten genervt fühlt!" Da Sie Ihre Freunde kennen, wissen Sie bestimmt, wie die so ticken. Sollten Sie unsicher sein: Einfach — höflich — nachfragen!
Im professionellen Umfeld
Hier gelten andere Regeln, erklärt die Expertin: „Wenn wir uns in einem gesellschaftlichen Kontext befinden, müssen wir unterscheiden zwischen privat und geschäftlich." Während eines Business Lunchs sollten Sie Ihrem Gesprächspartner Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, ein Mobiltelefon hat hier nichts verloren. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel — sollten Sie einen wichtigen Anruf erwarten, kündigen Sie diesen im Vorfeld an.
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In der Öffentlichkeit
„In der Regel gilt: Kurz halten und mit gesenkter Stimme reden", so Fulya Sonnenschein. Dabei ist es völlig unerheblich ob Sie in einem Laden, einem Lokal oder in der U-Bahn stehen. Ihnen mag es vielleicht nichts ausmachen, dass Unbekannte Ihr Gespräch mitbekommen. Ihre privaten Probleme oder Gedanken Menschen aufzuzwingen, die sich unabsichtlich in Hörweite aufhalten, kommt aber nicht so gut an. Und Ihrem Gegenüber eins vorzuplaudern, kann schnell respektlos wirken: „Das Telefonieren an der Kasse, während man etwa mit der Kassiererin interagiert, ist grob unhöflich, hält den Verkehr auf und sollte vermieden werden", erklärt Sonnenschein.
Auf der Durchreise
Bus- oder Bahnfahrten können ganz schön langweilen — da vertreibt man sich die Zeit gerne mit einem SMS-Plausch, einer Partie Angry Birds oder einem spannenden Artikel auf dem Handy. Doch wie kommt das bei den anderen Fahrgästen an? „Spielen mit Apps, surfen im Internet in der U-Bahn… Sofern es niemanden stört und diskret abläuft, stellt das sicherlich für sehr wenige Menschen ein Problem dar", lautet die Einschätzung der Expertin. Laute Töne dagegen, die durch die Kopfhörer dröhnen, sollten vermieden werden.
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Zweisamkeit statt Dreisamkeit
„Bei romantischen Verabredungen ist es so ziemlich der größte Abturner, sich mit seinem Smartphone mehr zu beschäftigen als mit seinem Date", findet Fulya Sonnenschein. Ihr Objekt der Begierde soll nicht das Gefühl bekommen, dass das, was sich auf dem Bildschirm Ihres Handys abspielt, spannender als Ihr Gespräch ist - oder was auch immer Sie sonst miteinander vorhaben. Der Tipp der Expertin lautet daher: „Romantikmodus an, Handy aus!"
