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    Fett ist der Feind – von wegen!

    Seit Jahrzehnten predigen Gesundheitsexperten und Ernährungspropheten: Zu viel Fett macht dick und krank. Sie sind überzeugt: Wer gesund, schlank und vital sein möchte, muss auf Fett verzichten. „Alles Quatsch!", behauptet Ulrike Gonder, Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin zum Thema. Ihr Credo: „Unser Körper braucht Fett - unbedingt!" Sie hat gute Gründe, das Fett in unserem Essen aus seinem Schattendasein zu befreien.

    Unser Körper braucht Fett zum Leben. (Foto: Thinkstock)Unser Körper braucht Fett zum Leben. (Foto: Thinkstock)

    Überholte Empfehlungen
    Noch immer warnen viele Ärzte, Ernährungswissenschaftler und zahlreiche Diätratgeber vor allem vor tierischen Fetten und gesättigten Fettsäuren in Fleisch, Wurst, Butter oder Sahne. Wer sein Gewicht reduzieren oder sich vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen möchte, sollte nach den gängigen Empfehlungen Fett durch Kohlenhydrate ersetzen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät: Essen Sie maximal 30 Prozent der Kalorien in Form von Fett, aber mindestens 50 Prozent in Form von Kohlenhydraten.

    „Diese Empfehlung ist Unsinn", sagt Ernährungsexpertin Ulrike Gonder. „In den letzten hundert Jahren hat der Anteil der Fette an den verspeisten Kalorien abgenommen und trotzdem sind die Menschen immer dicker und kränker geworden! Allein das Fett kann also nicht die Ursache sein!"

    Lesen Sie auch: Wie Ernährung und Hormone unsere Laune beeinflussen

    Fett macht nicht krank
    Diverse Langzeitstudien konnten den Zusammenhang zwischen Fettkonsum und Übergewicht nicht belegen. Stattdessen wurde deutlich, dass die fettarme dafür aber kohlenhydrathaltige Ernährung gesundheitsgefährdend sein kann: Eine Untersuchung fand sogar heraus, dass sich die Infarktrate verdoppelte, wenn besonders viele Kohlenhydrate gegessen wurden.

    „Fett allein verursacht keinen Herzinfarkt", erklärt die Expertin. „Der Risikofaktor Cholesterin im Blut erhöht sich vor allem dann, wenn Sie in Ihrer Ernährung dauerhaft fettreiche Lebensmittel wie Wurst mit vielen Kohlenhydraten in Nudeln, Kartoffeln, Brot oder Reis kombinieren. Wenn Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate essen, steigt durch die gesättigten Fette in Käse oder Butter in erster Linie das gute HDL-Cholesterin. Die 'bösen' LDL-Cholesterinpartikel werden dagegen kleiner. Das ist beides gut für Herz und Gefäße."

    Fett allein macht nicht dick
    Auch ob jemand dick wird liegt nicht allein daran, dass er fetthaltige Speisen isst. „Menschen werden unter anderem dann dick, wenn ihre persönliche Kalorienbilanz nicht stimmt", sagt die Oecotrophologin.

    Im Klartext heißt das: Wer zu viel isst, kann dick werden. Woher die Kalorien kommen, ist erst einmal egal. Das bedeutet: Solange die persönliche Kalorienbilanz stimmt, können die Kalorien auch in Form von Fett aufgenommen werden. Es seien übrigens eher die Kohlenhydrate, die uns schnell wieder hungrig machen und so zum Überessen beitragen würden, erläutert Ulrike Gonder.

    „Es ist einfach nicht wahr, dass es für die Gesundheit und die Figur wichtig ist, wenig Fett zu essen!", schimpft die Expertin. Sie werden auch mit fettreichen Diäten abnehmen und können mit mehr Fett im Essen Ihre Blutfettwerte verbessern und dabei gesünder werden, wenn sie dazu reichlich Gemüse essen." Auch Übergewichtige müssen nicht auf Fett verzichten. Entscheidend sei, dass man sich wohl, gesund und leistungsfähig fühle, weiß Ulrike Gonder. „Wie man dahin kommt, muss jeder für sich ausprobieren."

    Olivenöl ist gesund. (Foto: Thinkstock)Olivenöl ist gesund. (Foto: Thinkstock)

    Naturbelassene Fette sind unschlagbar
    Gesundheitlich besonders interessant sind die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Sie stecken in fettem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering und kommen in Walnüssen, Lein-, Walnuss-, Hanf- oder Rapsöl vor. Davon sollten wir mehr, von ihren Gegenspielern, die vor allem in Sonnenblumen- und Maiskeimöl stecken, weniger essen. „Bei diesen Fetten kommt es weniger auf die Menge an, sondern auf ein insgesamt ausgewogenes Verhältnis", so die Ernährungswissenschaftlerin. Auch die einfach ungesättigten Fettsäuren in Olivenöl, Nüssen, Fleisch und Avocados sind gesund.

    Industriell gehärtete Fette sind schlechte Fette
    Trotzdem gibt es auch minderwertige Fette: Nach heutigem Kenntnisstand sind die bei der industriellen Teilhärtung entstehenden trans-Fettsäuren die einzigen Fette, auf die man besser verzichten sollte. Um trans-Fettsäuren in der Nahrung zu erkennen, muss man die Verpackungen von Gebäck, Müsliriegeln, Fertiggerichten, Chips und Co. überprüfen. Wird dort der Begriff „gehärtet" in Zusammenhang mit Fetten oder Ölen erwähnt, handelt es sich um die ungünstigen industriellen Fette. „Trans-Fettsäuren können außerdem beim Frittieren entstehen, deshalb sollte man auch nicht allzu häufig Frittiertes essen", rät Ulrike Gonder. „Ab und zu Pommes sind aber völlig ok."

    Ernährungsexpertin Ulrike Gonder nennt fünf gute Gründe für Fett im Essen:

    1. Fett ist lebensnotwendig. Einige Fettsäuren wirken antibakteriell, andere sind so wichtig wie Vitamine und bewahren uns vor Krankheiten. Andererseits helfen uns bestimmte Fette auch, wenn wir krank sind. Mittelkettige Fettsäuren aus Milch- oder Kokosfett versorgen beispielsweise die Körperzellen schnell mit Energie.

    2. Fett ist ein wunderbarer Geschmacksträger und Aromavermittler. Ohne Fett schmeckt das Essen nur halb so gut.

    3. Fette sind wichtige Bau- und Wirkstoffe für unser Hirn. Lernen, Sozialverhalten, Erinnern und gute Stimmung wären ohne Fette nicht möglich.

    4. Fetthaltige Lebensmittel wie Butter, Sahne, Öle, Nüsse, Fische, Fleisch etc. liefern viele wichtige Nährstoffe wie z.B. die fettlöslichen Vitamine A, D und E, sowie die Mineralstoffe Magnesium, Kalium, Zink, Eisen, Jod oder Selen.

    5. Fett erhöht die Fruchtbarkeit von Frauen. Junge Mädchen benötigen eine bestimmte Menge Körperfett, um fruchtbar zu werden und zu bleiben. Da es etwa 50.000 Kalorien „kostet", um ein Kind auszutragen und während des Stillens täglich mindestens 500 weitere Kalorien für die Milchbildung hinzukommen, sorgt der Körper vor und legt in der Pubertät Energiereserven für eine mögliche Schwangerschaft an.

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    Unsere Expertin Ulrike Gonder ist Diplom-Oecotrophologin im hessischen Hünstetten im Taunus. Sie beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit dem Thema Fette in der Nahrung und hat zahlreiche Bücher (u.a. "Fett!", S. Hirzel-Verlag und „Mehr Fett!", systemed Verlag ) und Fach-Artikel dazu veröffentlicht. Mehr Informationen über sie gibt es unter www.ernaehrgesund.de.

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    53 Kommentare

    • Oliver  •  vor 3 Monaten
      Ich wusste es immer schon. Ich hasse diesen ganzen fettfreien Kram in den Supermärkten, selbst irgendeinen Jughurtdrink bekommt man überall mit 0,1% Fett. Ich liebe im übrigen auch Schokolade. Ich habe das Glück, dass ich ein schlechter Verwerter bin, heisst ich kann wirklich alles essen was ich will und nehme nicht zu. Die letzten 15 Jahre ist mein Gewicht konstant, es ist sogar schon vorgekommen, dass ich z.B. über Weihnachten leicht abgenommen habe. Wenn ich wenig esse verhunger ich auch nicht, aber anscheinend verwertet mein Köper immer nur das, was er braucht. Klar, wenn ich ein halbes Kilo Fleisch esse, dann nehme ich in diesem Moment auch ein halbes Kilo zu, allerdings verabschiede ich mich auch schnell wieder davon :)
      • Oliver vor 3 Monaten
        Das gilt natürlich auch für ein halbes Kilo Salat, Schokolade, Federn etc. ;)
      • Katja F vor 3 Monaten
        meiner kann auch alles essen was er will und nimmt nicht zu auch wenn er mal mehr ißt ich kann es nicht bei mir schlägt es gleich an
      • Niethalf vor 3 Monaten
        kenne ich oliver^^
        Ich esse wie in Massen und wiege konstant 62 Kilo auf 180 cm verteilt. Und ich esse kein grünzeug sondern viel und gerne fettig.
    • Ankha Angel  •  vor 3 Monaten
      Ich bin 1,77 m gross und trage Kleidergrösse 46. Na und? Mir doch egal, solang ich pupperlgesund bin. Diäten halte ich keine, achte aber sehr wohl auf Ernährung. Bei mir gibt´s keine Konserven, sondern alles frisch auf den Tisch. Das Einzige, was ich sowieso net esse, sind Süssigkeiten. Wenn schon Süsses, dann selbstgemachten Pudding (also nix da Dr. Oetker-Puddingpulver, sondern nach Hausmannskost), halt alles Selbstgemachtes. Und wenn ich Bonbons haben will, mach ich mir selbst Karamellen. Aber auf Fett verzichte ich auf gar keinen Fall. Ich esse zwar keine Butter, dafür aber Pflanzenmargarine, wo Vitamine A, D und E drinnen sind und auch koche ich nur mit Öl.
      • tschortsch vor 3 Monaten
        Mit Dir möchte ich nicht zusammen sein . . .
      • DieEntsetzte vor 3 Monaten
        Selber schuld Tschortsch... Schön, dass es noch einige dieser Frauen gibt, die noch richtig kochen! :o) ich finds super!
    • Otto Rahn  •  vor 3 Monaten
      Alles essen und den #$%$ bewegen.
    • Steinzeitscharia  •  vor 3 Monaten
      Esse seit 6 Monaten nur wenig Kohlenhydrate, viel Fette( Fleisch,Fisch, Gemüse und Obst)
      15 KG runter !
      • bibi vor 3 Monaten
        es stimmt,ich habe 12 kg verloren !
      • P. vor 3 Monaten
        Das KH fett machen ist zwar ein Ammenmärchen aber eine Ernährung, die aus Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse besteht, ist auf jeden Fall nicht verkehrt.
      • Bambi vor 3 Monaten
        Das ist kein Ammenmärchen, das sind Fakten. Viele Menschen vertragen die große Mengen an Kohlenhydraten nicht. Viele Kohlenhydrate = hoher Blutzuckerspiegel = viel Insulin = viel Hunger. Insulin ist ein Hormon, haben wir zu viel davon, gerät nicht nur unser Appetit aus den Fugen, sondern das Zusammenspiel vieler anderer Hormone ist nicht mehr richtig.
    • Da  •  vor 3 Monaten
      Endlich kommt mal die wahrheit ans licht! Kloppt eure blöden Diätsmagazine in den Müll! Ihr solltet euch einfach gesund ernähren, z.b. obst,gemüse, fisch, rinderfleisch, lachs, ... , so dass ihr viel eiweiß zu euch nehmt auch fett und vor allem viel trinken da es allgemein beim verdauen und entgiften hilft. einfach wenig Kohlenhydrate (nudeln, weißbrot, süßigkeiten, chips) und mehr eiweiß + fett und der rest passiert von alleine ;) generell gilt: Alles was natürlich ist, also das was man schon vor 5000 jahren gegessen hat , einfach heute essen und ihr habt einen gesunden, schlanken körper. Da der körper auf diese Lebensmittel ausgerichtet ist und nunmal nicht auf Pizza, Pommes, Eis,...
      • Da vor 3 Monaten
        Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
      • Lola B vor 3 Monaten
        Kohlenhydrate sind nicht gleich kohlenhydrate. Im großen und ganzen gebe ich dir aber recht.
      • Tina vor 3 Monaten
        Naja, grob ist das schon richtig...
        Allerdings ist es auch wieder schrecklich pauschalisiert.
        Wieviel wovon das beste ist, ist bei jedem individuell. Selbst natürliche Lebensmittel wie vor 5000 Jahren verträgt nicht jeder. ;)
        Will man richtig pauschalisieren, muss man sagen das man dem Körper nur die Nährstoffe zuführen sollte, die er braucht. Ab und zu ein wenig mehr wird toleriert... nur eine dauerhaft erhöhte Zufuhr rächt sich durch Übergewicht.
        Bei der "Wieviel wovon-Frage" kann einem der Hausarzt weiter helfen. ;)
    • Boxerbirne  •  vor 3 Monaten
      Dann muß ja wohl mal wieder die Ernährungspyramide der DGE grundlegend umgeräumt werden.
    • Biolog Historiker  •  vor 3 Monaten
      Nach mein eigene Experimenten: Margarine ist tödlich!
    • Josef  •  vor 3 Monaten
      Alles ist ungesund wenn mann zuviel davon zu sich nimmt. Ob das jetzt Fett, Kohlenhydrate oder Proteine sind ist dabei doch völlig egal, solange man sich ausgewogen und vor allem überlegt ernährt kann man essen was man will. Man muss einfach die Grenzen kennen und einhalten.
    • Gisela Reubert  •  vor 3 Monaten
      Das höhrt sich gut an,man soll eben in maßen Essen und nicht in massen.
    • Alexandra  •  vor 3 Monaten
      ist nichts neues...
      naja, außer der teil hier: "(...)50.000 Kalorien „kostet", um ein Kind auszutragen und während des Stillens täglich mindestens 500 weitere Kalorien für die Milchbildung hinzukommen(...)" ziemlich interessant! nur verstehe ich das mit den 50.000 kcal nicht ganz... meinen die, dass man während der 9 monate zusatzlich 50.000 kcal verbraucht, oder während der geburt?
    • l  •  vor 3 Monaten
      3. Fette sind wichtige Bau- und Wirkstoffe für unser Hirn. Lernen, Sozialverhalten, Erinnern und gute Stimmung wären ohne Fette nicht möglich.

      Ich leide an Fettmangel :DDD
    • Leif  •  vor 3 Monaten
      ich hau mir erstmal ein Pfund Butter rein.
    • globetrotter  •  vor 3 Monaten
      @Barabara aus Köln!
      Ich vermute mal dass es sich hierbei vermehrt um Pflanzliche sowie auch Fischfette handelt !
      Nun, ich kann von mir sagen, dass ich seit mehr als 20 Jahren nur Pflanzliches sowie Fisch/Meeresfrüchte und viel Obst in ausgewogenem Verhältnis zu mir nehme und bei meinen gediegenen 85kg u. 195 cm Größe, hab ich in all den Jahren weder zu-noch abgenommen.
      Einige Kollegen hier , essen nur halb so viel und nehmen zu, zwar nicht übermäßig, aber man sieht es an der Waage. Obwohl sie sich sehr viel Bewegen und sehr oft bis zu 12 Std des Tages in der Natur sind. Ganz sicherlich spielt da auch der Stoffwechsel eine beachtliche Rolle. Jeder Menschliche Organismus reagiert anders auf verschiedene Speisen, ganz klar.
      Ich spreche in dem Falle auch nur für meine Person.
      In diesem Sinne, man kann/darf im Grunde alles essen. Gesundes mit Maß und Zielbewusst, hat bisher glaube ich noch keinem geschadet.
      Señoras y señores buen día! ;-))
    • Rainer  •  vor 3 Monaten
      We butter the bread with butter...
    • Tamara  •  vor 3 Monaten
      oh wie schön, endlich meine geliebte butter ohne reue..............
    • Max  •  vor 3 Monaten
      wären wir früher nicht vom gras zum fett usw umgestiegen, wären wir immernoch im schnitt 140m groß
    • A.  •  vor 3 Monaten
      Butter 100 g 741kcal
      Kartoffeln gegart 100 g 70kcal

      hmm, mag ja alles stimmen, aber womit versaut sich ein Mensch, der gerne isst, wohl eher seine persönlich Kalorienbilanz? Durch ein Stück Butter oder ein paar Kartoffeln?
      Ich persönlich kann 200 g (ca 1000 kcal) Schokolade am Stück essen und habe danach immer noch Hunger. Um die gleiche Menge an kcal durch Kartoffeln, zu erreichen bräucht ich etwa 1,4 kg. Fragt sich, ob mir da nicht eher der Bauch platzt?
      Klar sind Fette wichtig, aber bitte alles in Maßen.
      Und das wir fetter wurden in den letzten hundert Jahren liegt wohl eher daran, dass wir in Büros sitzen und kaum mehr auf den Feldern rumwirtschaften und dass es deutlich mehr Fastfood mit gehärteten Fetten gibt.
    • Sigrid  •  vor 3 Monaten
      Hungerhacken gibt es genug auf der Welt und man sollte eigentlich immer das Essen auf was gerade Appetit hat allerdings alles in Maßen.Denn als rollende Tonne will ja auch keiner aus sehen.Ich habe auch leichtes Übergewicht na und alles halb so schlimm solange es bei mir nicht mehr wird mit den Kilos.
    • Michael  •  vor 3 Monaten
      Naja, der Mensch ist ein Bewegungstier. Und wer nur vor der Glotze sitzt, dem nützt auch nichts, fettarme Dinge zu essen. So weit hat sie recht.
    • Zauberwürfel  •  vor 3 Monaten
      voll fett :D