Ich habe mich selbst dafür entschieden, als ich mit 19 Jahren das Angebot bekam, in einem MTV-Film mitzuspielen. Ich hatte nicht erwartet, dass ich schauspielern würde, sondern wollte nur die Senderleute nicht verärgern, schließlich sollten sie ja meine Musikvideos spielen. Als sie mir die Rolle anboten, hat mir das sofort viel Spaß gemacht, und schneller als ich nachdenken konnte kam "Austin Powers". "Dreamgirls" ist der erste Film, der mich wirklich gefordert hat, und ich wünsche mir, eine noch viel bessere Schauspielerin zu werden. Musik aber ist mein Leben. Also hoffe ich, keines von beiden aufgeben zu müssen.

teleschau. Wie sehr muss man heutzutage als Künstler Geschäftssinn haben, um erfolgreich zu sein?

Beyoncé Knowles: Das ist wichtig, keine Frage. Alleine schon, um sein eigenes Schicksal in der Hand zu haben. Kreativ zu arbeiten und zu leben, hat auch mit dem realen Leben zu tun. Mein Glück ist aber, dass mein Vater mein Manager ist, und meine Mutter meine Stylistin. Er kümmert sich also um alles Geschäftliche, sie um alles Kreative. Meine Eltern können nicht unterschiedlicher sein, sie sind wie zwei Extreme.

teleschau: Aber sie kommen miteinander zurecht?

Beyoncé Knowles: Sie sind seit 27 Jahren verheiratet, ich glaube also schon (lacht).

teleschau: Hat es Ihnen einen Stich versetzt, nicht den Golden Globe bekommen zu haben?

Beyoncé Knowles: Ich habe noch nie in meinem Leben erwartet, dass mich jemand für etwas auszeichnet. Erst recht nicht, wenn Meryl Streep in derselben Kategorie wie ich nominiert ist. Als sie dann auch noch in ihrer Dankesrede meinen Namen erwähnte, saß ich baff auf meinem Sitz und konnte es nicht glauben. Das waren nicht die Grammys, sondern die Golden Globes. Eine unglaubliche Erfahrung und ein echtes Highlight meiner Karriere.

teleschau: Mittlerweile müssen Sie sich ja auch Gedanken machen, für welches Markenzeichen Sie sich entscheiden wollen: Beyoncé oder Beyoncé Knowles. Haben Sie darauf Einfluss?

Beyoncé Knowles: Ich war immer nur Beyoncé, einfach weil ich Mitglied einer Gruppe war, und da sagt man üblicherweise nur seinen Vornamen. Als ich begann, solo weiterzumachen, wurde das automatisch zu meinem öffentlichen Namen. Und man muss ja zugeben: Beyoncé an sich ist alleine schon schwer genug auszusprechen. Aber ich versuche, als Schauspielerin meinem Nachnamen auch Geltung zu verschaffen.

teleschau: Gibt es Dinge, die Sie vermissen, seit Sie als Star im Rampenlicht stehen?

Knowles: Es gibt bestimmte Momente, in denen mich all der Rummel überwältigt und mir etwas zu viel wird

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