teleschau: Ihr neuer Film ist ein Musical mit ernstem Hintergrund: Rassismus. Welche Erfahrungen haben Sie selbst damit gemacht?
Beyoncé Knowles: Es ist jetzt schon eine Weile her. Aber als wir

mit Destiny's Child anfingen, gab es hier und da schon einige Erfahrungen in dieser Richtung. Das wurde uns aber natürlich nicht ins Gesicht gesagt, vor allem Zeitschriften ließen uns das manchmal indirekt spüren.
teleschau: Inwiefern?
Beyoncé Knowles: Wir merkten es daran, dass wir zwar genauso erfolgreich waren wie andere Music-Acts, aber nicht dieselbe Aufmerksamkeit und die gleichen Möglichkeiten bekamen. Doch gottlob ist heute eine neue Generation am Ruder, und die Zeiten haben sich geändert. Ich muss aber sagen, dass selbst meine Erfahrungen weitaus weniger Aufsehen erregend sind als das, was ich während der Dreharbeiten über das erfahren habe, was Aretha Franklin und die Supremes erdulden mussten. Ich kann mich also nicht beschweren.
teleschau: Denken Sie, Ihre Musik ha

tte daran Anteil, dass sich die Verhältnisse normalisieren?
Beyoncé Knowles: Unsere Musik hat die Barrikaden gebrochen, natürlich. Überall, ob nun in Deutschland, den USA oder Japan, hören die Menschen jetzt Popmusik, unabhängig davon, von wem sie stammt. In den 60-ern versuchten die Supremes, sich stärker in die Richtung Popmusik und Crossover zu orientieren, und heute drängen Popmusiker in den HipHop. Das hat sich total verändert.
teleschau: Nun ist es ungewöhnlich, dass Sie für die Rolle vorsprechen mussten. Hat es Sie irritiert, als Star den ganz normalen Weg eines Schauspielers zu gehen, der sich erst einmal bewerben muss?
Beyoncé Knowles: Ich wollte es so, um dem Regisseur und Produzenten zu zeigen, dass ich auch anders sein kann, als man mich vielleicht auf der Bühne wa

hrnimmt. Ich glaube, das hat sie etwas verängstigt, weil ich als Sängerin das vollkommene Gegenteil von meiner Rolle bin. Die Befürchtung war, dass das Publikum mir das schüchterne, naive Mädchen nicht abnehmen würde. Ich arbeitete hart mit meinen Schauspieltrainern, studierte die Choreografien ein und sprach vor wie alle anderen. Nun war ich zwar die Erste und überzeugte auch gleich, doch war es für mich wichtig, mir die Rolle zu verdienen.
teleschau: Das Vorbild für Ihren Filmcharakter ist Diana Ross. Haben Sie sie jemals persönlich getroffen?
Beyoncé Knowles: Ja, einige Male sogar und auch während der Dreharbeiten zum Film. Sie war überhaupt nicht so schwierig, wie es Leute von ihr immer erwarten
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