Wie schon vor einigen Jahren in "Heat" (Robert De Niro gegen Al Pacino) ist es auch hier das Duell zweier Männer, das den Regisseur faszinierte. Und erneut stehen die beiden auf unterschiedlichen Seit

en des Gesetzes, sind sich aber - das wird im Verlauf der Story klar - näher, als sie zunächst annehmen mögen. Cruise, hier grauhaarig, ist der Bad Guy, zum ersten Mal in dieser klaren Form. Und es bereitete dem Hollywood-Star, dessen Stauffenberg-Film "Walküre" nun aufgrund zahlreicher Nach-Drehs erst im Februar 2009 in die Kinos kommen soll, ganz offensichtlich Vergnügen - zumal das Drehbuch ihm ausreichend Raum gab, den Betrachter fürs Böse zu interessieren, ihn vielleicht gar auf dessen Seite zu ziehen.
Zunächst aber stellt der Film die zweite Hauptperson vor: Der Taxifahrer Max (Jamie Foxx) chauffiert eine hübsche Staatsanwältin (Jada Pinkett Smith) durch Los Angeles, und im persönlichen Gespräch der beiden offenbart sich sein grundgutes, optimistisches, ja auch etwas verträumtes Wesen. Danach st

eigt Vincent (Cruise) zu und unterbreitet Max ein Angebot: Er möge ihn für 600 Dollar an fünf verschiedene Orte in Los Angeles fahren. Vincent willigt ein, doch es vergehen nur wenige Minuten, bis sich ihm sein Fehler in Form einer Männerleiche offenbart, die aus großer Höhe auf sein Auto knallt. Vincent ist ein Auftragskiller, macht aus seinem Vorhaben auch keinen Hehl und zwingt seinen Fahrer in der Folge zur Kooperation.
Es beginnt eine Reise durch die Nacht, die viele Menschen das Leben kosten wird. Doch die Morde sind eher Nebensache. Stattdessen entwickeln sich zahlreiche interessante und fein geschliffene Dialoge zwischen den Hauptfiguren, ab und an auch mit einem der Opfer. Hin und wieder versucht Max zu fliehen, ohne Erfolg natürlich. Und so treibt alles auf das unvermeidliche Finale hin, das

sich nicht so recht in den besonderen Charme des Films einfügen will.
Michael Mann erlag, aus welchen Gründen auch immer, der Verführung, "Collateral" zu einem durch und durch konventionellen Genreschluss zu treiben. Der Film, der bis dahin weniger thematisch, sondern vielmehr aufgrund seiner Ästhetik und verbalen Tiefe ein Vergnügen war, bedient fortan Klischees, die an einen mittelmäßigen TV-Thriller erinnern. Hektisch, vorhersehbar und ungeduldig treibt die Story dem ebenso unwürdigen wie langweiligen Ende entgegen.
Ausstrahlung am 27.07.2008 um 20:15 Uhr auf ProSieben
Autor: Tom Ruder/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / TM & Paramount Pictures
Zur Bilder-Galerie
Weiterführende Links