teleschau: Neid, Feigheit, Liebe bis über den Tod hinaus - eine Kinovorstellung von "Abbitte" übersteht man ja nur mit einem Taschentuch im Gepäck ...
Keira Knightley: Sie brauchen mindestens e

ine Packung! Ich liebe tragische Romanzen, und die Unmöglichkeit einer Liebe macht für mich erst die Romantik aus. Aber das ist wohl typisch weiblich. Schon bei der Lektüre der Romanvorlage von "Abbitte" musste ich fast auf jeder Seite schluchzen wie ein Schlosshund. Und das Buch ist ganz schön dick! Beim Drehbuch ging es mir dann genauso. Darüber hinaus hat "Abbitte" ja viele verschiedene Ebenen, auf denen der Film funktioniert. Es ist nicht einfach nur eine tragische Romanze, sondern dreht sich auch um Vergebung, Schuld, Bedauern. Suchen Sie sich aus, worüber Sie weinen wollen!
teleschau: Ist eine Liebe, die so tief ist wie zwischen Robbie und Cecilia jenseits der Leinwand überhaupt möglich?
Keira Knightley: Oh, Gott. Das weiß ich wirklich nicht! Aber es ist eine ganz wunderbare Fantas

ievorstellung, und das ist doch das Einzige, was zählt. Ich habe ja auch noch keine Ahnung vom richtigen Leben, mein Job sind Filmfantasien. Aber ich sehe privat auch gerne romantische Filme. Vielleicht genau deshalb, weil diese Romanzen in der Wirklichkeit unmöglich sind und es nett ist, im Kino davon zu träumen, wie es wäre, wenn ...
teleschau: Und dann weinen sie auch?
Keira Knightley: Gerne daheim auf der Couch, am liebsten mit dicken Socken an und einer Tasse Tee in der Hand. Dann lege ich eine DVD von "Begegnung" ein, einem romantischen Kriegsdrama von 1946, und schon kullern die Tränen.
teleschau: Sie haben aber hoffentlich nicht schon beim Dreh geweint?
Keira Knightley: (lacht) Im Gegenteil, die Zusammenarbeit mit Regisseur Joe Wright brachte riesigen Spaß. Wir ken

nen uns schon seit der gemeinsamen Arbeit an "Stolz und Vorurteil" sehr gut und wollten unbedingt wieder zusammenarbeiten. Am Set ist Joe ein Perfektionist und steckt jeden damit an. Außerdem hat er eines verinnerlicht: Schauspieler sind bei der Arbeit wie kleine Kinder. Sie brauchen ein Übermaß an Aufmerksamkeit. Er merkt ganz genau, wenn man nicht auf den Punkt spielt oder die Szene genau durchdacht hat. Dann korrigiert er auf der Stelle.
teleschau: Setzt Sie das nicht unter Druck?
Keira Knightley: Im Gegenteil, aus meiner Sicht als Schauspielerin geht es genau darum. Heutzutage kommen viele Regisseure aus der Werbung. Die drehen unglaubliche Bilder, aber wissen nicht, wie sie mit ihren Schauspielern kommunizieren, wie sie deren Filmfiguren ernst nehmen sollen
1
·
2