Ursela Monn: Sinnlich gegen Klischees
Sie spielt die Mutter in "Doctor's Diary" (RTL), die Mutter in "Tierärztin Dr. Mertens" (ARD) - und jetzt die Mutter und Großmutter Ella in "Tango im Schnee" (Mi., 02.12., 20.15, ARD). Ursela Monn, 1950 geboren, scheint auf einen bestimmten Rollentypus festgelegt zu sein. Klischees liegen ihr trotzdem fern. Die Berlinerin, die sich nicht nur als Schauspielerin einen Namen gemacht hat ("Ein Mann will nach oben", "Einmal Ku'damm und zurück"), sondern auch als Regisseurin aktiv ist und sich für soziale Zwecke einsetzt, will ihre Rollen lieber nutzen, um Klischees zu bekämpfen. Auch deshalb ist ihre Ella nicht nur brave Hausfrau, sondern lässt sich auf eine Affäre mit einer alten Flamme ein.
teleschau: Sie sind Schauspielerin, Regisseurin und als Botschafterin der Stiftung Pflege tätig - wann schlafen Sie eigentlich?
Ursela Monn: (lacht) Das frag' ich mich auch manchmal. Im Flieger

bin ich gerade etwas weggenickt, weil ich heute Nacht wieder zu kurz geschlafen habe - ich schlafe oft sehr wenig. Zum Glück bin ich Frühaufsteherin, das lernt man ja im Filmgeschäft. Wenn's irgendwo mangelt, stehe ich einfach noch früher auf.
teleschau: Wie schaffen Sie es, in Ihren wenigen Pausen abzuschalten?
Monn: Das Profanste, was aber auch am schönsten ist und mich so richtig auspustet, ist Fahrrad fahren. Einmal am Tag gehe ich raus und mache eine Tour. Der Grunewald liegt bei mir direkt um die Ecke, da ist dann kein Mensch mehr, man hat seine Ruhe.
teleschau: Kommt bei all Ihren Aktivitäten auch etwas zu kurz? Früher nahmen Sie auch Platten auf ...
Monn: Das hat so viel Raum in meinem Leben eingenommen; zu der Zeit habe ich das gerne gemacht, aber ich hab konst

atieren müssen - das schaffe ich jetzt doch nicht mehr. Manchmal blitzt es noch so auf: Bei uns in Berlin hat gerade ein neues Theater aufgemacht, und da würde ein Soloprogramm mal wieder hinpassen. Aber dann sag ich mir: "Komm, jetzt hör auf!" Das hab' ich ganz nach hinten gepackt.
teleschau: War es da eine willkommene Abwechslung, dass Sie in "Tango im Schnee" einen richtigen kleinen Auftritt als Sängerin haben?
Monn: Nein, das ist nicht dasselbe. Das gehört ja ganz zu der anderen Figur, das bin nicht ich. Es war natürlich schön; es ist immer schön, wenn man eine Figur antrifft, die so viele Möglichkeiten hat, die so viel erlebt und so viel von sich zeigen kann. Deshalb mochte ich Ella auch sehr gerne. Das Singen war dann nur ein zusätzliches Zuckerchen. Aber sehr gefährlich, dass Si

e mich darauf ansprechen, das weckt wieder neue Gelüste in mir ... Ich hab ja auch mit Musical angefangen, zum Beispiel "Sweet Charity" am Thalia-Theater in Hamburg - war übrigens eine gute Schule.
teleschau: Nach dem Theater ging es bald zum Fernsehen, 1978 hatten sie ihren Durchbruch als Rieke in "Ein Mann will nach oben". Was hat sich seit damals für Sie verändert? Wird man als Frau in dem Geschäft inzwischen anders behandelt?
Monn: Das war nie mein Problem. Ich habe Emanzipation durchaus für wichtig befunden, aber ich hab's einfach gelebt, auch in meinen Rollen. Auch das Klischee mit dem Alter, das interessiert mich einfach nicht. Was da hinter dem Komma steht, interessiert die anderen immer mehr als mich
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