Von gebrochenen Herzen und verschenkten Stimmen: Tegan and Sara gelingt mit "The Con" nun womöglich auch in Deutschland der wohlverdiente Durchbruch

(tsch) Zwillinge zeigen der Musikwelt, wie sich anspruchsvoller, intelligenter Indie-Pop anhört. Seit Wochen touren Tegan and Sara mit ihrem inzwischen fünften Album "The Con" durch die Lande. Großbritannien, Deutschland, dann geht es über den großen Teich in die USA, bevor sie den Heimweg nach Kanada antreten. Ganz schön international, dafür dass die eineiigen Zwillinge jenseits des Atlantiks noch den Status "Geheimtipp" haben. Dafür wiederum verkaufen sich die Tickets zu ihrer aktuellen Tour aber wie geschnitten Brot. Auf jeden Fall gibt es viel zu tun. Die beiden Schwestern haben gerade einen dreistündigen Soundcheck hinter sich. Doch von Stress keine Spur. Am Telefon meldet sich Sara gut gelaunt, entspannt und redselig. Es ist ein angenehmes Gespräch, an dessen Ende Sara sogar mit dem Klischee vom strengen, eher zugeknöpften Deutschen aufräumt.

teleschau: Das letzte Album "If It Was You" nahmen Du und Tegan getrennt voneinander, jeder an seinem Computer auf. Wie lief das bei Eurer aktuellen Platte "The Con" ab?

Sara: Wir haben immer dieselbe Herangehensweise. Zuerst nimmt jede von uns alleine zu Hause Demosongs auf. Erst wenn jede mit dem Songschreiben fertig ist, gehen wir ins Studio. "The Con" war bereits zu 90 Prozent fertig, als wir mit den Aufnahmen begannen.

teleschau: Diesmal war auch Chris Walla von Death Cab For Cutie im Studio, als Co-Produzent.

Sara: Seine Arbeitsweise ist sehr interessant. Sie passte gut zu uns, besser als bei Partnern in der Vergangenheit. Chris befolgt beim Arbeiten eine bestimmte Reihenfolge. Der erste Song, den wir aufnahmen, ist auch der erste Song auf dem Album.

teleschau: Was ist dadurch anders?

Sara: Die Energie des Albums verändert sich. Sie wuchs während der eineinhalb Monate, die wir im Studio waren. Das kann man an den Liedern hören, die am Ende des Albums stehen. Diese transparente Art des Aufnehmens ging von Chris aus. Er ist sehr authentisch.

teleschau: Du schwärmst ja richtig. Gibt es Pläne für eine weitere Zusammenarbeit?

Sara: Wir wollen nach Möglichkeit ein zweites Album mit Chris aufnehmen. Im Moment sind wir aber zu beschäftigt. Vermutlich werden wir in einem Jahr anfangen, daran zu arbeiten.

teleschau: In Euren Liedern geht es viel um Liebe. Wie sah Euer eigenes Liebesleben aus, als Ihr die Songs geschrieben habt?

Sara: Wir hatten da zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen und Gefühlswelten. Tegan war Single, ich hatte eine feste Freundin. Aber auch wenn meine Situation eine andere war, kann ich mich genau hineinversetzen, was Tegan durchmachte, weil ich dasselbe auch schon erlebt habe.

teleschau: Wie ist eigentlich Euer Verhältnis zueinander? Immerhin seid Ihr Zwillinge.

Sara: Bei uns ist es normal, dass wir uns einige Tage lang nicht hören. Wenn wir nicht auf Tour sind, leben wir in unterschiedlichen Städten. Jede führt ihr eigenes Leben. Trotzdem ist meine Verbindung zu Tegan sehr stark.

teleschau: Wenn man sich so nahe steht und zusammen arbeitet, entstehen doch sicherlich Probleme.

Sara: Wir führen sozusagen gemeinsam ein Geschäft. Da gibt es so viele Bereiche, in denen wir ausdiskutieren müssen, was jede für richtig hält. Es sind die kleinsten Dinge, über die wir streiten. Das kann die Frage sein, welches Artwork wir fürs Album nehmen. Es gibt auch musikalische Meinungsverschiedenheiten

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