Allein in Deutschland spielte Len Wisemans Erstwerk 2,6 Millionen Euro ein, rund 440.000 Besucher saßen im Kino. - Ein bemerkenswertes Ergebnis, das aber der im März 2006 gestartete Nachfolger bereits

nach drei Wochen erreichte. Keine Frage, das Publikum hat die schwülstige, aber eben auch reichlich erotische und atmosphärische Gothic-Ästhetik noch lange nicht satt. Wer sieht, wie Kate Beckinsale als sexy Vampirweibchen Selene im hautengen schwarzen Latex-Kostümchen mit stets mindestens zwei gewaltigen Knarren in den Händen durch die finstersten Nächte ballert, wird verstehen. Vielleicht ...
Es vergeht eine Weile, bis "Underworld" seine Eigenständigkeit entwickelt. Denn nach einigen pathetischen Ausführungen geht es zunächst in einen wilden Kampf in der U-Bahn, dessen Ästhetik wie viele später folgende Bilder durchaus an die Gebrüder Wachowski angelehnt ist. Der aufwendig produzierte Film verfügt aber über ein ansehnliches Eigenleben, anders als seine meisten Hauptfiguren übrig

ens: Denn hier treffen Vampire, dargestellt als eloquente, aristokratische Stilverfechter, auf Werwölfe, diesmal Lycans genannt, deren Auftreten eher dem einer rabiaten Straßengang gleicht. Beide Seiten liegen seit Ewigkeiten im Clinch.
"Underworld" bemüht sich spürbar darum, eine Art Gothic-Action-Variante von Shakespeares "Romeo und Julia" zu sein. Denn Selene verliebt sich in einen Menschen (Scott Speedman), an dem die Werwölfe ein zunächst rätselhaftes Interesse haben. Ihrem Anführer Lucian (wunderbar böse: Michael Sheen) gelingt es schließlich sogar, jenen Michael Corvin per Biss auf die Reise vom Menschsein zum Werwolf zu schicken. Und mit der Zeit wird auch den Vampiren klar, welche besondere Bedeutung das Opfer in sich trägt.
Angereichert durch dezente poetische Grun

dtöne, präsentiert Wiseman eine komplex verflochtene, mitunter krude Clan-Saga, aber auch einen actiongeladenen Krieg vor den Kulissen einer ewig düsteren Stadt. Bei "Underworld: Aufstand der Lykaner" fungierte der 36-Jährige nur noch als Produzent. Ehefrau Kate Beckinsale hat die Lederkluft komplett abgelegt und zuletzt an der Seite von Robert De Niro und Drew Barrymore die Komödie "Everybody's Fine" (Start: 24.12.) abgedreht. De Niro spielt darin einen Witwer, der seine erwachsenen Kinder besser kennenlernen möchte.
Ausstrahlung am 21.07.2009 um 22:15 Uhr auf Tele 5
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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Tele 5
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