"Paycheck - Die Abrechnung" - Zündstoff ohne Feuer
Still ist es um John Woo geworden - viel zu still für diesen Kino-Krawallmacher ("Face/Off", "Mission: Impossible II") aus Fernost. Der Sci-Fi-Thriller "Paycheck - Die Abrechnung" (2003), den ProSieben nun wiederholt, war tatsächlich Woos letzter großer Hollywood-Film als Regisseur. Seitdem zieht er lieber im Hintergrund die Fäden. Gemeinsam mit Brett Ratner ("Rush Hour") ist er ausführender Produzent des Action-Films "The Red Circle", der derzeit vorbereitet wird. Mit von der Partie sind Liam Neeson, Orlando Bloom, Chow Yun-Fat und Alain Delon.
Die Geschichte von "Paycheck" basiert auf einer Vorlage des Kultautors Philip K. Dick und hat es entsprechend in sich, wenngleich sie von einer ziemlich unsinnigen These ausgeht: Im Mittelpunkt steht

der hochqualifizierte Ingenieur Jennings (Ben Affleck), der für Großunternehmen Spezialaufträge erledigt und dabei nicht selten das Rad neu erfindet. Rühmen kann er sich seiner Entwicklungen jedoch nicht: Zum einen ist alles streng geheim, zum anderen wird nach getaner Arbeit sein Kurzzeitgedächtnis gelöscht, um sicherzustellen, dass er seine Werke im Anschluss nicht an die Konkurrenz weitergeben kann.
Drei Jahre dauerte nun sein aktueller Auftrag, an dessen Ende er 92 Millionen Dollar hätte kassieren sollen. Doch es gäbe keinen Film, wenn nicht irgendetwas schieflaufen würde. So muss Jennings feststellen, dass er die Rechte an seinen millionenschweren Wertpapieren noch vor der Gedächtnislöschung abgetreten hat - unglaublich für den geldgierigen Yuppie. Doch mit der Zeit stellt si

ch heraus: Man will ihn umbringen, und bei jedem Mordversuch hilft ihm ein Accessoire aus einem geheimnisvollen Briefumschlag, den er sich angeblich selbst zugesandt haben soll.
Mit dem Willen eines scheinbar Betrogenen und der Kraft zweier Herzen - die Liebe zu seiner Freundin (Uma Thurman) währt offenbar auch ohne Erinnerung fort - wird zurückgeschlagen, um die Erfindung des Gedächtnislosen zu zerstören, die nun die Welt bedroht: ein Supercomputer, der die Zukunft vorhersagen kann.
Alles in allem könnte die Handlung von "Paycheck" vieles bieten, vor allem auch jede Menge Sci-Fi-Zündstoff und eine ebenso gefährliche wie mitreißende Liebesgeschichte. Doch leider hat dieser Hightech-Thriller von John Woo ein gewaltiges Grundproblem: Die Charaktere wurden lieblos in Szene ge

setzt, der Zuschauer findet keinen Zugang. Wenn Ben Affleck, der zuletzt mit dem Politthriller "State of Play" ins Kino kam, tief in Uma Thurmans Augen blickt, ist das nicht mehr als gefühlloses Popcorn-Kino. Der Betrachter sieht lediglich attraktive Schauspieler, die ihr zartes, künstliches Lächeln präsentieren oder ihre flotten Frisuren spazieren tragen.
Ausstrahlung am 19.07.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben
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Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / Dreamworks Productions / Paramount Pictures
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