Owain Yeoman: "Ich wollte eigentlich Atomphysiker werden"

Beinahe hätten die Serienfans in aller Welt auf einen gut aussehenden Cop verzichten müssten. Mit neun Jahren wollte der walisische Schauspieler Owain Yeoman nämlich Atomphysiker werden - so wie sein Vater. Doch es kam anders, der heute 30-Jährige machte seinen Abschluss an der Royal Academy of Dramatic Arts in London und absolvierte 2004 seinen ersten größeren Auftritt als Lysander in Wolfgang Petersens "Troja". Nach mehreren Rollen in kurzlebigen Serien wie "Kitchen Confidential" und "The Nine" ist er nun in der Rolle des Polizisten Wayne Rigsby in "The Mentalist" (sonntags, 21.15 Uhr, Sat.1) zu sehen. Die Krimi-Serie lief in den USA derart erfolgreich, dass bereits an einer zweiten Staffel gearbeitet wird, und auch in Deutschland begeisterte sie wöchentlich zwischen drei und vier Millionen Zuschauer. Yeoman nutzte seine Popularität gleich für einen guten Zweck und ließ für die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) die Hüllen fallen. Mit nacktem Oberkörper bekennt er sich zum Vegetarismus und lässt fleischlose Ernährung ziemlich sexy aussehen.

teleschau: Wie kam es dazu, dass Sie sich für PETA engagieren?

Yeoman: Ich bin seit Kurzem Vegetarier und wollte die Botschaft unterstützen, dass es vernünftig ist, keine Tiere zu essen. Ich finde, heutzutage ist das unnötig, denn es gibt so viele wundervolle und machbare Alternativen. Außerdem engagierte sich meine Frau Lucy, die ebenfalls Schauspielerin ist (bekannt aus "The Office", d. Red.), mit der Kampagne "Bare Skin, no Bear Skin" für die Organisation.

teleschau: Fiel es Ihnen nicht schwer, auf Fleisch zu verzichten?

Yeoman: Ich war der größte Fleischesser, den Sie sich vorstellen können. Ich liebe Fleisch. Aber ich habe die Entscheidung nie bereut, denn ich fühle mich einfach viel besser - energiegeladener. Falls Sie sich jetzt entscheiden, Vegetarier zu werden, melde ich mich in einem Monat wieder bei Ihnen und schaue, wie es Ihnen geht.

teleschau: Sprechen wir über "The Mentalist". Nach einer sehr erfolgreichen ersten Staffel wurde gerade um eine weitere verlängert. Was, glauben Sie, ist das Besondere an der Serie?

Yeoman: Die Sendung ist nach dem Vorbild klassischer Krimiserien gestrickt. Sie erinnert mich an "Mord ist ihr Hobby" und "Columbo". Ich denke, wir befinden uns zurzeit in einer Phase, in der Fernsehen sehr anstrengend und schwierig sein kann. Der Zuschauer muss richtig hart arbeiten. Manchmal muss man drei oder vier Staffeln lang dabei bleiben, und wenn man eine Folge verpasst, versteht man die Handlung nicht mehr. Es ist wirklich schön, an etwas zu arbeiten, bei dem man jederzeit wieder einsteigen kann.

teleschau: Gefallen Ihnen solche altmodischen Krimiserien auch persönlich?

Yeoman: Absolut. Besonders in Zeiten, die wirtschaftlich schwierig sind, möchten die Menschen zu den einfachen Dingen zurückkehren. Fernsehen soll eine Stunde unkomplizierte Unterhaltung bieten, in der man sich Simon Bakers (spielt die Hauptrolle des Mentalisten, d. Red.) schöne Haare anschauen kann (lacht).

teleschau: Konnten Sie sich am Anfang vorstellen, dass die Serie so erfolgreich sein würde?

Yeoman: Ich glaube, das konnte niemand. Keiner nimmt sich vor, eine schlechte Show zu machen, aber das Publikum ist nie berechenbar.

teleschau: Sie spielen Wayne Rigsby. Wie würden Sie ihn beschreiben?

Yeoman: Er ist jemand, der wirklich gerne viel isst (lacht). Ich musste aufhören zu essen, denn es gibt nun mal keinen Unterschied zwischen echten Kalorien und Charakter-Kalorien. Wenn ich als Rigsby esse, nehme ich zu

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