Nie wieder falsche Scham! Auf "Foot Of The Mountain" entdecken a-ha ihre Stärken wieder

Erst ein Auftritt beim Finale von "Germany's Next Topmodel", tags drauf bei "The Dome" - und dass von einer Band, die man eigentlich eher als Musikact bei "Wetten, dass ..?" erwarten würde. Aber es macht schon Sinn, dass das norwegische Pop-Trio a-ha dieses Programm absolviert hat. Nicht zuletzt Coldplay-Sänger Chris Martin dürfte mit seinen ständigen Lobpreisungen von a-ha dafür gesorgt haben, dass eine neue, jüngere Zielgruppe jetzt die Band für sich entdecken kann und will. Und ihr neues Album "Foot Of The Mountain" erinnert zwar mit tollen Synthie-Pop-Melodien an ihre Glanzzeiten in den 80-ern. Aber mit Nostalgie hat das Trio nichts am Hut, wie Keyboarder, Gitarrist und Songwriter Magne Furuholmen im Interview deutlich macht.

teleschau: Ihr seid beim Finale von "Germany's Next Topmodel" aufgetreten. Wie war das so, mit all den Models?

Magne Furuholmen: Ach, das war okay, würde ich sagen. Es war ja nicht so, dass wir in ihren Umkleideräumen herumliefen, wir hatten ja einen eigenen (lacht). Für uns war es vor allem aufregend, dass wir nach der langen Zeit im Studio endlich rausgehen und den Leuten unsere neue Single präsentieren konnten. Und die Show war eine gute Möglichkeit, das zu tun. Denn es dürfte so ziemlich das größte Fernsehpublikum gewesen sein, für das wir je in unserer Karriere gespielt haben.

teleschau: War es nicht seltsam, zwischen all den Mädchen herumzulaufen, die alle Eure Töchter sein könnten?

Furuholmen: Ja, ich musste auch an meine Söhne denken. Die sind 19 und 16, beide größer als ich. Und ich dachte mir, ich hätte ihnen vielleicht doch Bass und Schlagzeug beibringen sollen, dann hätten sie mit uns auftreten können. Die zwei hätten sicherlich mehr Spaß gehabt als wir ... (lacht).

teleschau: Soll das heißen, Deine Söhne spielen keine Instrumente?

Furuholmen: Doch, nur nicht so professionell, bis jetzt zumindestens. Aber wahrscheinlich habe ich es geschafft, dass sie sich das aus dem Kopf geschlagen haben.

teleschau: Wie würdest Du denn reagieren, wenn die beiden an einer Castingshow teilnehmen wollten?

Furuholmen: Naja, ganz persönlich bin ich kein großer Fan von solchen Shows. Meiner Ansicht nach sind Künstler dann spannend, wenn sie genau das machen, was sie können. Deswegen machen sie es dann ja auch wirklich gut. Ich meine, stell dir vor, Bob Dylan würde in einer Castingshow auftreten, er würde definitiv versagen. Weil da nach Kartoffeln, nicht nach Trüffeln gesucht wird. Dort suchen sie doch nach jemandem, der für alles einsetzbar ist. Ich meine, ich möchte da nicht den moralischen Zeigefinger erheben, aber solche Shows zerstören so viele Hoffnungen. Und du brauchst schon einen starken Charakter, wenn du in so einem jungen Alter gesagt bekommst, dass du nicht gut, nicht hübsch, nicht talentiert genug bist.

teleschau: Wie wäre das bei a-ha gewesen? Ihr wart ja auch erst Anfang 20 bei Eurem Durchbruch ...

Furuholmen: Wir wären natürlich auch gescheitert, ganz klar. Ich für meinen Teil empfand mich auch nie als talentiert. Das Talent, wenn du so willst, entstand erst durch das sich ausdrücken wollen. Es kam durch die gemeinsame Arbeit, durch das sich ausprobieren. Und insofern würde ich meinen Kindern auch nicht raten, bei so etwas mitzumachen

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