Nadine Vasta: Viva la Vasta!
Man muss die Meldung schon zweimal lesen, um zu begreifen, dass es das wirklich noch gibt. Eine eigenproduzierte Show im deutschen Musikfernsehen! Mit handverlesenen Videoclips! Und jetzt kommt's: mit Moderatorin! Nadine Vasta heißt das neue Gesicht beim Spartenkanal VIVA, wo die 25-Jährige zu weit mehr berufen ist, als nur Clips anzusagen. Auf den wundersamen Umstand angesprochen wirkt sie selbst noch ein wenig baff: "Das ist viel mehr, als ich mir erhofft hatte." Darf sie ab 3. Juli doch immer freitags, 21.00 Uhr, die nach ihr benannte Personality-Show "Vasta" moderieren. "Die erste Show zum Blog", verspricht der Sender. Doch das größere Versprechen ist womöglich die Neuberlinerin mit italienischen Wurzeln, die für VIVA das Prinzip Web 2.0 auf Unterhaltungsfernsehen trimmen soll.
"In meiner Generation sind Twitter, Facebook, StudiVZ, Myspace - die ganzen Community-Portale - eine Selbstverständlichkeit, die Verbindung zur Außenwelt", erklärt Nadine Vasta ihre Affinität zum Them

a Multimedia. Und auch eine gewisse Abhängigkeit vom schicken iPhone mag sie nicht abstreiten. Verständlich, kommt das Multifunktionstool doch zukünftig beruflich an entscheidender Stelle zum Einsatz. Das Sendungskonzept darf man sich nämlich in etwa so vorstellen: Auf www.vasta.tv wird täglich gebloggt. Aus dem redaktionellen, aber auch aus dem privaten Alltag. Dabei darf auch live vom Handy ins Internet gestreamt werden. Ein Talkgast pro Woche äußert sich im Studio oder direkt auf der Straße. Freitags gibt es ein Best Of der Woche in der Fernsehshow. Und darin, natürlich, Musikvideos.
Sie habe bei der Auswahl freie Hand, versichert Vasta auf Nachfrage. Doch sind ihre Lieblingsbands überhaupt ausreichend massenkompatibel? "Ich hoffe, dass sich die Zuschauer mit meiner Indie-Musik anfreunden kön

nen. Allerdings mag ich nicht nur Gisbert zu Knyphausen und The Notwist, sondern auch Lady Gaga. Von daher wird es eine bunte Mischung geben."
Eine bunte Mischung - das scheint überhaupt ein ganz gutes Leitmotto für eine Viva-Moderatorin zu sein, die frisch von der Hochschule für Darstellende Kunst in Hamburg gecastet wurde. In Schauspielerei, klassischem Gesang und Tanz wurde sie dort ausgebildet. Doch glaubt man der Jungmoderatorin, dann ist der Schritt von der Hoch- zur Popkultur gar nicht so gewaltig: "Oper, Theater, Rockkonzerte: Man kann alles verbinden. Außerdem hilft mir meine Ausbildung bei der Arbeit vor der Kamera."
Dass VIVA wie bei so vielen ihren Vorgängerinnen auch ein Karrieresprungbrett in ganz andere Bereiche sein könnte, erscheint indes alles andere als ausgeschlossen.

Rollenangebote seien immer gern gesehen. Und auch an der Musikkarriere feilt die erklärte Uschi-Obermeier-Bewundererin ("Die hat gemacht, was sie wollte, dieses Hippiedasein finde ich nicht schlecht!") mit Nachdruck. Pop mit italienischem Gesang spiele die Band. Und Letzteren steuert la Vasta natürlich persönlich bei. Entstammt sie doch zur väterlichen Hälfte einer sizilianischen Familie.
Einmal im Jahr besucht sie die am Südzipfel Italiens. "Wunderschön und immer warm" sei es da, ferner gebe es "super Essen an jeder Ecke, und - da sind wir wieder beim Hippie-Thema - es ist freier. Man verbringt viel Zeit draußen, fährt Vespa im Bikini, es ist lebendiger. Wenn's VIVA in Sizilien gäbe, würde ich da wohnen
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